Rechtssatz RS0088919
Rechtstracker.at · Quelle: RIS (Bundeskanzleramt)
Rechtsgebiet
Zivilrecht, Strafrecht
Rechtssatznummer
RS0088919
Entscheidungsdatum
02.09.2005
Rechtssatz
Gesetzesmaterialien verlieren eine eigenständige Bedeutung als Mittel der Gesetzesinterpretation jedenfalls dort, wo sich der Sinn des Gesetzes aus diesem selbst klar ergibt. Das muß insbesondere dann gelten, wenn der unmittelbar aus dem Gesetzeswortlaut und aus seinen erkennbaren Grundzügen deutlich abzuleitenden ratio legis in den Gesetzesmaterialien widersprochen wird. Denn den Gesetzesmaterialien kommt nicht eine Bedeutung zu, die sie dem Gesetz gleichstellt oder im Ergebnis sogar diesem überordnet. Ein Ausgehen von ihnen ohne Rücksicht auf den Gesetzestext wäre nicht mehr Auslegung des Gesetzes.
Entscheidungstexte
- 13 Os 64/75
Entscheidungstext OGH 29.07.1975 13 Os 64/75
Verstärkter Senat; Veröff: EvBl 1975/268 S 609 = RZ 1975/94 S 203 (siehe Nowakowski, 192 Eine Entscheidungsbesprechung) = SSt 46/40
- 15 Os 94/88
Entscheidungstext OGH 02.08.1988 15 Os 94/88
nur: Gesetzesmaterialien verlieren eine eigenständige Bedeutung als Mittel der Gesetzesinterpretation jedenfalls dort, wo sich der Sinn des Gesetzes aus diesem selbst klar ergibt. (T1) Veröff: EvBl 1988/147 S 730 = RZ 1988/59 S 260 = AnwBl 1989,98 (kritisch Graff)
- 12 Os 74/89
Entscheidungstext OGH 21.09.1989 12 Os 74/89
nur T1; Veröff: EvBl 1990/19 S 88 = RZ 1990/22 S 50 = SSt 60/60
- 13 Os 81/93
Entscheidungstext OGH 05.10.1994 13 Os 81/93
Verstärkter Senat; nur T1; Veröff: RZ 1995/11 S 41
- 9 ObA 49/04b
Entscheidungstext OGH 15.09.2004 9 ObA 49/04b
nur: Den Gesetzesmaterialien kommt nicht eine Bedeutung zu, die sie dem Gesetz gleichstellt oder im Ergebnis sogar diesem überordnet. (T2); Veröff: SZ 2004/138
- 7 Ob 189/05b
Entscheidungstext OGH 02.09.2005 7 Ob 189/05b
nur T2
European Case Law Identifier (ECLI)
ECLI:AT:OGH0002:1975:RS0088919
Dokumentnummer
JJR_19750729_OGH0002_0130OS00064_7500000_002