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Rechtssatz RS0096527×

Rechtssatz RS0096527

Rechtstracker.at · Quelle: RIS (Bundeskanzleramt)

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtsgebiet

Strafrecht

Rechtssatznummer

RS0096527

Geschäftszahl

12Os56/82 (12Os57/82); 13Os62/84; 11Os22/86; 14Os67/02; 11Os45/23m

Entscheidungsdatum

13.06.2023

Rechtssatz

Verleumdung ist ein "zusammengesetztes Delikt", das neben dem Schutz verzichtbarer Individualrechte (wie Ehre, Freiheit und Vermögen des Verleumdeten) auch den Schutz der Strafrechtspflege, mithin eines unverzichtbaren Universalrechtsgutes zum Gegenstand hat vergleiche Leukauf - Steininger 2.Auflage, RN 1 zu Paragraph 297,; Foregger - Serini, MKK 2.Auflage, Erläuterung römisch eins zu Paragraph 297,), mag hiebei auch dem Schutz des Verleumdeten erhöhte Bedeutung zukommen (Pallin in WK RN römisch eins zu Paragraph 297,) - was sich auch aus dem höheren Strafsatz des Paragraph 297, Absatz eins, StGB ergibt, der sich auf die größere Gefahr für den Verleumdeten bezieht -, so steht doch zufolge der systematischen Einordnung des Paragraph 297, StGB in den 21.Abschnitt des Besonderen Teiles des Strafgesetzbuches der Schutz der Strafrechtspflege, mithin eines Universalrechtsgutes, auf das der einzelne nicht verzichten kann, im Vordergrund (Burgstaller, RZ 1977,2; Leukauf - Steininger 2.Auflage, RN 1 zu Paragraph 297,). Deshalb kann der von einem Teil des Schrifttums vergleiche Zipf, RZ 1976,192 ff; Pallin aaO RN 2 zu Paragraph 297,) und in den Entscheidungen SSt 47/19 (= JBl 1976,549) und 13 Os 66/76 vertretenen Auffassung, die Zustimmung des zu Unrecht Verdächtigten schließe die Anwendung des Paragraph 297, StGB aus, nicht gefolgt werden (in diesem Sinne auch Liebscher, JBl 1976,569, JBl 1976,570; Burgstaller, RZ 1977,1 ff; Foregger - Serini MKK 2.Auflage Erläuterung römisch sechs zu Paragraph 297,; Leukauf - Steininger 2.Auflage, RN 38, 39 zu Paragraph 3,). Die Einwilligung des falsch Verdächtigten in seine Verleumdung vermag demnach den Verleumder weder zu rechtfertigen noch sonst dessen Strafbarkeit auszuschließen; auch wer mit Zustimmung des Betroffenen diesen (wissentlich) falsch verdächtigt und ihn solcherart der Gefahr behördlicher Verfolgung aussetzt, haftet nach Paragraph 297, Absatz eins, StGB.

Entscheidungstexte

  • 12 Os 56/82
    Entscheidungstext OGH 19.05.1982 12 Os 56/82
    Veröff: SSt 53/29 = JBl 1982,607 = EvBl 1982/192 S 642
  • 13 Os 62/84
    Entscheidungstext OGH 10.05.1984 13 Os 62/84
    Vgl auch; nur: Individualrechte (wie Ehre, Freiheit und Vermögen des Verleumdeten) auch den Schutz der Strafrechtspflege. (T1) Veröff: SSt 55/31 = JBl 1985,118
  • 11 Os 22/86
    Entscheidungstext OGH 30.09.1986 11 Os 22/86
    nur: Die Einwilligung des falsch Verdächtigten in seine Verleumdung vermag demnach den Verleumder weder zu rechtfertigen noch sonst dessen Strafbarkeit auszuschließen; auch wer mit Zustimmung des Betroffenen diesen (wissentlich) falsch verdächtigt und ihn solcherart der Gefahr behördlicher Verfolgung aussetzt, haftet nach § 297 Abs 1 StGB. (T2)
  • 14 Os 67/02
    Entscheidungstext OGH 25.06.2002 14 Os 67/02
    Vgl auch
  • 11 Os 45/23m
    Entscheidungstext OGH 13.06.2023 11 Os 45/23m
    vgl; nur T1

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1982:RS0096527

Im RIS seit

19.05.1982

Zuletzt aktualisiert am

12.07.2023

Dokumentnummer

JJR_19820519_OGH0002_0120OS00056_8200000_001