Rechtstracker.at · Quelle: RIS (Bundeskanzleramt)
Kurztitel
Kosmetik – Analysenverordnung
Kundmachungsorgan
BGBl. Nr. 95/1995Bundesgesetzblatt Nr. 95 aus 1995,
§/Artikel/AnlageParagraph/Artikel/Anlage
Anl. 26Anlage 26
Index
82/05 Lebensmittelrecht
Text
Anlage 26 NACHWEIS UND QUANTITATIVE BESTIMMUNG VON CHININ A. NACHWEIS
ZWECK UND ANWENDUNGSBEREICH
Diese Methode dient zum Nachweis von Chinin in Shampoos und Haarlotionen.
PRINZIP
Die Identifizierung erfolgt durch Dünnschichtchromatographie auf Kieselgel und durch Nachweis der intensiven Blaufluoreszenz des Chinins in saurem Milieu beim Betrachten im UV-Licht bei 360 nm. Zur Bestätigung kann diese Fluoreszenz nachträglich mit Bromdämpfen beseitigt und mit Ammoniakdämpfen eine gelbliche Fluoreszenz hervorgerufen werden.
REAGENZIEN
Alle Reagenzien müssen analysenrein sein.
Kieselgelplatten ohne Fluoreszenzindikator, Schichtdicke 0,25 mm, 20 cm x 20 cm
Fließmittelgemisch: Toluol – Diethylether – Dichlormethan – Diethylamin: 20 – 20 – 20 – 8 (v/v/v/v/)
(d
= 1,84)
Sprühreagenz: 5 ml Schwefelsäure (3.4) vorsichtig zu 95 ml Diethylether (3.5) in einem gekühlten Gefäß hinzufügen.
(d
= 1,90)
Standardlösung: etwa 100 mg Chinin (3.9) genau einwägen und mit Methanol (3.3) in einem Meßkolben auf 100 ml auffüllen.
Übliche Einrichtung für Dünnschichtchromatographie
Millipore-Filter FH 0,5

m oder gleichwertiges mit geeignetem Filtriergerät
Probenvorbereitung
Eine ausreichende Menge der Probe, die etwa 100 mg Chinin enthält, in einen 100-ml-Meßkolben genau einwägen und mit Methanol (3.3) auffüllen. Den Meßkolben verschließen und eine Stunde lang bei Zimmertemperatur im Ultraschallbad (4.2) lassen. Durch ein Filter (4.3) filtrieren und Filtrat für die Chromatographie benutzen.
Dünnschichtchromatographie
1

l Standardlösung (3.10) und 1

l Probelösung (5.1) auf eine Kieselgelplatte (3.1) auftragen. Die Platte in einem zuvor mit dem Fließmittelgemisch (3.2) gesättigten Gefäß 15 cm entwickeln lassen.
5.3.1.5 Punkt 3 Punkt eins
Platte bei Zimmertemperatur trocknen.
Platte eine Stunde lang bei Zimmertemperatur trocknen lassen.
Platte unter einer UV-Lampe bei

= 360 nm betrachten.
Chinin erscheint als intensiv fluoreszierender blauer Fleck
Die RF-Werte der wichtigsten Chinaalkaloide, die mit dem Fließmittelsystem 3.2 entwickelt wurden, sind als Beispiel in Tabelle I angegebenDie RF-Werte der wichtigsten Chinaalkaloide, die mit dem Fließmittelsystem 3.2 entwickelt wurden, sind als Beispiel in Tabelle römisch eins angegeben
TABELLE ITABELLE römisch eins |
Alkaloid | Rf |
Chinin | 0,20 |
Chinidin | 0,29 |
Cinchonin | 0,33 |
Cinchonidin | 0,27 |
Hydrochinidin | 0,17 |
| |
Zur weiteren Bestätigung des Vorhandenseins von Chinin wird die Platte etwa eine Stunde lang Bromdämpfen (3.7) ausgesetzt: die Fluoreszenz verschwindet. Wird die gleiche Platte Ammoniakdämpfen (3.8) ausgesetzt, so treten die Flecke mit Braunfärbung wieder auf; bei erneuter Betrachtung unter UV-Licht (360 nm) ist eine gelbliche Fluoreszenz festzustellen.
Nachweisgrenze: 0,1

g Chinin
B. QUANTITATIVE BESTIMMUNG
ZWECK UND ANWENDUNGSBEREICH
Diese Methode dient zur Bestimmung des Chinin und ist geeignet, bis zu 0,5 % (m/m) in Shampoos und 0,2 % (m/m) in Haarlotionen zu bestimmen.
DEFINITION
Der mit diesem Verfahren bestimmte Chiningehalt wird in Massenprozent (% m/m) des Erzeugnisses ausgedrückt.
PRINZIP
Nach geeigneter Vorbehandlung des zu untersuchenden Produktes wird die Bestimmung mit Hochdruckflüssigkeitschromatographie (HPCL) durchgeführt.
REAGENZIEN
Alle Reagenzien müssen analysenrein bzw. für HPLC geeignet sein.
Kaliumdihydrogenorthophosphat KH2PO4
(d
= 1,70)
Tetramethylammoniumbromid
Orthophosphorsäurelösung, 0,1 M : 11,53 g Orthophosphorsäure (4.3) in einem Meßkolben mit Wasser auf 1 000 ml auffüllen.
Kaliumdihydrogenorthophosphatlösung, 0,1 M : 13,6 g Kaliumdihydrogenorthophosphat (4.2) in einem Meßkolben mit Wasser auf 1 000 ml auffüllen.
Tetramethylammoniumbromidlösung, 0,1 M : 15,40 g Tetramethylammoniumbromid (4.4) in einem Meßkolben mit Wasser auf 1 000 ml auffüllen.
Fließmittel: Orthophosphorsäurelösung (4.7) – Kaliumdihydrogenorthophosphatlösung (4.8) – Tetramethylammoniumbromidlösung (4.9) – Wasser – Acetonitril (4.1) : 10 – 50 – 100 – 340 – 90 (v/v/v/v/v)
Die Zusammensetzung dieses Fließmittels kann verändert werden, um einen Auflösungsfaktor R

1,5 zu erhalten.

R1 und R2 | = | Retentionszeiten von 2 Peaks in min |
W1 und W2 | = | Breite derselben Peaks bei halber Höhe in mm |
d' | = | Papiervorschub in mm/min |
| | |
Octadecylsilan, chemisch gebunden an Kieselgel, 10

m
Standardlösungen: In eine Reihe von 100 ml Meßkolben etwa 5,0; 10,0; 15,0 bzw. 20,0 mg wasserfreies Chinin (4.5) genau einwägen. Mit Methanol (4.6) auffüllen und bis zur Auflösung des Chinins umrühren. Jede Lösung durch ein 0,5

m Filter (5.5) filtrieren.
Flüssigchromatograph mit UV-Detektor mit variabler Wellenlänge
Edelstahlsäule Länge: 25 cm
Innendurchmesser: 4,6 mm
Säulenfüllung: Octadecylsilan (4.11)
Millipore-Filter, FH 0,5

m oder gleichwertiges mit geeignetem Filtriergerät
Probenvorbereitung
In einen 100-ml-Meßkolben eine Probenmenge, die etwa 10 mg wasserfreies Chinin enthält, genau einwägen. Mit etwa 20 ml Methanol (4.6) versetzen und den Kolben 20 Minuten lang in das Ultraschallbad (5.2) stellen. Mit Methanol (4.6) zum Volumen auffüllen. Einen aliquoten Teil durch ein Filter (5.5) filtrieren.
Chromatographiebedingungen
Durchfluß der mobilen Phase (4.10): 1,0 ml/min Detektionswellenlänge (5.3): 332 nm eingespritzte Menge: 10

l Lösung (6.1) – Messung der Peakfläche
Eichgerade
Mindestens dreimal 10

l von jeder der Standardlösungen (4.12) einspritzen, die Peakflächen messen und bei jeder Konzentration die Mittelwerte berechnen. Eichgerade zeichnen.
Anhand der Eichgeraden (6.3) mit Hilfe der Peakfläche die Menge wasserfreies Chinin – ausgedrückt in

g – in dem eingespritzten Volumen (6.2) bestimmen.
Den Gehalt an wasserfreiem Chinin in Massenprozent der untersuchten Probe nach folgender Formel berechnen:

dabei ist
B = Menge wasserfreies Chinin in

g in 10

l Filtrat (6.1)
A = Masse der Probe (6.1) in g
WIEDERHOLBARKEIT (1)
Bei einem Gehalt von 0,5 % (m/m) an wasserfreiem Chinin darf die Differenz zwischen den Ergebnissen zweier Messungen, die parallel an derselben Probe vorgenommen wurden, 0,02 % nicht überschreiten. Bei einem Gehalt von 0,2 % (m/m) an wasserfreiem Chinin darf die Differenz zwischen den Ergebnissen zweier Messungen, die parallel an derselben Probe vorgenommen wurden, 0,01 % nicht überschreiten.
____________
(1) Nach der Norm ISO 5725.
Zuletzt aktualisiert am
09.05.2017
Dokumentnummer
NOR12138670
Alte Dokumentnummer
N8199547977J