Rechtssatz RS0116720
Rechtstracker.at · Quelle: RIS (Bundeskanzleramt)
Rechtssatznummer
RS0116720
Entscheidungsdatum
03.07.2024
Rechtssatz
Das Recht auf Ehre kann auch nach dem Tod als sogenanntes postmortales Persönlichkeitsrecht geschützt sein. Zur Geltendmachung des Unterlassungsanspruches sind die nahen Angehörigen (hier die leibliche Tochter des Verstorbenen) legitimiert.
Entscheidungstexte
- 6 Ob 283/01p
Entscheidungstext OGH 29.08.2002 6 Ob 283/01p
Veröff: SZ 2002/107
- 6 Ob 57/06k
Entscheidungstext OGH 07.11.2007 6 Ob 57/06k
Ähnlich; Beisatz: Bildnisschutz bei Verletzung berechtigter Interessen naher Angehöriger (§ 78 UrhG). Die Frage der Vererblichkeit vermögenswerter Bestandteile eines Persönlichkeitsrechts wurde offengelassen. (T1)
Veröff: SZ 2007/171
- 4 Ob 112/10i
Entscheidungstext OGH 13.07.2010 4 Ob 112/10i
Auch
- 4 Ob 203/13a
Entscheidungstext OGH 17.02.2014 4 Ob 203/13a
Auch; Beisatz: Hier: Postmortaler Persönlichkeitsschutz nach § 78 UrhG. (T2)
Bem: Siehe RS0129339. (T3)
Veröff: SZ 2014/10
- 4 Ob 224/13i
Entscheidungstext OGH 25.03.2014 4 Ob 224/13i
Auch; Beis wie T2; Beisatz: Ob schutzwürdige Interessen des Betroffenen beeinträchtigt wurden und zu wessen Gunsten die Interessenabwägung ausschlägt, hängt im Allgemeinen von den besonderen Umständen des Einzelfalls ab und berührt in der Regel keine erhebliche Rechtsfrage (6 Ob 71/10z). (T4)
Beisatz: Die Interessen des Verstorbenen spielen bei der Wahrung seines Andenkens eine besondere Rolle. (T5)
- 6 Ob 182/15f
Entscheidungstext OGH 25.09.2015 6 Ob 182/15f
Beis wie T4; Veröff: SZ 2015/104
- 1 Ob 116/16i
Entscheidungstext OGH 30.08.2016 1 Ob 116/16i
Auch
- 6 Ob 219/16y
Entscheidungstext OGH 29.11.2016 6 Ob 219/16y
Auch
- 6 Ob 209/16b
Entscheidungstext OGH 22.12.2016 6 Ob 209/16b
Auch
- 6 Ob 61/17i
Entscheidungstext OGH 29.05.2017 6 Ob 61/17i
Vgl; Beis wie T2
- 6 Ob 226/16b
Entscheidungstext OGH 25.10.2017 6 Ob 226/16b
Auch; Beis ähnlich wie T5; Beisatz: Das postmortale Persönlichkeitsrecht schützt nicht schon davor, in einem Bericht als Täter einer Straftat bezeichnet zu werden, wenn der Verstorbene wegen dieser strafbaren Handlung nicht rechtskräftig verurteilt wurde. (T6)
- 8 Ob 56/17v
Entscheidungstext OGH 23.03.2018 8 Ob 56/17v
Auch
- 6 Ob 176/19d
Entscheidungstext OGH 25.03.2020 6 Ob 176/19d
- 6 Ob 212/20z
Entscheidungstext OGH 18.02.2021 6 Ob 212/20z
Beisatz: Zum Schutzumfang des postmortalen Persönlichkeitsrechts findet sich vielfach die Formulierung, im Rahmen des Schutzes seiner Ehre sei der Verstorbene nur davor geschützt, dass sein Lebensbild nicht nachhaltig in grober Weise negativ entstellt wird. Der Leitentscheidung 6 Ob 283/01p kann diese Einschränkung auf grob entstellende Berichterstattung allerdings nicht entnommen werden. In dieser Entscheidung ist nur davon die Rede, dass das Lebensbild „jedenfalls“ bzw „wenigstens“ gegen grobe Ehrverletzungen geschützt ist. Damit ist aber ein Mindestschutz, nicht der Gesamtumfang des Schutzes angesprochen. (T7)
Beisatz: Der Oberste Gerichtshof hat schon in mehreren Entscheidungen klargestellt, dass die Rechtsprechung zum postmortalen Persönlichkeitsschutz keinen herabgesetzten Maßstab in Bezug auf Persönlichkeitsrechtsverletzungen erkennen lässt. (T8)
- 9 Ob 38/23p
Entscheidungstext OGH Ordentliche Erledigung (Sachentscheidung) 27.09.2023 9 Ob 38/23p
vgl; Beisatz: Hier: Frage, welche Veränderungen am Grab und Grabstein zulässig sind. Aufgrund des über den Tod hinaus fortwirkenden Persönlichkeitsrechts des Verstorbenen ist auch im Fall einer beabsichtigten Umbettung, Exhumierung oder dergleichen dessen ausdrücklicher oder hypothetischer Wille maßgeblich. (T9)
- 6 Ob 212/23d
Entscheidungstext OGH Zurückweisung mangels erheblicher Rechtsfrage 03.07.2024 6 Ob 212/23d
vgl
European Case Law Identifier (ECLI)
ECLI:AT:OGH0002:2002:RS0116720
Zuletzt aktualisiert am
16.08.2024
Dokumentnummer
JJR_20020829_OGH0002_0060OB00283_01P0000_001