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Rechtssatz RS0110420×

Rechtssatz RS0110420

Rechtstracker.at · Quelle: RIS (Bundeskanzleramt)

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtsgebiet

Strafrecht

Rechtssatznummer

RS0110420

Geschäftszahl

12Os80/98; 13Os85/10i

Entscheidungsdatum

19.08.2010

Rechtssatz

Wenn für das erkennende Gericht die persönliche Vernehmung einer Unmündigen nicht in Betracht kam, weil die Einvernahme auch bei entsprechend behutsamen, die kindliche Psyche berücksichtigendem Vorgehen eine fortlaufende psychische Schädigung der Unmündigen, die durch deren psychische Beschaffenheit bedingt ist, ernstlich befürchten lässt (EvBl 1993/48, EvBl 1990/72, JBl 1996, 168, EvBl 1997/155), solcherart das Gebot der Unmittelbarkeit durchbrochen und das (sonst nach Möglichkeit keiner Beschränkung zu unterwerfende) Fragerecht des Angeklagten (Artikel 6, Absatz 3, Litera d, MRK) im Interesse des unmündigen Tatopfers beschränkt wird, ist den zur Verfügung stehenden Kontrollbeweisen besondere Bedeutung beizumessen.

Entscheidungstexte

  • 12 Os 80/98
    Entscheidungstext OGH 02.07.1998 12 Os 80/98
  • 13 Os 85/10i
    Entscheidungstext OGH 19.08.2010 13 Os 85/10i
    Vgl; Beisatz: Hier: Verlesung gemäß § 252 Abs 1 Z 1 StPO. (T1)

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1998:RS0110420

Im RIS seit

01.08.1998

Zuletzt aktualisiert am

20.09.2010

Dokumentnummer

JJR_19980702_OGH0002_0120OS00080_9800000_001