Rechtssatz RS0026601
Rechtstracker.at · Quelle: RIS (Bundeskanzleramt)
Rechtssatznummer
RS0026601
Entscheidungsdatum
13.06.2019
Rechtssatz
Das Schikaneverbot gilt auch im öffentlichen Recht, also auch im Sozialversicherungsrecht, es wohnt der gesamte Rechtsordnung inne.
Entscheidungstexte
- 10 ObS 258/91
Entscheidungstext OGH 23.02.1993 10 ObS 258/91
- 10 ObS 233/92
Entscheidungstext OGH 30.03.1993 10 ObS 233/92
Beisatz: Dabei sind zwei Problemkreise zu unterscheiden: die sittenwidrige absichtliche Schädigung in Ausübung der allgemeinen Handlungsfreiheit und der Rechtsmissbrauch, also das Handeln in (formaler) Ausübung eines von der Rechtsordnung ausdrücklich eingeräumten Rechtes. (T1)
Veröff: SZ 66/45
- 10 ObS 161/91
Entscheidungstext OGH 23.02.1993 10 ObS 161/91
Veröff: DRdA 1994,47 (Binder)
- 10 ObS 152/91
Entscheidungstext OGH 04.03.1993 10 ObS 152/91
Beis wie T1; Veröff: JBl 1994,191
- 10 ObS 36/93
Entscheidungstext OGH 27.04.1993 10 ObS 36/93
Beis wie T1
- 1 Ob 215/97t
Entscheidungstext OGH 15.07.1997 1 Ob 215/97t
Auch; Beis wie T1
- 1 Ob 338/97f
Entscheidungstext OGH 24.02.1998 1 Ob 338/97f
nur: Das Schikaneverbot wohnt der gesamte Rechtsordnung inne. (T2)
Beis wie T1
- 1 Ob 198/99w
Entscheidungstext OGH 05.08.1999 1 Ob 198/99w
Vgl; Beisatz: Auch ein subjektives öffentliches Recht kann schikanös ausgeübt werden. (T3)
- 9 Ob 274/01m
Entscheidungstext OGH 23.01.2002 9 Ob 274/01m
nur T2
- 5 Ob 41/14m
Entscheidungstext OGH 23.04.2014 5 Ob 41/14m
Auch; Beis wie T3
- 4 Ob 201/18i
Entscheidungstext OGH 13.06.2019 4 Ob 201/18i
Beis wie T3; Beisatz: Auch das Grundrecht des Versammlungsrechts steht nicht schrankenlos zu. Wiederholt hat der Oberste Gerichtshof daher ausgesprochen, dass Baustellenblockaden, wenn sie eine gewisse Dauer und Schwere der Beeinträchtigung erreichen, nicht mehr als friedliche Versammlung anzusehen sind und Schadenersatzansprüche begründen können. (T4)
Beisatz: Bei angezeigten Versammlungen kommt ein Schadenersatzanspruch Dritter für Nutzungsbeschränkungen im Allgemeinen nur bei zu Recht ausgesprochener Untersagung der Versammlung in Betracht. Anderes gilt jedoch für jene Fälle, in denen das unlautere Motiv der Demonstranten das lautere eindeutig überwiegt und dieser offenbare Schädigungszweck vom Vorsatz umfasst ist. (T5)
European Case Law Identifier (ECLI)
ECLI:AT:OGH0002:1993:RS0026601
Zuletzt aktualisiert am
05.08.2019
Dokumentnummer
JJR_19930223_OGH0002_010OBS00258_9100000_001