Rechtssatz RS0079242
Rechtstracker.at · Quelle: RIS (Bundeskanzleramt)
Rechtssatznummer
RS0079242
Entscheidungsdatum
03.04.2019
Norm
ABGB §140 Abs2 Ab
ABGB idF KindNamRÄG 2013 §231 Abs2 Ab
Rechtssatz
Das Gesetz stellt nur auf die tatsächliche Betreuung des Kindes ab; wem die Obsorge zukommt ist selbst dann irrelevant, wenn sich das Kind gegen seinen Willen rechtswidrig im Haushalt des anderen Elternteiles befindet.
Entscheidungstexte
- 3 Ob 540/95
Entscheidungstext OGH 11.10.1995 3 Ob 540/95
- 3 Ob 524/95
Entscheidungstext OGH 21.12.1995 3 Ob 524/95
- 3 Ob 72/97b
Entscheidungstext OGH 26.03.1997 3 Ob 72/97b
- 1 Ob 361/97p
Entscheidungstext OGH 25.11.1997 1 Ob 361/97p
- 3 Ob 290/98p
Entscheidungstext OGH 16.12.1998 3 Ob 290/98p
- 2 Ob 196/02s
Entscheidungstext OGH 05.12.2002 2 Ob 196/02s
Vgl auch; Beisatz: Der Auszug des Kindes aus dem elterlichen Haushalt vernichtet daher seinen Unterhaltsanspruch grundsätzlich nicht. (T1)
Beisatz: Solange über die Zuteilung der Obsorge noch nicht entschieden ist, kann kein Elternteil unter Hinweis, das Kind befinde sich gegen seinen Willen beim anderen Elternteil, Unterhaltsleistungen verweigern. (T2)
- 5 Ob 157/12t
Entscheidungstext OGH 14.02.2013 5 Ob 157/12t
Vgl auch
- 10 Ob 56/16g
Entscheidungstext OGH 11.11.2016 10 Ob 56/16g
Beisatz: Beim Geldunterhaltsanspruch handelt es sich um einen eigenen Anspruch des Kindes, der nicht durch das (rechtswidrige) Verhalten eines Elternteils geschmälert wird oder gar gänzlich erlischt. (T3)
- 1 Ob 13/19x
Entscheidungstext OGH 03.04.2019 1 Ob 13/19x
Vgl; Beis wie T3; Beisatz: Hier: Zum „betreuungsrechtlichen Unterhaltsmodell“. Maßgeblich für die Beurteilung des Ausmaßes der Betreuung ist regelmäßig die tatsächliche Betreuung im einzelnen Kalenderjahr. (T4)
European Case Law Identifier (ECLI)
ECLI:AT:OGH0002:1995:RS0079242
Zuletzt aktualisiert am
22.11.2019
Dokumentnummer
JJR_19951011_OGH0002_0030OB00540_9500000_001