Rechtssatz RS0014368
Rechtstracker.at · Quelle: RIS (Bundeskanzleramt)
Rechtssatznummer
RS0014368
Entscheidungsdatum
20.11.2023
Rechtssatz
Ob ein Bestandobjekt eine wirtschaftliche Einheit bilden soll und daher als einheitlich anzusehen ist, bzw. ob mehrere in einem Vertrag in Bestand gegebene Sachen eine einheitliche Bestandsache bilden, hängt in erster Linie vom Parteiwillen ab. Objektive Gemeinsamkeit = Zusammenlegung aller Bestandobjekte zu einer Ehewohnung lässt einen Schluss auf die Parteiabsicht zu.
Entscheidungstexte
- 8 Ob 629/91
Entscheidungstext OGH 31.10.1991 8 Ob 629/91
- 5 Ob 189/06i
Entscheidungstext OGH 29.08.2006 5 Ob 189/06i
- 5 Ob 144/08z
Entscheidungstext OGH 26.08.2008 5 Ob 144/08z
Vgl; Beisatz: Auch wenn mehrere Bestandobjekte in mehreren Verträgen in Bestand gegeben wurden, ist diese Frage in erster Linie nach dem Parteiwillen beim Vertragsabschluss zu beurteilen. (T1)
Beisatz: Objektive Gemeinsamkeit (im Sinn gegenseitigen Erforderlichseins oder Nützlichseins), die sukzessive Abschließung von Verträgen zu verschiedenen Zeitpunkten, die gesonderte Mietzinsvereinbarung, aber auch der Umstand, dass in den Verträgen nicht festgehalten wurde, das neu hinzugemietete Bestandobjekt solle eine Einheit mit den bereits angemieteten Teilen bilden, stellen bloße Indizien für das Vorliegen oder Nichtvorliegen einer einheitlichen Bestandsache dar. (T2)
Beisatz: Überhaupt stellt die Lösung der Frage, ob mehrere in Bestand gegebene Objekte eine einheitliche Bestandsache bilden, wegen der Einzelfallbezogenheit keine erhebliche Rechtsfrage im Sinn des § 502 Abs 1 ZPO dar. (T3)
- 3 Ob 135/11s
Entscheidungstext OGH 24.08.2011 3 Ob 135/11s
Auch; Beis ähnlich wie T2; Beis wie T3
- 1 Ob 8/13b
Entscheidungstext OGH 07.03.2013 1 Ob 8/13b
Auch; Beis wie T1; Beis wie T2
- 1 Ob 198/13v
Entscheidungstext OGH 21.11.2013 1 Ob 198/13v
Vgl auch; Beis wie T1; Beis wie T2; Beis wie T3
- 7 Ob 30/14h
Entscheidungstext OGH 21.05.2014 7 Ob 30/14h
Auch
- 9 Ob 66/14t
Entscheidungstext OGH 29.10.2014 9 Ob 66/14t
Auch; nur: Ob mehrere in einem Vertrag in Bestand gegebene Sachen eine einheitliche Bestandsache bilden, hängt vom Parteiwillen ab. (T4)
Beisatz: Nichts anderes kann gelten, wenn von vornherein nur eine einzige Sache in Bestand gegeben wurde, die nachträglich real geteilt wird. (T5)
- 4 Ob 83/15g
Entscheidungstext OGH 19.05.2015 4 Ob 83/15g
Auch
- 5 Ob 34/16k
Entscheidungstext OGH 29.09.2016 5 Ob 34/16k
Auch
- 8 Ob 28/18b
Entscheidungstext OGH 29.05.2018 8 Ob 28/18b
- 4 Ob 178/22p
Entscheidungstext OGH 18.10.2022 4 Ob 178/22p
nur T4; Beis wie T1; Beis wie T2; Beis wie T3
- 6 Ob 192/23p
Entscheidungstext OGH Zurückweisung mangels erheblicher Rechtsfrage 20.11.2023 6 Ob 192/23p
vgl
European Case Law Identifier (ECLI)
ECLI:AT:OGH0002:1991:RS0014368
Zuletzt aktualisiert am
08.01.2024
Dokumentnummer
JJR_19911031_OGH0002_0080OB00629_9100000_001