Rechtssatz RS0086360
Rechtstracker.at · Quelle: RIS (Bundeskanzleramt)
Rechtssatznummer
RS0086360
Entscheidungsdatum
24.11.1992
Norm
FinStrG §25 Abs3
StGB §42
Rechtssatz
Unbewußte Fahrlässigkeit (= geringe Schuld) und ein Verkürzungsbetrag
von weniger als dreitausend Schilling (= unbedeutende Folgen der Tat)
rechtfertigen mangelnde Strafwürdigkeit der Abgabenhehlerei auch bei mehrjähriger Deliquenz (kein Strafbedürfnis aus Gründen der Spezialprävention im Hinblick auf die unbewußte Fahrlässigkeit).
Entscheidungstexte
- 11 Os 37/83
Entscheidungstext OGH 25.05.1983 11 Os 37/83
- 12 Os 26/83
Entscheidungstext OGH 30.06.1983 12 Os 26/83
Vgl auch
- 9 Os 34/83
Entscheidungstext OGH 13.09.1983 9 Os 34/83
Vgl auch
- 9 Os 58/84
Entscheidungstext OGH 07.05.1984 9 Os 58/84
Vgl auch
- 15 Os 119/87
Entscheidungstext OGH 27.10.1987 15 Os 119/87
Vgl aber; nur: Ein Verkürzungsbetrag von weniger als dreitausend Schilling (= unbedeutende Folgen der Tat) rechtfertigen mangelnde Strafwürdigkeit der Abgabenhehlerei. (T1) Beisatz: Auch im Finanzstrafrecht kann sich die Beurteilung, was unter unbedeutenden Folgen zu verstehen ist, nicht wesentlich von den für Vermögensdelikten entwickelten Kriterien entfernen. (T2) Veröff: SSt 58/80
- 14 Os 136/92
Entscheidungstext OGH 24.11.1992 14 Os 136/92
Vgl; Beisatz: Auch wenn es sich nicht um ein Vermögensdelikt, sondern um Angriffe gegen die Finanzhoheit des Staates handelt (SSt 45/22), kann sich angesichts der Verweisung des FinStrG auf § 42 StGB die Beurteilung, was unter unbedeutenden Folgen zu verstehen ist, auch im Finanzstrafrecht nicht wesentlich von den für Vermögensdelikte entwickelten Kriterien entfernen. (T3)
European Case Law Identifier (ECLI)
ECLI:AT:OGH0002:1983:RS0086360
Dokumentnummer
JJR_19830525_OGH0002_0110OS00037_8300000_001