Rechtssatz RS0111729
Rechtstracker.at · Quelle: RIS (Bundeskanzleramt)
Rechtssatznummer
RS0111729
Entscheidungsdatum
31.07.2019
Norm
ZPO idF WGN 1997 §508 Abs3
Rechtssatz
Ändert das Gericht zweiter Instanz den Ausspruch über die Rechtsmittelzulässigkeit ab, hat es den Beschluss gemäß § 508 Abs 3 iVm Abs 1 ZPO sachlich kurz zu begründen. Eine bloße Scheinbegründung ist grob gesetzwidrig (hier: Hinweis auf mögliche Amtshaftungsansprüche durch HG Wien).Ändert das Gericht zweiter Instanz den Ausspruch über die Rechtsmittelzulässigkeit ab, hat es den Beschluss gemäß Paragraph 508, Absatz 3, in Verbindung mit Absatz eins, ZPO sachlich kurz zu begründen. Eine bloße Scheinbegründung ist grob gesetzwidrig (hier: Hinweis auf mögliche Amtshaftungsansprüche durch HG Wien).
Entscheidungstexte
- 8 Ob 225/98s
Entscheidungstext OGH 18.03.1999 8 Ob 225/98s
- 7 Ob 178/99y
Entscheidungstext OGH 01.09.1999 7 Ob 178/99y
- 3 Ob 125/99z
Entscheidungstext OGH 12.01.2000 3 Ob 125/99z
Vgl auch; Beisatz: Die Begründung des Berufungsgerichtes für die Zulassung der Revision ist grob gesetzwidrig, weil es ausdrücklich anführt, es halte die Zulassungsbeschwerde für unbegründet. Der Hinweis, es könnten grobe Auslegungsfehler und krasse Denkfehler auch bei größter Sorgfalt nicht vermieden werden und daher auch hier unterlaufen sein, kann keineswegs als sachliche Begründung im Sinn des § 508 Abs 3 iVm Abs 1 ZPO angesehen werden, was deutlich die Überlegung zeigt, dass, ginge man von der Rechtsansicht des Berufungsgerichtes aus, jeder Antrag nach § 508 Abs 1 ZPO Erfolg haben müsste. (T1)
- 7 Ob 185/00g
Entscheidungstext OGH 18.10.2000 7 Ob 185/00g
Vgl auch
- 7 Ob 166/01i
Entscheidungstext OGH 31.07.2001 7 Ob 166/01i
Auch
- 1 Ob 120/01f
Entscheidungstext OGH 29.05.2001 1 Ob 120/01f
Auch
- 7 Ob 33/01f
Entscheidungstext OGH 17.04.2002 7 Ob 33/01f
Auch; Beisatz: Hier: Die Begründung, dass "in Anbetracht" der Ausführungen in der Revision, wonach das Berufungsgericht bei seiner Berufungsentscheidung gegen zwingende Verfahrensbestimmungen, insbesondere gegen § 488 Abs 4 ZPO verstoßen habe, die Revision zulässig sei, verstößt gegen § 508 Abs 3 ZPO. (T2)
- 7 Ob 251/02s
Entscheidungstext OGH 13.11.2002 7 Ob 251/02s
Vgl auch; Beisatz: Die Begründung muss konkret aufzeigen, worin die nunmehr (entgegen dem vorherigen Unzulässigkeitsausspruch abweichend angenommene) erhebliche Rechtsfrage liegen soll. (T2a)
- 1 Ob 46/04b
Entscheidungstext OGH 12.10.2004 1 Ob 46/04b
Auch; Beisatz: Es kann daher für die Abänderung eines Ausspruchs über die Unzulässigkeit der ordentlichen Revision nicht genügen, lediglich die Ansicht des Revisionswerbers über das Vorliegen einer erheblichen Rechtsfrage ins Treffen zu führen, ohne diese Ansicht vorher auch nur ansatzweise im Zuge einer Auseinandersetzung mit den Antragsargumenten auf deren Begründetheit zu prüfen. (T3)
- 2 Ob 54/05p
Entscheidungstext OGH 14.06.2005 2 Ob 54/05p
- 10 Ob 54/05x
Entscheidungstext OGH 28.06.2005 10 Ob 54/05x
Vgl auch; Beisatz: Die nach dem Gesetz erforderliche Prüfung der Stichhaltigkeit eines Abänderungsantrags gemäß § 508 Abs 1 ZPO darf sich nicht in einer Scheinbegründung erschöpfen, das Gericht zweiter Instanz hat sich bei seiner Prüfung mit den Antragsargumenten wenngleich kurz, so doch sachlich auseinanderzusetzen. (T4)
- 6 Ob 219/09p
Entscheidungstext OGH 12.11.2009 6 Ob 219/09p
Auch
- 6 Ob 111/10g
Entscheidungstext OGH 24.06.2010 6 Ob 111/10g
Vgl auch; Beis wie T3
- 2 Ob 13/11t
Entscheidungstext OGH 19.01.2012 2 Ob 13/11t
Auch; Beis wie T4
- 6 Ob 77/12k
Entscheidungstext OGH 22.06.2012 6 Ob 77/12k
- 2 Ob 33/15i
Entscheidungstext OGH 09.04.2015 2 Ob 33/15i
- 6 Ob 187/15s
Entscheidungstext OGH 23.10.2015 6 Ob 187/15s
Vgl auch; Beis wie T2a
- 6 Ob 8/16v
Entscheidungstext OGH 23.02.2016 6 Ob 8/16v
Auch; Beis wie T2a; Beis wie T4
- 2 Ob 30/16z
Entscheidungstext OGH 25.02.2016 2 Ob 30/16z
Auch
- 7 Ob 75/16d
Entscheidungstext OGH 25.05.2016 7 Ob 75/16d
Auch; Beis wie T2a
- 9 Ob 83/18y
Entscheidungstext OGH 24.01.2019 9 Ob 83/18y
Auch
- 5 Ob 91/19x
Entscheidungstext OGH 31.07.2019 5 Ob 91/19x
Auch; Beis wie T4
European Case Law Identifier (ECLI)
ECLI:AT:OGH0002:1999:RS0111729
Zuletzt aktualisiert am
10.09.2019
Dokumentnummer
JJR_19990318_OGH0002_0080OB00225_98S0000_001