Rechtssatz RS0073398
Rechtstracker.at · Quelle: RIS (Bundeskanzleramt)
Rechtssatznummer
RS0073398
Geschäftszahl
9Os43/81; 10Os124/85; 12Os138/86; 12Os16/13i (12Os17/13m, 12Os18/13h, 12Os19/13f, 12Os20/13b)
Entscheidungsdatum
04.07.2013
Norm
ARHG §70 Abs1 Z1
Eur Auslieferungsübk Art14 Abs1 litb
StPO §180 Abs5
Rechtssatz
Das Verstreichen der Schutzfrist von fünfundvierzig Tagen durchbricht nur dann das Prinzip der Spezialität der Auslieferung, wenn der Ausgelieferte sowohl die tatsächliche als auch die rechtliche Möglichkeit hatte, Österreich zu verlassen. Diese Voraussetzung ist jedenfalls dann nicht erfüllt, wenn dem Ausgelieferten durch gerichtliche Weisungen, infolge eines Gelöbnisses oder durch eine auferlegte Kautionssumme die rechtliche Befugnis, Österreich zu verlassen, fehlt.
Entscheidungstexte
- 9 Os 43/81
Entscheidungstext OGH 29.09.1981 9 Os 43/81
Veröff: EvBl 1982/74 S 240 = SSt 52/49
- 10 Os 124/85
Entscheidungstext OGH 29.10.1985 10 Os 124/85
Beisatz: Bei Enthaftung gegen Gelöbnis nach § 180 Abs 5 Z 1 StPO sowie gegen Weisungen gemäß § 180 Abs 5 Z 3 und Z 4 StPO kann weder von einer "endgültigen Freilassung" im Sinne des Art 14 Abs 1 lit b Eur Auslieferungsabk noch von einer ihr nach Art VII Abs 1 des Zusatzvertrages zwischen der Republik Österreich und der BRD vom 21.01.1972, BGBl 1977/35, gleichstehenden Freilassung ohne eine die Bewegungsfreiheit einschränkende Anordnung noch davon gesprochen werden, daß der ausgelieferte Angeklagte darnach der Gebiet der Republik Österreich verlassen durfte (§ 70 Abs 1 Z 1 ARHG). (T1) Veröff: JBl 1986,401 (Liebscher) = ZfRV 1986,54
- 12 Os 138/86
Entscheidungstext OGH 04.12.1986 12 Os 138/86
- 12 Os 16/13i
Entscheidungstext OGH 04.07.2013 12 Os 16/13i
European Case Law Identifier (ECLI)
ECLI:AT:OGH0002:1981:RS0073398
Zuletzt aktualisiert am
04.10.2013
Dokumentnummer
JJR_19810929_OGH0002_0090OS00043_8100000_001