Rechtssatz RS0113754
Rechtstracker.at · Quelle: RIS (Bundeskanzleramt)
Rechtssatznummer
RS0113754
Entscheidungsdatum
13.08.2025
Rechtssatz
Der prozessuale Tatbegriff (nach welchem beurteilt wird, ob Anklage und Urteil denselben Lebenssachverhalt meinen) ist aus Gründen der Prozessökonomie und, um dem Angeklagten mehrfache Verfolgung zu ersparen, vom materiellen Tatbegriff derart zu unterscheiden, dass zwar bei Tateinheit stets auch nur eine Tat im Sinn des Prozessrechtes vorliegt, nicht aber umgekehrt.
Entscheidungstexte
- 14 Os 34/00
Entscheidungstext OGH 06.06.2000 14 Os 34/00
- 14 Os 79/03
Entscheidungstext OGH 30.09.2003 14 Os 79/03
Vgl auch; Beisatz: Eine Tat im prozessualen Sinn (ein angeklagter historischer Sachverhalt) kann ohne weiteres mehreren selbständigen Taten im Sinn des materiellen Rechtes entsprechen, deren Verwirklichung der Ankläger alternativ oder nebeneinander als begangen ansieht. (T1)
- 14 Os 67/04
Entscheidungstext OGH 05.10.2004 14 Os 67/04
Vgl
- 12 Os 133/09i
Entscheidungstext OGH 29.10.2009 12 Os 133/09i
Vgl
- 13 Os 129/10k
Entscheidungstext OGH 16.12.2010 13 Os 129/10k
Vgl
- 13 Os 15/13z
Entscheidungstext OGH 02.07.2013 13 Os 15/13z
Vgl auch
- 13 Os 42/15y
Entscheidungstext OGH 30.06.2015 13 Os 42/15y
Vgl
- 12 Os 136/18v
Entscheidungstext OGH 06.12.2018 12 Os 136/18v
Vgl
- 14 Os 61/23m
Entscheidungstext OGH 25.03.2025 14 Os 61/23m
vgl; Beisatz: Teilt die Staatsanwaltschaft ein unter Anklage gestelltes Gesamtgeschehen (Tat im prozessualen Sinn) in mehrere - sachverhaltsmäßig (etwa nach Zeit und Modalität) abgrenzbare - Einzeltaten (im materiellen Sinn), indem sie diese in verschiedenen Anklagepunkten anführt, bildet jede dieser einzelnen Taten den (selbständigen) Bezugspunkt von Schuld- oder Freispruch, Anklage oder Einstellung. (T2)
- 13 Os 90/25x
Entscheidungstext OGH 13.08.2025 13 Os 90/25x
vgl
European Case Law Identifier (ECLI)
ECLI:AT:OGH0002:2000:RS0113754
Zuletzt aktualisiert am
09.09.2025
Dokumentnummer
JJR_20000606_OGH0002_0140OS00034_0000000_001