Rechtssatz RS0110322
Rechtstracker.at · Quelle: RIS (Bundeskanzleramt)
Rechtssatznummer
RS0110322
Entscheidungsdatum
16.01.2024
Rechtssatz
Ein psychisches Trauma kann ursächlich für einen Arbeitsunfall sein, wenn spezielle berufsbedingte Umstände beim Versicherten einen Schock, dh eine schlagartig auftretende schwere psychische Erschütterung oder reaktive Depression mit der Vorstellung bewirken, sich in einer aussichtslosen Situation zu befinden. Betriebliche Ereignisse hingegen, die nicht im einzelnen, sondern erst in ihrer Gesamtheit eine messbare Gesundheitsstörung zur Folge haben, stellen keinen Arbeitsunfall dar, wenn sie in einer über eine Arbeitsschicht hinausgehenden Zeit eintreten. Die letzte körperliche oder seelische Belastung am Todestag ist dann nur das Endglied einer Kette von alltäglichen Ereignissen, die allmählich eingewirkt haben, ohne dass einem die Bedeutung eines Arbeitsunfalles beigemessen werden kann (hier: Arbeitsunfall verneint bei Selbstmord).
Entscheidungstexte
- 10 ObS 224/98h
Entscheidungstext OGH 23.06.1998 10 ObS 224/98h
Veröff: SZ 71/107
- 10 ObS 10/03y
Entscheidungstext OGH 28.01.2003 10 ObS 10/03y
- 10 ObS 96/11g
Entscheidungstext OGH 04.10.2011 10 ObS 96/11g
Auch
- 10 ObS 78/11k
Entscheidungstext OGH 06.12.2011 10 ObS 78/11k
Auch
- 10 ObS 45/12h
Entscheidungstext OGH 12.04.2012 10 ObS 45/12h
Vgl auch
- 10 ObS 48/21p
Entscheidungstext OGH 19.05.2021 10 ObS 48/21p
Anm: Veröff: SZ 2021/47
- 10 ObS 68/23g
Entscheidungstext OGH Ordentliche Erledigung (Sachentscheidung) 16.01.2024 10 ObS 68/23g
vgl; Beisatz: Hier: Infektionskrankheit (COVID-19). (T1)
- 10 ObS 85/23g
Entscheidungstext OGH Ordentliche Erledigung (Sachentscheidung) 16.01.2024 10 ObS 85/23g
vgl; Beisatz: Hier: Infektionskrankheit (COVID-19). (T2)
European Case Law Identifier (ECLI)
ECLI:AT:OGH0002:1998:RS0110322
Zuletzt aktualisiert am
13.02.2024
Dokumentnummer
JJR_19980623_OGH0002_010OBS00224_98H0000_003