Rechtssatz RS0072368
Rechtstracker.at · Quelle: RIS (Bundeskanzleramt)
Rechtssatznummer
RS0072368
Entscheidungsdatum
30.06.2026
Norm
RStGB §67 Abs1
RStGB §211
RStGB §212
StGB §1
StGB §57
StGB §61
Rechtssatz
Für die Frage, ob eine Tat verjährt ist, kommt regelmäßig die Bestimmung des Rechtes zur Anwendung, das im Zeitpunkt der Aburteilung dieser Tat gilt, die eines früheren Rechts nur dann, wenn unter der Geltung dieses früheren Rechts die Verjährung bereits tatsächlich eingetreten war, der Täter aber bereits unter dem früheren Recht einen Anspruch auf Straflosigkeit erworben hatte.
Entscheidungstexte
- 11 Os 240/62
Entscheidungstext OGH 26.11.1962 11 Os 240/62
- 10 Os 120/72
Entscheidungstext OGH 15.06.1973 10 Os 120/72
- 12 Os 41/02
Entscheidungstext OGH 07.08.2002 12 Os 41/02
- 11 Os 130/07p
Entscheidungstext OGH 29.01.2008 11 Os 130/07p
Vgl auch; Beisatz: Die Frage der Verjährung ist nach einhelliger Judikatur des Obersten Gerichtshofs sowie - zu der § 4 Abs 2 FinStrG entsprechenden Bestimmung des § 1 Abs 2 VStG - des Verfassungsgerichtshofes (VfSlg 9382) und des Verwaltungsgerichtshofes (JBl 1988,738 [verst Sen]) auf der Basis des im Entscheidungszeitpunkt geltenden Gesetzes zu beantworten, nach einer früheren Rechtslage hingegen nur dann, wenn unter deren Geltung die Verjährung bereits eingetreten war, der Täter also bereits unter dem früheren Recht straflos wurde. (T1)
- 12 Os 78/08z
Entscheidungstext OGH 17.07.2008 12 Os 78/08z
Vgl; Beisatz: Neufassung der Bestimmung des § 58 Abs 3 Z 2 StGB durch Art II Z 2 lit a BGBl I 2007/93. Die Verjährung ist ein Strafaufhebungsgrund, was bedeutet, dass die zunächst gegebene Strafbarkeit einer Tat zu einem darauf folgenden Zeitpunkt (durch Fristablauf) beseitigt wird. Verjährungsbestimmungen entfalten somit erst mit Ablauf der Verjährungsfrist strafbefreiende Wirkung, wobei das Gesetz Umstände determiniert, die eine Verlängerung dieser Frist (Hemmung) nach sich ziehen. Der Begriff „Hemmung" beschreibt einen prozessualen Zustand, in dem der An-, Ab- oder (wie hier) Fortlauf der Verjährungsfrist - de facto - gehindert ist. Ein bereits eingetretener Zustand wird aber durch eine nachträgliche Änderung der Normensituation nicht beseitigt, aus welchem Grund auch eine schon erfolgte Hemmung durch eine Gesetzesänderung nicht rückwirkend unwirksam wird. (T2)
- 11 Os 170/08x
Entscheidungstext OGH 16.12.2008 11 Os 170/08x
Auch; Beisatz: Eine Hemmung nach früherem Recht wird durch eine Gesetzesänderung nicht rückwirkend unwirksam. (T3)
- 11 Os 28/11v
Entscheidungstext OGH 14.07.2011 11 Os 28/11v
Auch
- 11 Os 23/16s
Entscheidungstext OGH 10.05.2016 11 Os 23/16s
Auch
- 15 Os 1/17m
Entscheidungstext OGH 24.05.2017 15 Os 1/17m
Auch
- 13 Os 21/18i
Entscheidungstext OGH 09.05.2018 13 Os 21/18i
Vgl; Beis wie T2
- 11 Os 32/20w
Entscheidungstext OGH 23.06.2020 11 Os 32/20w
- 12 Os 107/19f
Entscheidungstext OGH 23.06.2020 12 Os 107/19f
Vgl; Beis wie T1
- 12 Os 95/20t
Entscheidungstext OGH 15.10.2020 12 Os 95/20t
Vgl
- 11 Os 116/20y
Entscheidungstext OGH 15.01.2021 11 Os 116/20y
Vgl
- 11 Os 136/20i
Entscheidungstext OGH 12.02.2021 11 Os 136/20i
Vgl
- 14 Os 17/23s
Entscheidungstext OGH 27.06.2023 14 Os 17/23s
vgl
- 14 Os 61/23m
Entscheidungstext OGH 25.03.2025 14 Os 61/23m
vgl
- 14 Os 12/26k
Entscheidungstext OGH 30.06.2026 14 Os 12/26k
vgl
European Case Law Identifier (ECLI)
ECLI:AT:OGH0002:1962:RS0072368
Zuletzt aktualisiert am
19.08.2026
Dokumentnummer
JJR_19621126_OGH0002_0110OS00240_6200000_001