Rechtssatz RS0096134
Rechtstracker.at · Quelle: RIS (Bundeskanzleramt)
Rechtssatznummer
RS0096134
Entscheidungsdatum
19.05.2026
Rechtssatz
Für den Umfang der "Befugnis" kommt es nur auf den abstrakten Aufgabenbereich des Beamten an, nicht jedoch darauf, ob er seinem Dienstauftrag zufolge auch konkret mit solchen Amtsgeschäften befasst ist.
Entscheidungstexte
- 11 Os 151/87
Entscheidungstext OGH 09.02.1988 11 Os 151/87
Veröff: EvBl 1988/104 S 467 = SSt 59/9
- 12 Os 108/88
Entscheidungstext OGH 01.12.1988 12 Os 108/88
Veröff: JBl 1989,595
- 13 Os 106/93
Entscheidungstext OGH 10.11.1993 13 Os 106/93
- 11 Os 109/01
Entscheidungstext OGH 03.09.2002 11 Os 109/01
Beisatz: Selbst eine funktionelle oder örtliche Unzuständigkeit schließen den Missbrauch einer grundsätzlich zustehenden Befugnis keineswegs aus. (T1)
- 14 Os 105/10p
Entscheidungstext OGH 19.10.2010 14 Os 105/10p
nur: Für den Umfang der "Befugnis" kommt es nur auf den abstrakten Aufgabenbereich des Beamten an. (T2)
- 14 Os 138/11t
Entscheidungstext OGH 03.04.2012 14 Os 138/11t
Vgl; Beis wie T1; Beisatz: Das Element des Missbrauchs kommt im Übrigen gerade im bewussten Überschreiten der (konkret gezogenen) Grenzen (abstrakt) eingeräumter Befugnis zum Ausdruck. (T3)
- 17 Os 9/13x
Entscheidungstext OGH 07.10.2013 17 Os 9/13x
Vgl; Beisatz: Der Tatbestand des Missbrauchs der Amtsgewalt erfasst (bloß) ein Verhalten, das ein Beamter innerhalb seiner Befugnis, also des ihm vom Rechtsträger zugewiesenen Kompetenzbereichs setzt. Er muss zur Vornahme des inkriminierten Amtsgeschäfts nach dessen Art berufen sein, welche Voraussetzung die Rechtsprechung üblicherweise mit Begriffen wie „abstrakter Aufgabenbereich“ oder „in abstracto zustehende Befugnis“ zum Ausdruck bringt. Ein innerhalb dieser äußersten Grenzen des (abstrakten) Aufgabenbereichs gesetztes Verhalten kann auch dann tatbildlicher Befugnismissbrauch sein, wenn der Beamte im Einzelfall sachlich, funktionell oder örtlich nicht zuständig ist oder es an einem entsprechenden Dienstauftrag mangelt. (T4)
Beisatz: Die „dienstliche Qualifikation“ des Beamten im Sinn seiner fachlichen Ausbildung hat bei Ermittlung des Umfangs der ihm abstrakt zukommenden Befugnis nur insofern (indizielle) Bedeutung, als er (im jeweiligen Tatzeitpunkt) tatsächlich eine dieser Qualifikation entsprechende Funktion bekleidet. (T5)
Beisatz: Hier: Dass der Beschwerdeführer in seiner - zum damaligen Zeitpunkt ausschließlich ausgeübten - Funktion als Rechtspfleger in Grundbuchsachen irgendeine Befugnis hatte, das Urkundenverzeichnis zu prüfen, darin Eintragungen vorzunehmen oder einem anderen Gerichtsbediensteten (diesbezüglich) Weisungen zu erteilen, ist dem Urteil nicht zu entnehmen. (T6)
- 17 Os 11/14t
Entscheidungstext OGH 21.01.2015 17 Os 11/14t
Auch
- 13 Os 2/14i
Entscheidungstext OGH 15.04.2015 13 Os 2/14i
Auch
- 17 Os 56/14k
Entscheidungstext OGH 08.06.2015 17 Os 56/14k
Vgl; Beis wie T3
- 17 Os 29/15s
Entscheidungstext OGH 14.12.2015 17 Os 29/15s
Auch; Beis ähnlich wie T3
- 14 Os 125/18s
Entscheidungstext OGH 11.12.2018 14 Os 125/18s
Auch; Beis wie T3
- 14 Os 97/18y
Entscheidungstext OGH 11.12.2018 14 Os 97/18y
Auch
- 14 Os 60/19h
Entscheidungstext OGH 25.06.2019 14 Os 60/19h
Vgl
- 14 Os 98/19x
Entscheidungstext OGH 14.01.2020 14 Os 98/19x
Vgl
- 14 Os 49/20t
Entscheidungstext OGH 29.09.2020 14 Os 49/20t
Vgl; Beisatz: Rechtspflegern kommt die Befugnis zur Besorgung von Geschäften der Gerichtsbarkeit innerhalb des Wirkungskreises ihres Arbeitsgebietes zu. (T7)
Beisatz: Hier: Zuständigkeit eines Rechtspflegers in Exekutionssachen für die Bestimmung von Sachverständigen- und Dolmetschgebühren und die Anweisung deren Zahlung durch den Rechnungsführer. (T8)
- 14 Os 117/20t
Entscheidungstext OGH 18.02.2021 14 Os 117/20t
Vgl
- 14 Os 140/25g
Entscheidungstext OGH 19.05.2026 14 Os 140/25g
vgl
European Case Law Identifier (ECLI)
ECLI:AT:OGH0002:1988:RS0096134
Zuletzt aktualisiert am
17.07.2026
Dokumentnummer
JJR_19880209_OGH0002_0110OS00151_8700000_002