Rechtssatz RS0107664
Rechtstracker.at · Quelle: RIS (Bundeskanzleramt)
Rechtssatznummer
RS0107664
Entscheidungsdatum
02.02.2022
Rechtssatz
Wird ein rufschädigendes Schreiben (hier: Vorwurf der Steuerhinterziehung durch Vorstand eines Forschungsinstitutes) an einen für den behaupteten Sachverhalt nicht zuständigen Bundesminister gerichtet, liegt der Ausnahmetatbestand des § 1330 Abs 2 Satz 3 ABGB nicht vor.Wird ein rufschädigendes Schreiben (hier: Vorwurf der Steuerhinterziehung durch Vorstand eines Forschungsinstitutes) an einen für den behaupteten Sachverhalt nicht zuständigen Bundesminister gerichtet, liegt der Ausnahmetatbestand des Paragraph 1330, Absatz 2, Satz 3 ABGB nicht vor.
Entscheidungstexte
- 6 Ob 2235/96m
Entscheidungstext OGH 12.03.1997 6 Ob 2235/96m
- 4 Ob 50/09w
Entscheidungstext OGH 14.07.2009 4 Ob 50/09w
Vgl
- 6 Ob 20/18m
Entscheidungstext OGH 28.02.2018 6 Ob 20/18m
- 4 Ob 43/18d
Entscheidungstext OGH 22.03.2018 4 Ob 43/18d
Auch; Beisatz: Ein Irrtum über die Zuständigkeit der Behörde ist unbeachtlich, weil für den Rechtfertigungsgrund des § 7 Abs 2 UWG ein objektiv berechtigtes Empfangsinteresse vorliegen muss. (T1)
- 6 Ob 88/18m
Entscheidungstext OGH 28.06.2018 6 Ob 88/18m
Auch
- 6 Ob 104/21v
Entscheidungstext OGH 15.11.2021 6 Ob 104/21v
Vgl; Beisatz: Hier: Mitteilung eines Plagiatsverdachts vom Herausgeber eines Sammelbands an die für die Plagiatsprüfung zuständige Stelle der Universität, die die zugrunde liegende Vorlesung veranstaltete. (T2)
- 6 Ob 243/21k
Entscheidungstext OGH 02.02.2022 6 Ob 243/21k
Vgl; Beisatz: Die Frage der sachlichen Zuständigkeit des Erklärungsempfängers (der Behörde) kann nur aufgrund der konkreten Umstände des jeweiligen Einzelfalls beurteilt werden. (T3)
Schlagworte
Ehrenbeleidigung, Rufschädigung, berechtigtes Interesse an nicht öffentlicher Mitteilung
European Case Law Identifier (ECLI)
ECLI:AT:OGH0002:1997:RS0107664
Zuletzt aktualisiert am
26.04.2022
Dokumentnummer
JJR_19970312_OGH0002_0060OB02235_96M0000_001