Rechtssatz RS0096220
Rechtstracker.at · Quelle: RIS (Bundeskanzleramt)
Rechtssatznummer
RS0096220
Entscheidungsdatum
28.06.2022
Rechtssatz
Die Abgrenzung der Hoheitsverwaltung von der Wirtschaftsverwaltung ist nicht nach formal-organisatorischen, sondern auf Grund materiell-inhaltlicher Merkmale vorzunehmen, dh es muß beim einzelnen Vollzugsakt unterschieden werden, ob er nach seiner Zweckbestimmung die Ausübung hoheitlicher Gewalt ist oder ob es sich um eine Tätigkeit jenseits der Grenzen Hoheitlicher Machtausübung handelt (so schon 13 Os 170/83 = ÖJZ-LSK 1984/68).
Entscheidungstexte
- 13 Os 15/84
Entscheidungstext OGH 23.05.1984 13 Os 15/84
Veröff: SSt 55/34 = EvBl 1985/42 S 188 = JBl 1985,55 (Anmerkung Liebscher) = RZ 1984/97 S 284 (Anmerkung Kienapfel)
- 13 Os 114/92
Entscheidungstext OGH 18.11.1992 13 Os 114/92
Vgl auch; Veröff: JBl 1994,266 (Bertel)
- 13 Os 96/92
Entscheidungstext OGH 08.01.1993 13 Os 96/92
Vgl auch
- 15 Os 123/93
Entscheidungstext OGH 16.09.1993 15 Os 123/93
Vgl auch
- 15 Os 85/93
Entscheidungstext OGH 19.08.1993 15 Os 85/93
Vgl auch; Veröff: JBl 1994,765
- 17 Os 34/15a
Entscheidungstext OGH 06.06.2016 17 Os 34/15a
Vgl aber; Beisatz: Ein Akt der Hoheitsverwaltung liegt dann vor, wenn der Staat (das für ihn handelnde Organ) zur Erreichung seiner Ziele die ihm auf Grund seiner spezifischen Macht gegebene einseitige Anordnungsbefugnis gebraucht, demnach als Träger dieser besonderen Befehls‑ und Zwangsgewalt (imperium) auftritt. Hoheitliches Verwaltungshandeln kommt insbesondere im Einsatz bestimmter Rechtsformen (Verordnung, Bescheid, Akt unmittelbarer verwaltungsbehördlicher Befehls‑ und Zwangsgewalt, im Innenverhältnis auch Weisung) zum Ausdruck. Darüber hinaus ist auch Verwaltungshandeln, das selbst nicht normativer Art ist, sondern in tatsächlichen Verrichtungen oder Privaten zur Verfügung stehenden Rechtsformen in Erscheinung tritt, (schlichte) Hoheitsverwaltung, wenn es im Zusammenhang mit Hoheitsakten steht, diese also vorbereitet, begleitet oder umsetzt. (T1)
- 14 Os 20/22f
Entscheidungstext OGH 28.06.2022 14 Os 20/22f
Vgl; Beisatz: Maßgeblich für die Beurteilung, ob ein Beamter "in Vollziehung der Gesetze" gehandelt hat, ist nicht dessen grundsätzliche Befugnis, auch Hoheitsakte zu setzen, sondern das inkriminierte Verhalten im konkreten Einzelfall. (T2)
European Case Law Identifier (ECLI)
ECLI:AT:OGH0002:1984:RS0096220
Zuletzt aktualisiert am
23.08.2022
Dokumentnummer
JJR_19840523_OGH0002_0130OS00015_8400000_002