Rechtssatz RS0038631
Rechtstracker.at · Quelle: RIS (Bundeskanzleramt)
Rechtssatznummer
RS0038631
Entscheidungsdatum
07.03.2006
Rechtssatz
Das in Ausübung unmittelbarer verwaltungsbehördlicher Befehlsgewalt und Zwangsgehalt gegen eine bestimmte Person ("faktische Amtshandlung") erfolgte schädigende Organhandeln ist jenem Rechtsträger zuzurechnen, in dessen funktionellen Bereich das betreffende Organ tätig war. Bei der Beurteilung der Frage, welchem Rechtsträger danach ein solches Handels zuzurechnen ist, kommt es auf den äußeren Tatbestand bzw den äußeren Anschein der vorgenommenen Handlung und insbesondere auf die von den handelnden Organen abgegebenen Erklärungen an.
Entscheidungstexte
- 1 Ob 41/81
Entscheidungstext OGH 18.11.1981 1 Ob 41/81
Veröff: SZ 54/171 = JBl 1982,434 = ZVR 1982/200 S 196
- 1 Ob 7/86
Entscheidungstext OGH 14.05.1986 1 Ob 7/86
Veröff: SZ 59/83 = JBl 1986,728 = ZfRV 1987,72
- 1 Ob 4/95
Entscheidungstext OGH 17.10.1995 1 Ob 4/95
Veröff: SZ 68/190
- 1 Ob 3/96
Entscheidungstext OGH 04.06.1996 1 Ob 3/96
nur: Das schädigende Organhandeln ist jenem Rechtsträger zuzurechnen, in dessen funktionellen Bereich das betreffende Organ tätig war. (T1) Beisatz: Es kommt nicht darauf an, wessen Organ (organisatorisch) der angeblich Schuldtragende war. (T2) Veröff: SZ 69/133
- 1 Ob 257/05h
Entscheidungstext OGH 07.03.2006 1 Ob 257/05h
Vgl auch; Beisatz: Eine Rechtsträgerstellung gemäß §1 Abs3 AHG des bloß nach organisatorischen Gesichtspunkten in Anspruch Genommenen setzt eine Rechtsträgereigenschaft gemäß § 1 Abs1 AHG nach zumindest einem funktionellen Zurechnungskriterium voraus. (T3); Beisatz: Hier: Bundeswertpapieraufsicht (BWA) und Finanzmarktaufsichtsbehörde (FMA). (T4); Veröff: SZ 2006/32
European Case Law Identifier (ECLI)
ECLI:AT:OGH0002:1981:RS0038631
Zuletzt aktualisiert am
09.07.2008
Dokumentnummer
JJR_19811118_OGH0002_0010OB00041_8100000_001