Rechtssatz RS0113922
Rechtstracker.at · Quelle: RIS (Bundeskanzleramt)
Rechtssatznummer
RS0113922
Entscheidungsdatum
25.02.2025
Rechtssatz
Die Staatshaftung der Mitgliedstaaten bei Verletzung des Gemeinschaftsrechts tritt unter drei Voraussetzungen ein: Erstens muss die Rechtsnorm, gegen die verstoßen wurde, bezwecken, dem einzelnen Rechte zu verleihen, zweitens muss der Verstoß hinreichend qualifiziert sein und drittens muss zwischen dem entstandenen Schaden und dem vom Mitgliedstaat zu vertretenden Verstoß ein Kausalzusammenhang bestehen.
Entscheidungstexte
- 1 Ob 179/99a
Entscheidungstext OGH 21.06.2000 1 Ob 179/99a
Veröff: SZ 73/101
- 1 Ob 80/00x
Entscheidungstext OGH 30.01.2001 1 Ob 80/00x
Beisatz: (so auch Urteil Francovich; Urteil des EuGH in den verbundenen Rs C-46/93 und C-48/93 - Brasserie du pecheur SA, Slg 1996, 1029 uva). (T1)
Beisatz: Ob ein unmittelbarer Kausalzusammenhang besteht, ist nach der Judikatur des EuGH in Staatshaftungssachen stets vom nationalen Gericht zu prüfen; der EuGH hat sich bisher jedes Hinweises enthalten, wie die Kausalität zu prüfen und welche Kausalitätstheorie zu Grunde zu legen sei. (T2)
Veröff: SZ 74/15
- 1 Ob 47/09g
Entscheidungstext OGH 31.03.2009 1 Ob 47/09g
Auch
- 1 Ob 44/12w
Entscheidungstext OGH 26.04.2012 1 Ob 44/12w
Vgl auch
- 1 Ob 95/14y
Entscheidungstext OGH 17.06.2014 1 Ob 95/14y
Auch
- 1 Ob 105/15w
Entscheidungstext OGH 08.07.2015 1 Ob 105/15w
Beisatz: So der EuGH in seinen Entscheidungen in den Rechtssachen Köbler (Rs C‑224/01 = ECLI:EU:C:2003:513 Rn 51 f) und (fast wortgleich) Fuß (Rs C‑429/09 = ECLI:EU:C:2010:717 Rn 47) unter Verweis auf seine schon bis dahin ergangene Rechtsprechung zur Haftung eines Mitgliedstaats für Verstöße gegen das Gemeinschaftsrecht. (T3)
- 1 Ob 190/15w
Entscheidungstext OGH 22.10.2015 1 Ob 190/15w
Vgl auch
- 1 Ob 237/16h
Entscheidungstext OGH 10.02.2017 1 Ob 237/16h
Vgl; Beisatz: Hier: Keine hinreichend qualifizierte unionsrechtswidrige Rechtsanwendung; zur Rechtsprechung des EuGH zu den Führerschein-Richtlinien. (T4)
- 1 Ob 215/16y
Entscheidungstext OGH 16.03.2017 1 Ob 215/16y
Beisatz: Nicht nur legislatives und exekutives, sondern auch höchstgerichtliches Unrecht kann Gegenstand dieser unionsrechtlichen Haftung sein. (T5)
Beisatz: Die Beurteilung der Voraussetzungen für die Haftung der Mitgliedstaaten obliegt grundsätzlich den nationalen Gerichten. Ebenso haben die nationalen Rechtsordnungen der Mitgliedstaaten zu bestimmen, welches innerstaatliche Gericht für unionsrechtliche Staatshaftungsansprüche zuständig ist. (T6); Veröff: SZ 2017/35
- 1 Ob 43/17f
Entscheidungstext OGH 26.04.2017 1 Ob 43/17f
Beis wie T6 nur: Die Beurteilung der Voraussetzungen für die Haftung der Mitgliedstaaten obliegt grundsätzlich den nationalen Gerichten. (T7)
Beis wie T4
- 1 Ob 261/22x
Entscheidungstext OGH Zurückweisung mangels erheblicher Rechtsfrage 27.01.2023 1 Ob 261/22x
vgl
- 1 Ob 77/24s
Entscheidungstext OGH Ordentliche Erledigung (Sachentscheidung) 25.09.2024 1 Ob 77/24s
vgl; Beisatz: Hier: behaupteter mangelhafter Vollzug der Strafbestimmungen des Glücksspielgesetzes. Keine Kausalität zwischen behaupteter Unionsrechtswidrigkeit des Glücksspielmonopols und den Schäden des Klägers aus konzessionslos angebotenem Glücksspiel, weil die behauptete Unionsrechtswidrigkeit bloß zur Folge hätte , dass die Glücksspielanbieterin in Österreich ungehindert von § 3 GSpG hätte anbieten dürfen. (T8)
- 1 Ob 186/24w
Entscheidungstext OGH Ordentliche Erledigung (Sachentscheidung) 25.02.2025 1 Ob 186/24w
European Case Law Identifier (ECLI)
ECLI:AT:OGH0002:2000:RS0113922
Zuletzt aktualisiert am
25.03.2025
Dokumentnummer
JJR_20000621_OGH0002_0010OB00179_99A0000_004