Rechtssatz RS0095185
Rechtstracker.at · Quelle: RIS (Bundeskanzleramt)
Rechtssatznummer
RS0095185
Entscheidungsdatum
25.08.2026
Rechtssatz
Die Ausnützung des Autoritätsverhältnis setzt ein gezieltes, für den Erfolg kausales Täterverhalten im Sinne eines Einsatzes dieser Autorität voraus; bloße Ausnützung einer sich lediglich im Zusammenhang mit der Stellung des Täters bietenden Gelegenheit reicht nicht, wohl aber ein dem Täter wie dem Opfer bewusster schlüssiger Einsatz des Abhängigkeitsverhältnisses.
Entscheidungstexte
- 13 Os 161/82
Entscheidungstext OGH 17.02.1983 13 Os 161/82
Veröff: SSt 54/10 = EvBl 1984/7 S 20
- 16 Os 66/91
Entscheidungstext OGH 31.01.1992 16 Os 66/91
Vgl auch
- 12 Os 188/94
Entscheidungstext OGH 09.03.1995 12 Os 188/94
Vgl auch; Beisatz: Ausnützung der Stellung gegenüber dem Opfer bedeutet, daß der Täter seine Autorität zur Erreichung der Unzuchtshandlung einsetzt. (T1)
- 11 Os 39/04
Entscheidungstext OGH 24.08.2004 11 Os 39/04
Auch; Beisatz: Das zur Tatbestandsverwirklichung essentielle Ausnützen einer Autoritätsstellung kann im Einzelfall und mit Bedacht auf die konkrete Tatsituation auch in einer bloßen Aufforderung zur Unzucht gelegen sein. (T2)
- 14 Os 116/04
Entscheidungstext OGH 21.12.2004 14 Os 116/04
Auch
- 11 Os 29/05g
Entscheidungstext OGH 03.05.2005 11 Os 29/05g
Auch
- 11 Os 54/06k
Entscheidungstext OGH 19.09.2006 11 Os 54/06k
Vgl auch; Beisatz: Es sind Feststellungen darüber zu treffen, ob der Angeklagte bei Verwirklichung des vom Schuldspruch wegen geschlechtlicher Nötigung gemäß § 202 Abs 1 StGB umfassten Sachverhaltes seine Autorität als zusätzliches Mittel zur Gewaltgegenüber den Tatopfern eingesetzt hat, damit diese die Missbrauchshandlungen geschehen lassen, und nicht bloß das sich ihm gebotene Gelegenheitsverhältnis ausgenützt hat. (T3); Beisatz: Hier: § 212 Abs 1 Z 2 StGB (T4)
- 13 Os 87/06b
Entscheidungstext OGH 08.11.2006 13 Os 87/06b
Vgl auch; Beisatz: Beim Vergehen nach § 212 Abs 1 Z 1 StGB sind (aufgrund des Gesetzeswortlautes) zusätzliche Feststellungen zur Ausnützung des Autoritätsverhältnisses nicht erforderlich. (T5)
- 14 Os 109/16k
Entscheidungstext OGH 20.12.2016 14 Os 109/16k
- 12 Os 145/18t
Entscheidungstext OGH 24.01.2019 12 Os 145/18t
Auch; Beis wie T2
- 11 Os 52/20m
Entscheidungstext OGH 15.06.2020 11 Os 52/20m
Vgl; Beis wie T2
- 12 Os 58/20a
Entscheidungstext OGH 22.07.2020 12 Os 58/20a
Vgl
- 12 Os 35/20v
Entscheidungstext OGH 10.09.2020 12 Os 35/20v
Vgl
- 12 Os 86/21w
Entscheidungstext OGH 16.09.2021 12 Os 86/21w
Vgl
- 11 Os 49/22y
Entscheidungstext OGH 28.07.2022 11 Os 49/22y
Vgl
- 11 Os 77/22s
Entscheidungstext OGH 27.09.2022 11 Os 77/22s
Vgl
- 15 Os 123/22k
Entscheidungstext OGH 18.01.2023 15 Os 123/22k
Vgl
- 12 Os 11/23v
Entscheidungstext OGH 22.05.2023 12 Os 11/23v
vgl
- 15 Os 115/24m
Entscheidungstext OGH 09.12.2024 15 Os 115/24m
vgl
- 13 Os 113/25d
Entscheidungstext OGH 19.11.2025 13 Os 113/25d
vgl; Beisatz wie T3
- 11 Os 66/26d
Entscheidungstext OGH Ordentliche Erledigung (Sachentscheidung) 25.08.2026 11 Os 66/26d
vgl
European Case Law Identifier (ECLI)
ECLI:AT:OGH0002:1983:RS0095185
Zuletzt aktualisiert am
30.09.2026
Dokumentnummer
JJR_19830217_OGH0002_0130OS00161_8200000_002