Rechtssatz RS0116274
Rechtstracker.at · Quelle: RIS (Bundeskanzleramt)
Rechtssatznummer
RS0116274
Entscheidungsdatum
08.07.2019
Norm
ZPO §266 B
PatG 1970 §155
Rechtssatz
Steht fest, dass das vom Beklagten vertriebene Erzeugnis von gleicher Beschaffenheit ist wie das nach dem patentierten Verfahren hergestellte neue Erzeugnis, so ist zu vermuten, dass das Erzeugnis des Beklagten nach dem patentierten Verfahren hergestellt wurde. Die Vermutung ist erst widerlegt, wenn der Beklagte beweist, dass er das Erzeugnis nach einem anderen Verfahren herstellt. Dass ein Patenteingriff zweifelhaft erscheint, reicht nicht aus.
Entscheidungstexte
- 4 Ob 47/02v
Entscheidungstext OGH 09.04.2002 4 Ob 47/02v
Veröff: SZ 2002/44
- 4 Ob 178/03k
Entscheidungstext OGH 21.10.2003 4 Ob 178/03k
Auch
- 4 Ob 243/07z
Entscheidungstext OGH 14.02.2008 4 Ob 243/07z
Auch; Beisatz: Hat der Beklagte das alternative Verfahren offen gelegt, trifft die Behauptungs- und Beweislast für äquivalenzbegründende Umstände den Kläger. (T1)
- 17 Ob 6/08v
Entscheidungstext OGH 20.05.2008 17 Ob 6/08v
Auch; Beis wie T1; Veröff: SZ 2008/67
- 4 Ob 101/14b
Entscheidungstext OGH 17.07.2014 4 Ob 101/14b
Auch; Beisatz: Hier: Keine Anwendung der Beweislastumkehr nach § 155 PatG 1970, weil sich das patentierte Verfahren nicht auf die Herstellung eines neuen Produkts bezog. (T2)
- 4 Ob 71/19y
Entscheidungstext OGH 08.07.2019 4 Ob 71/19y
European Case Law Identifier (ECLI)
ECLI:AT:OGH0002:2002:RS0116274
Zuletzt aktualisiert am
09.09.2019
Dokumentnummer
JJR_20020409_OGH0002_0040OB00047_02V0000_001