Rechtssatz RS0107710
Rechtstracker.at · Quelle: RIS (Bundeskanzleramt)
Rechtssatznummer
RS0107710
Entscheidungsdatum
24.04.2025
Rechtssatz
Jede Solidarverpflichtung begründet den Gerichtsstand der Streitgenossenschaft. Die Rechtsgrundlage der Solidarhaftung ist gleichgültig. Das Allgemeine bürgerliche Gesetzbuch unterscheidet nicht zwischen echter und unechter Solidarität. Gesamtschuldverhältnisse können auch stufenweise entstehen (passiv: Schuldbeitritt; aktiv: Zession). Wesentlich für das Vorliegen solidarischer Haftung ist Erfüllungsgemeinschaft der Schuldner und Privileg des Gläubigers, auf welchen seiner Schuldner er greifen will.
Entscheidungstexte
- 3 Ob 514/94
Entscheidungstext OGH 13.03.1996 3 Ob 514/94
- 7 Ob 148/02v
Entscheidungstext OGH 09.10.2002 7 Ob 148/02v
Auch; nur: Jede Solidarverpflichtung begründet den Gerichtsstand der Streitgenossenschaft. Die Rechtsgrundlage der Solidarhaftung ist gleichgültig. (T1); Beisatz: Ist daher neben dem Anspruch auf Schadenersatz auf Grund eines Vertrages ein Dritter deliktisch zum Ersatz desselben Schadens verpflichtet, liegt Korrealität und damit eine materielle Streitgenossenschaft nach §11 Z1 ZPO vor. (T2)
- 4 Ob 116/10b
Entscheidungstext OGH 13.07.2010 4 Ob 116/10b
Auch; nur T1; Beisatz: Hier: Solidarhaftung nach § 11 Abs 3 KMG. (T3)
- 5 Ob 170/21t
Entscheidungstext OGH 04.11.2021 5 Ob 170/21t
- 10 Ob 2/23a
Entscheidungstext OGH Ordentliche Erledigung (Sachentscheidung) 25.04.2023 10 Ob 2/23a
vgl; Beisatz: Hier: Haftung des Händlers und des Herstellers für ein Fahrzeug mit einer unzulässigen Abschalteinrichtung im Sinne des Art 5 Abs 2 VO 7157/2007/EG. (T4)
- 10 Ob 10/25f
Entscheidungstext OGH Ordentliche Erledigung (Sachentscheidung) 24.04.2025 10 Ob 10/25f
vgl; Beisatz wie T2
European Case Law Identifier (ECLI)
ECLI:AT:OGH0002:1996:RS0107710
Zuletzt aktualisiert am
23.06.2025
Dokumentnummer
JJR_19960313_OGH0002_0030OB00514_9400000_001