Rechtssatz RS0100562
Rechtstracker.at · Quelle: RIS (Bundeskanzleramt)
Rechtssatznummer
RS0100562
Entscheidungsdatum
04.03.2025
Rechtssatz
Der Schwurgerichtshof ist zwar bei der Fragestellung an die Anklageschrift gebunden, muss aber den Anklagetenor in der Hauptfrage nicht wortgetreu wiedergeben. Abweichungen der Hauptfrage vom Anklagetenor durch Aufnahme eines bloß in der Begründung der Anklage erwähnten Tatumstandes, die nur der Konkretisierung, dh der deutlicheren Bezeichnung der Tat dienen und weder den gesetzlichen Tatbestand noch die Identität der Tat berühren, sind somit zulässig.
Entscheidungstexte
- 11 Os 61/95
Entscheidungstext OGH 25.07.1995 11 Os 61/95
- 11 Os 147/03
Entscheidungstext OGH 18.05.2004 11 Os 147/03
Auch; Beisatz: Im Anklagesatz übergangene gesetzliche Merkmale der strafbaren Handlung sind vielmehr in die Frage aufzunehmen und auch für eine ausreichende Individualisierung und Konkretisierung nach Maßgabe der Beweisergebnisse dann Sorge zu tragen, wenn diesen Erfordernissen in der Anklageschrift nicht entsprochen wurde (vgl WK-StPO § 312 Rz 15). (T1)
- 15 Os 12/06p
Entscheidungstext OGH 16.03.2006 15 Os 12/06p
Vgl auch; Beis wie T1
- 15 Os 120/06w
Entscheidungstext OGH 12.12.2006 15 Os 120/06w
Auch; Beis wie T1
- 11 Os 126/10d
Entscheidungstext OGH 19.10.2010 11 Os 126/10d
Auch
- 15 Os 9/25z
Entscheidungstext OGH 04.03.2025 15 Os 9/25z
vgl
European Case Law Identifier (ECLI)
ECLI:AT:OGH0002:1995:RS0100562
Zuletzt aktualisiert am
02.05.2025
Dokumentnummer
JJR_19950725_OGH0002_0110OS00061_9500000_001