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Rechtssatz RS0128616

Rechtstracker.at · Quelle: RIS (Bundeskanzleramt)

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtsgebiet

Zivilrecht

Rechtssatznummer

RS0128616

Entscheidungsdatum

22.04.2026

Rechtssatz

Für Schadenersatzansprüche gegen den Abschlussprüfer ist die Verjährungsfrist bei bloß fahrlässigem Verschulden eine objektive, von der Kenntnis des Schadens und Schädigers unabhängige Frist (so schon 1 Ob 35/12x), bei vorsätzlichem Fehlverhalten aber eine subjektive Frist.

Entscheidungstexte

  • 3 Ob 230/12p
    Entscheidungstext OGH 23.01.2013 3 Ob 230/12p
    Veröff: SZ 2013/3
  • 10 Ob 58/12w
    Entscheidungstext OGH 26.02.2013 10 Ob 58/12w
    Beisatz: Auf dem Boden der Dritthaftung aufgrund der Schutzwirkungen des Prüfungsvertrags zugunsten Dritter ist die Verjährungsfrage für den Bereich bloß fahrlässiger Schadensverursachung durch den Abschlussprüfer dahin zu lösen, dass die Verjährungsfrist des § 275 Abs 5 UGB sowohl bei Schäden der Gesellschaft als auch denen Dritter eine von Kenntnis des Schadens und Schädigers unabhängige objektive Frist ist, die ab Entstehen des Schadens zu laufen beginnt. (T1)
    Beisatz: Für die vorsätzliche Schadenszufügung im Sinn auch eines „einfachen“ Vorsatzes, ohne dass die Voraussetzungen der zweiten Variante des § 1489 Satz 2 ABGB vorliegen, ist die Verjährungsfrist aber eine subjektive. Es wäre sachlich nicht begründbar, dass dem vorsätzlich handelnden Abschlussprüfer die zeitliche Privilegierung in Gestalt einer kurzen objektiven Verjährungsfrist zugute kommen sollte. (T2)
    Beisatz: Bei der Frist des § 275 Abs 5 UGB handelt es sich um eine lex specialis zur allgemeinen Verjährungsvorschrift des § 1489 ABGB, die als objektive, von der Kenntnis des Schadens und des Schädigers unabhängige Frist nicht nur die kurze, sondern auch die lange Frist des § 1489 Satz 2 1. Variante ABGB verdrängt. (T3)
  • 10 Ob 56/12a
    Entscheidungstext OGH 26.02.2013 10 Ob 56/12a
    Beis wie T1; Beis wie T2; Beis wie T3
  • 3 Ob 231/12k
    Entscheidungstext OGH 20.02.2013 3 Ob 231/12k
  • 2 Ob 241/12y
    Entscheidungstext OGH 21.02.2013 2 Ob 241/12y
    Auch; Auch Beis wie T1; Beis wie T3; Auch Beis wie T2; Beisatz: Bei vorsätzlicher Pflichtverletzung des Abschlussprüfers ist der Beginn der fünfjährigen Verjährungsfrist daher nicht mit Entstehung des Schadens, sondern erst mit Kenntnis des Geschädigten von Schaden und Schädiger anzusetzen. (T4)
    Beisatz: Dies gilt auch im Fall der Dritthaftung eines vorsätzlich handelnden Abschlussprüfers. (T5)
  • 2 Ob 248/12b
    Entscheidungstext OGH 21.02.2013 2 Ob 248/12b
    Auch; Auch Beis wie T1; Beis wie T3; Auch Beis wie T2; Beis wie T4; Beis wie T5; Beisatz: Darauf, ob der Dritte Verbraucher ist, kommt es nicht an. § 275 Abs 5 UGB bildet die Analogiebasis für die Haftung gegenüber allen Dritten, die nicht anders zu behandeln sind als die geprüfte Gesellschaft selbst. (T6)
  • 2 Ob 250/12x
    Entscheidungstext OGH 21.02.2013 2 Ob 250/12x
    Auch; Beis wie T3; Vgl auch Beis wie T1; Beis wie T4; Beis wie T5; Auch Beis wie T2 nur: Für die vorsätzliche Schadenszufügung im Sinn auch eines „einfachen“ Vorsatzes, ohne dass die Voraussetzungen der zweiten Variante des § 1489 Satz 2 ABGB vorliegen, ist die Verjährungsfrist aber eine subjektive. (T7)
  • 2 Ob 233/12x
    Entscheidungstext OGH 21.02.2013 2 Ob 233/12x
    Auch; nur: Für Schadenersatzansprüche gegen den Abschlussprüfer ist die Verjährungsfrist eine objektive, von der Kenntnis des Schadens und Schädigers unabhängige Frist. (T8)
    Beis wie T3; Auch Beis wie T1
  • 7 Ob 225/12g
    Entscheidungstext OGH 27.03.2013 7 Ob 225/12g
    Auch Beis wie T1; Auch Beis wie T2; Auch Beis wie T3
  • 1 Ob 238/12z
    Entscheidungstext OGH 29.04.2013 1 Ob 238/12z
    Auch
  • 6 Ob 175/12x
    Entscheidungstext OGH 08.05.2013 6 Ob 175/12x
    Auch
  • 4 Ob 165/12m
    Entscheidungstext OGH 19.03.2013 4 Ob 165/12m
    Auch
  • 7 Ob 33/13y
    Entscheidungstext OGH 27.03.2013 7 Ob 33/13y
    Auch; Auch Beis wie T3; Beis wie T4; Beis wie T5
  • 9 Ob 13/13x
    Entscheidungstext OGH 29.05.2013 9 Ob 13/13x
    Auch; Beis wie T1; Beis wie T2; Beis wie T3; Beis wie T4
  • 2 Ob 169/12k
    Entscheidungstext OGH 14.03.2013 2 Ob 169/12k
    Auch; Auch Beis wie T5
  • 6 Ob 242/12z
    Entscheidungstext OGH 08.05.2013 6 Ob 242/12z
    Auch; Beis wie T3; Beis wie T4; Beis ähnlich wie T6
  • 9 Ob 60/12g
    Entscheidungstext OGH 24.04.2013 9 Ob 60/12g
    Auch; Beis wie T1; Beis wie T3; Beis wie T4; Beis wie T7
  • 4 Ob 234/12h
    Entscheidungstext OGH 19.03.2013 4 Ob 234/12h
    Auch; Ähnlich Beis wie T2; Beis wie T3; Beis wie T4; Beis wie T5
  • 6 Ob 243/12x
    Entscheidungstext OGH 28.08.2013 6 Ob 243/12x
    Auch
  • 6 Ob 252/12w
    Entscheidungstext OGH 09.09.2013 6 Ob 252/12w
    Auch
  • 9 Ob 24/13i
    Entscheidungstext OGH 27.08.2013 9 Ob 24/13i
    Auch; Beis wie T4
  • 6 Ob 16/13s
    Entscheidungstext OGH 24.10.2013 6 Ob 16/13s
    Vgl auch; Beisatz: Im Unternehmensgesetzbuch ist nur die Verjährungsfrist geregelt und der Fristbeginn offen gelassen, während § 11 Abs 7 KMG bezüglich des Fristbeginns objektiv an ein bestimmtes Ereignis anknüpft; eine Anknüpfung nach subjektiven Maßstäben scheidet somit bei § 11 Abs 7 KMG aus. (T9)
  • 4 Ob 145/21h
    Entscheidungstext OGH 28.09.2021 4 Ob 145/21h
    vgl; Beisatz wie T3
    Anm: Veröff: SZ 2021/89
  • 8 Ob 99/25d
    Entscheidungstext OGH Ordentliche Erledigung (Sachentscheidung) 22.04.2026 8 Ob 99/25d
    vgl; Beisatz wie T3

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:2013:RS0128616

Im RIS seit

12.04.2013

Zuletzt aktualisiert am

07.07.2026

Dokumentnummer

JJR_20130123_OGH0002_0030OB00230_12P0000_001