Rechtssatz RS0089114
Rechtstracker.at · Quelle: RIS (Bundeskanzleramt)
Rechtssatznummer
RS0089114
Entscheidungsdatum
06.05.2025
Rechtssatz
Im geschworenengerichtlichen Verfahren, in dem bereits aus dem Wahrspruch der Geschworenen auch die als erwiesen angenommenen subjektiven Merkmale des strafbaren Tatbestands klar hervorgehen müssen, ist die Anführung der Schuldform ("Vorsatz" oder "Fahrlässigkeit") in der Schuldfrage jedenfalls dort erforderlich, wo die Schuldform nicht schon in dem dem jeweiligen Deliktstypus des Besonderen Teils des StGB entsprechenden und diesen "Tatbestand" im Sinne verwirklichenden konkreten "Lebenssachverhalt" - wie er in der bezüglichen Schuldfrage individualisierend beschrieben ist - ihren deutlichen Niederschlag findet.
Entscheidungstexte
- 11 Os 50/75
Entscheidungstext OGH 26.06.1975 11 Os 50/75
Veröff: EvBl 1976/97 S 186
- 12 Os 120/76
Entscheidungstext OGH 04.10.1976 12 Os 120/76
- 11 Os 40/84
Entscheidungstext OGH 11.04.1984 11 Os 40/84
- 9 Os 184/84
Entscheidungstext OGH 23.01.1985 9 Os 184/84
Vgl; Veröff: EvBl 1985/134 S 632 = RZ 1985/65 S 168 = SSt 56/7
- 12 Os 178/94
Entscheidungstext OGH 16.03.1995 12 Os 178/94
Vgl auch
- 14 Os 110/05s
Entscheidungstext OGH 22.11.2005 14 Os 110/05s
Vgl; Beisatz: Hat ein Delikt kein fahrlässiges Gegenstück, so muss das im Gesetz subintelligierte Vorsatzmerkmal in Fragen und Schuldspruch nicht aufgenommen werden. (T1)
- 11 Os 33/06x
Entscheidungstext OGH 20.06.2006 11 Os 33/06x
Vgl; Beis wie T1
- 15 Os 95/07w
Entscheidungstext OGH 22.11.2007 15 Os 95/07w
Vgl; Beis wie T1; Beisatz: Auch der Vorsatz des Beitragstäters wird vom Gesetz subintelligiert. (T2)
- 14 Os 89/08g
Entscheidungstext OGH 14.10.2008 14 Os 89/08g
Vgl; Beisatz: Hier: Da eine Beteiligung nach § 12 dritter Fall StGB am Verbrechen des Raubes nach §§ 142 Abs 1, 143 zweiter Fall StGB, für das vorsätzliches Handeln (§ 5 Abs 1 StGB) genügt, keine über § 5 Abs 1 zweiter Teilsatz StGB hinausgehende Vorsatzqualität erfordert, war diese zufolge § 7 Abs 1 StGB in den an die Geschworenen gestellten Hauptfragen enthalten, sodass die Behauptung eines Rechtsfehlers infolge fehlender Feststellungen zur subjektiven Tatseite nicht am tatsächlichen Inhalt des Wahrspruchs Maß nimmt. (T3)
- 12 Os 119/18v
Entscheidungstext OGH 18.12.2018 12 Os 119/18v
Auch
- 15 Os 44/20i
Entscheidungstext OGH 13.05.2020 15 Os 44/20i
Vgl
- 11 Os 47/20a
Entscheidungstext OGH 15.09.2020 11 Os 47/20a
Vgl; Beis ähnlich wie T3; Beisatz: Hier: (subintellegiert: vorsätzliche) Tötung. (T4)
- 11 Os 111/21i
Entscheidungstext OGH 15.12.2021 11 Os 111/21i
Vgl
- 13 Os 46/23y
Entscheidungstext OGH 19.07.2023 13 Os 46/23y
vgl; Beisatz nur wie T4
- 13 Os 123/23x
Entscheidungstext OGH 21.02.2024 13 Os 123/23x
vgl; Beisatz nur wie T4
- 11 Os 133/24d
Entscheidungstext OGH 17.12.2024 11 Os 133/24d
vgl; Beisatz wie T4
- 11 Os 103/24t
Entscheidungstext OGH 17.12.2024 11 Os 103/24t
vgl
- 11 Os 29/25m
Entscheidungstext OGH 06.05.2025 11 Os 29/25m
vgl; Beisatz wie T2
European Case Law Identifier (ECLI)
ECLI:AT:OGH0002:1975:RS0089114
Zuletzt aktualisiert am
11.06.2025
Dokumentnummer
JJR_19750626_OGH0002_0110OS00050_7500000_002