Rechtssatz RS0130775
Rechtstracker.at · Quelle: RIS (Bundeskanzleramt)
Rechtssatznummer
RS0130775
Entscheidungsdatum
22.10.2020
Rechtssatz
Die abstrakte Gefährdung einer unbestimmten Mehrzahl von Personen genügt (neben der räumlichen Ausdehnung des Feuers) für die Annahme einer Feuersbrunst; eine konkrete Gefährdung einer größeren Zahl von Personen ist hingegen nicht erforderlich.
Entscheidungstexte
- 15 Os 39/16y
Entscheidungstext OGH 25.05.2016 15 Os 39/16y
- 12 Os 125/16y
Entscheidungstext OGH 04.11.2016 12 Os 125/16y
Vgl auch
- 14 Os 21/17w
Entscheidungstext OGH 23.05.2017 14 Os 21/17w
Auch
- 12 Os 43/17s
Entscheidungstext OGH 22.06.2017 12 Os 43/17s
Auch; Beisatz: Zweiter Rechtsgang zu 12 Os 125/16y. (T1)
- 12 Os 86/18s
Entscheidungstext OGH 11.10.2018 12 Os 86/18s
Auch
- 12 Os 43/19v
Entscheidungstext OGH 09.05.2019 12 Os 43/19v
- 13 Os 24/20h
Entscheidungstext OGH 22.10.2020 13 Os 24/20h
Verstärkter Senat; Ausdrücklich gegenteilig; Beisatz: Bei Verwirklichung der ausdrücklich normierten Tatbestandsmerkmale des § 169 Abs 1 StGB wird die (mit Blick auf die Einordnung in den siebenten Abschnitt des Besonderen Teiles des StGB verlangte) Gefährdung ex lege unwiderleglich vermutet, womit dieser Tatbestand insoweit ein abstraktes Gefährdungsdelikt umschreibt. Zudem verlangt das Gesetz einen bestimmten Erfolg, nämlich das Entstehen einer Feuersbrunst (dazu RIS-Justiz RS0094826, RS0094944 und RS0105885), sodass § 169 Abs 1 StGB insgesamt eine Kombination aus (abstraktem) Gefährdungsdelikt und Erfolgsdelikt darstellt. (T2)
European Case Law Identifier (ECLI)
ECLI:AT:OGH0002:2016:RS0130775
Zuletzt aktualisiert am
14.12.2020
Dokumentnummer
JJR_20160525_OGH0002_0150OS00039_16Y0000_001