Rechtssatz RS0123444
Rechtstracker.at · Quelle: RIS (Bundeskanzleramt)
Rechtssatznummer
RS0123444
Entscheidungsdatum
22.07.2026
Rechtssatz
Eine Verbindung mehrerer Verfahren bei Gericht und eine zu diesem Zweck vorgenommene Abtretung sind gemäß § 37 Abs 3 StPO nur zulässig, wenn in allen hievon betroffenen Verfahren bereits eine rechtswirksame Anklage vorliegt. Die Abtretung eines Verfahrens zur Verbindung mit einem anderen bereits im Stadium der Hauptverhandlung befindlichen kann daher nur durch den zur Führung der Hauptverhandlung berufenen Richter, niemals aber durch die das Ermittlungsverfahren leitende Staatsanwaltschaft (vgl §§ 20 Abs 1, 25 Abs 1 und Abs 3, 36 Abs 1 StPO) erfolgen.Eine Verbindung mehrerer Verfahren bei Gericht und eine zu diesem Zweck vorgenommene Abtretung sind gemäß Paragraph 37, Absatz 3, StPO nur zulässig, wenn in allen hievon betroffenen Verfahren bereits eine rechtswirksame Anklage vorliegt. Die Abtretung eines Verfahrens zur Verbindung mit einem anderen bereits im Stadium der Hauptverhandlung befindlichen kann daher nur durch den zur Führung der Hauptverhandlung berufenen Richter, niemals aber durch die das Ermittlungsverfahren leitende Staatsanwaltschaft vergleiche Paragraphen 20, Absatz eins, 25, Absatz eins und Absatz 3, 36, Absatz eins, StPO) erfolgen.
Entscheidungstexte
- 15 Ns 5/08s
Entscheidungstext OGH 10.03.2008 15 Ns 5/08s
- 15 Ns 38/09w
Entscheidungstext OGH 19.08.2009 15 Ns 38/09w
Vgl aber; Beisatz: Nach § 37 StPO ist im Hauptverfahren eine Zuständigkeit kraft Zusammenhangs (nur) dann gegeben, wenn entweder (Abs 1 leg cit) im Fall subjektiver, objektiver oder subjektiv-objektiver Konnexität sowie engem sachlichen Zusammenhang (Fabrizy StPO - 10 § 37 Rz 1) gleichzeitig (dh einmalig) Anklage erhoben wird (Abs 1 leg cit) oder aber (Abs 3 leg cit) im Fall des Vorliegens verschiedener Anklagen zum Zeitpunkt des Rechtswirksamwerdens einer Anklage ein anderes (auf einer anderen Anklage beruhendes) Hauptverfahren gegen denselben Angeklagten (bereits und auch noch immer) anhängig ist. Nur im letztgenannten Fall (subjektiver Konnexität) sind diese bis dahin getrennt geführten Verfahren durch das Gericht zu verbinden. (T1)
- 12 Os 77/09d
Entscheidungstext OGH 11.02.2010 12 Os 77/09d
Vgl aber; Beis wie T1; Bem: Siehe auch RS0125115. (T2)
- 11 Ns 29/18f
Entscheidungstext OGH 19.07.2018 11 Ns 29/18f
Auch; Beisatz: § 37 Abs 3 StPO idF BGBl I 2016/121. (T3)
Beisatz: Hier: Bezirksgerichtliches Verfahren. (T4)
- 11 Ns 35/18p
Entscheidungstext OGH 19.07.2018 11 Ns 35/18p
Auch; Beis wie T3; Beis wie T4
- 11 Os 148/18a
Entscheidungstext OGH 29.01.2019 11 Os 148/18a
- 12 Ns 64/21i
Entscheidungstext OGH 22.10.2021 12 Ns 64/21i
Vgl
- 14 Ns 23/22a
Entscheidungstext OGH 21.04.2022 14 Ns 23/22a
Vgl
- 12 Ns 36/22y
Entscheidungstext OGH 22.08.2022 12 Ns 36/22y
Vgl
- 15 Ns 30/23i
Entscheidungstext OGH 17.04.2023 15 Ns 30/23i
vgl; Beisatz: Die Verbindung zweier (im Sinn des § 37 Abs 3 StPO konnexer) Verfahren setzt die Rechtswirksamkeit beider Anklagen und die gleichzeitige Anhängigkeit beider Hauptverfahren voraus. (T5)
Beisatz: Hier: Betreffend zwei bezirksgerichtliche Verfahren. (T6)
- 14 Ns 28/24i
Entscheidungstext OGH 19.06.2024 14 Ns 28/24i
vgl
- 14 Ns 1/26x
Entscheidungstext OGH 19.02.2026 14 Ns 1/26x
vgl
- 13 Ns 40/26z
Entscheidungstext OGH 22.07.2026 13 Ns 40/26z
vgl
European Case Law Identifier (ECLI)
ECLI:AT:OGH0002:2008:RS0123444
Zuletzt aktualisiert am
21.08.2026
Dokumentnummer
JJR_20080310_OGH0002_0150NS00005_08S0000_001