Rechtssatz RS0092098
Rechtstracker.at · Quelle: RIS (Bundeskanzleramt)
Rechtssatznummer
RS0092098
Geschäftszahl
15Os74/89 (15Os75/89); 15Os130/07t; 11Os6/08d (11Os7/08a, 11Os8/08y, 11Os9/08w, 11Os10/08t); 12Os78/08z (12Os79/08x, 12Os80/08v); 12Os49/08k (12Os50/08g)
Entscheidungsdatum
17.07.2008
Rechtssatz
Gerichtsanhängigkeit nach § 58 Abs 3 Z 2 StGB tritt mit der ersten, einen richterlichen Willen zur strafrechtlichen Verfolgung einer bestimmten Person als Täter dokumentierenden gerichtlichen Maßnahme ein (SSt 52/4 = ÖJZ-LSK 1981/68), wozu zwar nicht eine - wenngleich auf richterliche Anordnung erfolgte - Registereintragung zählt (RZ 1981/29; EvBl 1979/18; SSt 49/51 = JBl 1978,547 ua), wohl aber die Beischaffung einer Strafregisterauskunft über den Verdächtigen (RZ 1981/29), die Einholung eines Sachverständigengutachtens (JBl 1978,547; ÖJZ-LSK 1977/244, 1978/164) und die Ladung von Zeugen (JBl 1978/164 = ÖJZ-LSK 1978/164).Gerichtsanhängigkeit nach Paragraph 58, Absatz 3, Ziffer 2, StGB tritt mit der ersten, einen richterlichen Willen zur strafrechtlichen Verfolgung einer bestimmten Person als Täter dokumentierenden gerichtlichen Maßnahme ein (SSt 52/4 = ÖJZ-LSK 1981/68), wozu zwar nicht eine - wenngleich auf richterliche Anordnung erfolgte - Registereintragung zählt (RZ 1981/29; EvBl 1979/18; SSt 49/51 = JBl 1978,547 ua), wohl aber die Beischaffung einer Strafregisterauskunft über den Verdächtigen (RZ 1981/29), die Einholung eines Sachverständigengutachtens (JBl 1978,547; ÖJZ-LSK 1977/244, 1978/164) und die Ladung von Zeugen (JBl 1978/164 = ÖJZ-LSK 1978/164).
Entscheidungstexte
- 15 Os 74/89
Entscheidungstext OGH 19.07.1989 15 Os 74/89
- 15 Os 130/07t
Entscheidungstext OGH 17.12.2007 15 Os 130/07t
Vgl auch; Beisatz: Die Einholung eines DNA-Gutachtens von Spuren eines unbekannten Täters bewirkt keine Gerichtsanhängigkeit. Das DNA-Merkmalsmuster eines Menschen stellt zwar ein bis zur Unverwechselbarkeit reichendes, spezifisches Identifikationsmerkmal dar, ist aber, wenn kein biologisches Vergleichsmaterial vorliegt, nicht geeignet, dem Spurenverursacher eine bestimmte Person zuzuordnen oder deren Identität festzustellen. (T1)
- 11 Os 6/08d
Entscheidungstext OGH 26.02.2008 11 Os 6/08d
Vgl auch; Beisatz: Die Zeit der Anhängigkeit des Verfahrens bei der Staatsanwaltschaft ohne Befassung des Gerichts hatte vor der am l. Jänner 2008 in Kraft getretenen Änderung der Bestimmung des § 58 Abs 3 Z 2 StGB durch BGBl I 93/2007 (vgl dessen Art II Z 2 lit a und Art V) auf die Verfolgungsverjährung keinen Einfluss (WK-StGB - 2 § 58 Rz 25). (T2)
- 12 Os 49/08k
Entscheidungstext OGH 19.06.2008 12 Os 49/08k
Vgl; Beisatz: Die befassten Bezirksgerichte beschränkten sich bis zum Eintritt der Verjährung jeweils darauf, Befangenheiten geltend zu machen und Entscheidungen darüber zu erwirken. Es wurden jedoch keine strafgerichtlichen Aktivitäten gesetzt, welche die Verjährungsfrist nach § 58 Abs 3 StGB (aF) zu verlängern geeignet waren. (T4)
- 12 Os 78/08z
Entscheidungstext OGH 17.07.2008 12 Os 78/08z
Beisatz: Im Rahmen der Hauptverhandlung erfolgte Vernehmung als Beschuldigte gemäß § 58 Abs 3 Z 2 StGB in der seit 1. Jänner 2008 geltenden Fassung (Art II Z 2 lit a BGBl I 2007/93) hemmt den Fortlauf der Verjährungsfrist. Diese Bestimmung ist nach der ratio legis insoweit im Sinn einer hinreichenden Bedingung zu verstehen, sodass schon die Vernehmung im Ermittlungsverfahren (§§ 164, 165 StPO), umso mehr also jene im Rahmen der Hauptverhandlung (§ 245 [§§ 302 Abs 1, 447, 488 Abs 1] StPO) die Fortlaufhemmung bewirkt. (T3)
European Case Law Identifier (ECLI)
ECLI:AT:OGH0002:1989:RS0092098
Zuletzt aktualisiert am
25.09.2008
Dokumentnummer
JJR_19890719_OGH0002_0150OS00074_8900000_001