Rechtssatz RS0121227
Rechtstracker.at · Quelle: RIS (Bundeskanzleramt)
Rechtssatznummer
RS0121227
Entscheidungsdatum
26.01.2022
Rechtssatz
Eine Freiheitsbeschränkung durch medikamentöse Mittel ist nur zu bejahen, wenn die Behandlung unmittelbar die Unterbindung des Bewegungsdranges bezweckt, nicht jedoch bei unvermeidlichen bewegungsdämpfenden Nebenwirkungen, die sich bei der Verfolgung anderer therapeutischer Ziele ergeben können.
Entscheidungstexte
- 7 Ob 186/06p
Entscheidungstext OGH 13.09.2006 7 Ob 186/06p
- 2 Ob 77/08z
Entscheidungstext OGH 29.05.2008 2 Ob 77/08z
Beisatz: Ist ein Medikament ein (reines) Sedativum, kann von einer bewegungsdämpfenden Nebenwirkung keine Rede sein. (T1)
- 1 Ob 21/09h
Entscheidungstext OGH 26.02.2009 1 Ob 21/09h
- 3 Ob 176/10v
Entscheidungstext OGH 11.11.2010 3 Ob 176/10v
Beis wie T1
- 7 Ob 142/11z
Entscheidungstext OGH 31.08.2011 7 Ob 142/11z
- 7 Ob 235/11a
Entscheidungstext OGH 25.01.2012 7 Ob 235/11a
Vgl auch
- 7 Ob 62/12m
Entscheidungstext OGH 25.04.2012 7 Ob 62/12m
- 7 Ob 193/13b
Entscheidungstext OGH 13.11.2013 7 Ob 193/13b
- 7 Ob 240/13i
Entscheidungstext OGH 29.01.2014 7 Ob 240/13i
Bem: „... unmittelbar, also primär ...“ (T2)
- 7 Ob 32/14b
Entscheidungstext OGH 19.03.2014 7 Ob 32/14b
- 7 Ob 77/14w
Entscheidungstext OGH 21.05.2014 7 Ob 77/14w
Beis wie T2
- 7 Ob 139/14p
Entscheidungstext OGH 29.10.2014 7 Ob 139/14p
- 7 Ob 21/16p
Entscheidungstext OGH 06.04.2016 7 Ob 21/16p
Beisatz: Medikamente und Fixierung auf Rollstuhl. (T3)
- 7 Ob 137/16x
Entscheidungstext OGH 13.10.2016 7 Ob 137/16x
Beisatz: Eine nur im Pflegeblatt vorgesehene, nach außen nicht vermittelte (bloße) Bedarfsmedikation für zerebrale Anfälle ist keine Freiheitsbeschränkung im Sinn des § 3 HeimAufG. (T4)
- 7 Ob 205/16x
Entscheidungstext OGH 09.11.2016 7 Ob 205/16x
Beisatz: Die bloße ärztliche Anordnung eines eine Freiheitsbeschränkung herbeiführenden Medikaments (vgl § 5 Abs 1 HeimAufG) unter bestimmten Voraussetzungen ohne dessen tatsächliche Verabreichung (Bedarfsmedikation) ist für sich allein noch keine Freiheitsbeschränkung im Sinn des § 3 Abs 1 HeimAufG. (T5)
Beisatz: Sofern aber mit der Anordnung eines Medikaments beim Bewohner ein bestimmtes freiheitsbeschränkendes Verhalten veranlasst wird oder dieser den Eindruck gewinnen muss, keine andere Möglichkeit zu haben, als ein bestimmtes gewünschtes Verhalten zu setzen, andernfalls das Medikament verabreicht wird, liegt eine Androhung im Sinn des § 3 Abs 1 HeimAufG und damit eine Freiheitsbeschränkung vor. (T6)
- 7 Ob 67/19g
Entscheidungstext OGH 24.04.2019 7 Ob 67/19g
Beis wie T5; Beisatz: Freiheitsbeschränkung, wenn die Medikamente der Ruhigstellung des Bewohners dienen. (T7)
- 7 Ob 59/20g
Entscheidungstext OGH 08.07.2020 7 Ob 59/20g
Beisatz: Für das Vorliegen einer medikamentösen Freiheitsbeschränkung durch eine Einmalmedikation muss die intendierte Bewegungseinschränkung auch in einem feststellbaren Ausmaß eintreten. (T8)
- 7 Ob 122/20x
Entscheidungstext OGH 16.09.2020 7 Ob 122/20x
- 7 Ob 183/20t
Entscheidungstext OGH 21.10.2020 7 Ob 183/20t
Beis wie T1
- 7 Ob 107/21t
Entscheidungstext OGH 23.06.2021 7 Ob 107/21t
- 7 Ob 200/21v
Entscheidungstext OGH 26.01.2022 7 Ob 200/21v
- 7 Ob 194/21m
Entscheidungstext OGH 15.12.2021 7 Ob 194/21m
European Case Law Identifier (ECLI)
ECLI:AT:OGH0002:2006:RS0121227
Zuletzt aktualisiert am
29.03.2022
Dokumentnummer
JJR_20060913_OGH0002_0070OB00186_06P0000_002