Rechtssatz RS0093878
Rechtstracker.at · Quelle: RIS (Bundeskanzleramt)
Rechtssatznummer
RS0093878
Entscheidungsdatum
19.11.2025
Rechtssatz
Bei einer Bank erliegende Gelder ("Giralgeld"), auf die der Berechtigte Anspruch hat und über die er daher, sei es auch auf Kreditbasis, wie etwa im Weg eines Kontokorrentkredites, faktisch jederzeit als effektives Zahlungsmittel zu verfügen vermag, sind entsprechend der ökonomischen Konsequenz von Buchungsvorgängen, die als unmittelbare Folge zur sofort wirksamen Erhöhung oder Schmälerung des solcherart verfügbaren Geldvermögens des Kontoinhabers führen, bei einer im Strafrecht auch insoweit gebotenen wirtschaftlicher Betrachtungsweise in teleologischer Auslegung dem Begriff "Gut" zuzurechnen.
Entscheidungstexte
- 10 Os 206/84
Entscheidungstext OGH 05.03.1985 10 Os 206/84
Veröff: EvBl 1985/104 S 502 = SSt 56/17 = JBl 1985,688 (zustimmend Liebscher); hiezu kritisch Kienapfel ÖJZ 1985,487
- 10 Os 85/85
Entscheidungstext OGH 29.10.1985 10 Os 85/85
Vgl auch
- 15 Os 143/88
Entscheidungstext OGH 31.01.1989 15 Os 143/88
Vgl auch; Beisatz: Spareinlage als "Giralgeld". (T1)
- 15 Os 108/90
Entscheidungstext OGH 30.10.1990 15 Os 108/90
Vgl auch; Beis wie T1; Veröff: JBl 1991,808
- 13 Os 123/92
Entscheidungstext OGH 14.07.1993 13 Os 123/92
Vgl auch
- 12 Os 153/94
Entscheidungstext OGH 23.03.1995 12 Os 153/94
Vgl auch; Beisatz: Die dolose Umbuchung eines aufgrund einer Fehlbuchung der kontoführenden Bank entstandenen Scheinguthabens auf ein Sparkonto ist als Betrug zu beurteilen; eine Unterstellung unter § 134 StGB kommt nur im Fall einer Fehlüberweisung in Betracht. (T2)
- 15 Os 56/01
Entscheidungstext OGH 23.08.2001 15 Os 56/01
Auch; Beisatz: Gut und damit taugliches Tatobjekt im Sinn des § 133 Abs 1 StGB sind neben körperlichen Sachen auch bei einer Bank erliegende Gelder (Giralgeld), über die der Berechtigte, sei es auch bloß auf Kreditbasis, faktisch jederzeit verfügen kann. (T3)
- 12 Os 5/02
Entscheidungstext OGH 26.06.2002 12 Os 5/02
Auch
- 11 Os 31/02
Entscheidungstext OGH 03.09.2002 11 Os 31/02
Auch; Beisatz: Giralgeld ist grundsätzlich veruntreuungsfähiges Gut im Sinn des § 133 StGB. (T4)
- 13 Os 107/07w
Entscheidungstext OGH 07.11.2007 13 Os 107/07w
Vgl auch; Beis wie T4
- 12 Os 17/08d
Entscheidungstext OGH 13.03.2008 12 Os 17/08d
Vgl auch
- 13 Os 113/08d
Entscheidungstext OGH 27.08.2008 13 Os 113/08d
Vgl auch
- 14 Os 144/10y
Entscheidungstext OGH 28.12.2010 14 Os 144/10y
Vgl
- 14 Os 184/10f
Entscheidungstext OGH 06.07.2011 14 Os 184/10f
Vgl auch
- 15 Os 135/13m
Entscheidungstext OGH 19.02.2014 15 Os 135/13m
Auch
- 15 Os 83/14s
Entscheidungstext OGH 27.08.2014 15 Os 83/14s
Auch
- 13 Os 142/17g
Entscheidungstext OGH 14.03.2018 13 Os 142/17g
Auch
- 13 Os 110/18b
Entscheidungstext OGH 13.02.2018 13 Os 110/18b
Auch
- 15 Os 10/22t
Entscheidungstext OGH 27.07.2022 15 Os 10/22t
Vgl
- 12 Os 84/22b
Entscheidungstext OGH 07.12.2022 12 Os 84/22b
Vgl
- 13 Os 91/25v
Entscheidungstext OGH 19.11.2025 13 Os 91/25v
vgl; Beisatz: Anhand der im Vermögensstrafrecht gebotenen wirtschaftlichen Betrachtungsweise beurteilt kommen durch eine Vortat iSd § 165 StGB erworbene Buchgeldbeträge auch bei negativem Kontosaldo durch eine Erhöhung des verfügbaren Giralgeldbetrags (die etwa die Wiederausnutzbarkeit eines Kontokorrentkredits ermöglicht) als "Vermögensbestandteil Buchgeld" als taugliche Tatobjekte einer Geldwäschereihandlung in Betracht. (T5)
European Case Law Identifier (ECLI)
ECLI:AT:OGH0002:1985:RS0093878
Zuletzt aktualisiert am
04.02.2026
Dokumentnummer
JJR_19850305_OGH0002_0100OS00206_8400000_001