Rechtssatz RS0064051
Rechtstracker.at · Quelle: RIS (Bundeskanzleramt)
Rechtssatznummer
RS0064051
Entscheidungsdatum
17.01.2025
Rechtssatz
Wird in Unkenntnis der Konkurseröffnung entschieden, erwächst ein Urteil des OGH dennoch in Rechtskraft; ein Antrag auf Nichtigerklärung ist unzulässig. Nach Eintritt der Rechtskraft einer Sachentscheidung kann keine Instanz - auch nicht das Höchstgericht - die eigene Entscheidung auf bloßen Antrag einer Prozesspartei für nichtig erklären; in diesem Stadium darf das Fehlen von Prozessvoraussetzungen nur noch in bestimmten Einzelfällen auf Grund einer - sachlich und personell - besonders geregelten Antragstellung wahrgenommen werden.
Entscheidungstexte
- 4 Ob 103/89
Entscheidungstext OGH 30.01.1990 4 Ob 103/89
- 8 Ob 305/97d
Entscheidungstext OGH 26.02.1998 8 Ob 305/97d
Beisatz: Trotz eingetretener Unterbrechungswirkung unzulässigerweise ergangene Entscheidungen sind nicht wirkungslos sondern lediglich in die nächste Instanz anfechtbar oder mit aus Anlass eines Rechtsmittels wahrzunehmender Nichtigkeit behaftet. (T1); Beisatz: Hier: Zurückweisung des Antrags auf Wiederaufnahme des durch Konkurseröffnung unterbrochenen Verfahrens. (T2)
- 2 Ob 249/00g
Entscheidungstext OGH 07.12.2000 2 Ob 249/00g
nur: Wird in Unkenntnis der Konkurseröffnung entschieden, erwächst ein Urteil des OGH dennoch in Rechtskraft; ein Antrag auf Nichtigerklärung ist unzulässig. Nach Eintritt der Rechtskraft einer Sachentscheidung kann keine Instanz - auch nicht das Höchstgericht - die eigene Entscheidung für nichtig erklären. (T3); Beisatz: Hier: Beschluss. (T4)
- 9 ObA 246/00t
Entscheidungstext OGH 10.01.2001 9 ObA 246/00t
Beis wie T1
- 6 Ob 318/01k
Entscheidungstext OGH 21.02.2002 6 Ob 318/01k
Vgl; Beis wie T1; Beisatz: Eine Urteilsfällung im unterbrochenen Verfahren bedeutet einen Verstoß gegen den Grundsatz des rechtlichen Gehörs. (T5)
- 9 Ob 40/03b
Entscheidungstext OGH 27.08.2003 9 Ob 40/03b
Vgl; Beis wie T1
- 8 Ob 14/07b
Entscheidungstext OGH 18.04.2007 8 Ob 14/07b
Vgl, Beisatz: Trotz eingetretener Unterbrechungswirkung unzulässiger Weise ergangene Entscheidungen sind nach herrschender Auffassung anfechtbar, wobei die Rechtsprechung unter Missachtung der Unterbrechung gefällte Urteile (regelmäßig nach § 477 Abs 1 Z 4 und 5 ZPO) als nichtig qualifiziert. (T6); Beisatz: Hier: Teilnichtigkeit der Entscheidung über Unterhaltsherabsetzungsantrag im Pflegschaftsverfahren. (T7)
- 6 Ob 44/10d
Entscheidungstext OGH 19.03.2010 6 Ob 44/10d
Vgl
- 9 Ob 92/09h
Entscheidungstext OGH 03.09.2010 9 Ob 92/09h
Vgl; Beis wie T6
- 4 Ob 125/12d
Entscheidungstext OGH 02.08.2012 4 Ob 125/12d
Vgl; Beis wie T6; Veröff: SZ 2012/80
- 5 Ob 187/12d
Entscheidungstext OGH 14.02.2013 5 Ob 187/12d
Auch; nur T3
- 6 Ob 225/19k
Entscheidungstext OGH 25.06.2020 6 Ob 225/19k
Vgl; Beis wie T1
- 6 Ob 69/20w
Entscheidungstext OGH 28.08.2020 6 Ob 69/20w
Vgl; Beis wie T1
- 6 Ob 197/24z
Entscheidungstext OGH Ordentliche Erledigung (Sachentscheidung) 17.01.2025 6 Ob 197/24z
nur T1
European Case Law Identifier (ECLI)
ECLI:AT:OGH0002:1990:RS0064051
Zuletzt aktualisiert am
02.04.2025
Dokumentnummer
JJR_19900130_OGH0002_0040OB00103_8900000_001