Rechtssatz RS0123513
Rechtstracker.at · Quelle: RIS (Bundeskanzleramt)
Rechtssatznummer
RS0123513
Entscheidungsdatum
16.12.2009
Norm
ABGB §914 I
ARB 1995 Art6 Pkt7.3.
EWG-RL 87/344/EWG - Rechtsschutzversicherungsrichtlinie 31987L0344 Art4 Abs1
VersVG §158k
Rechtssatz
Dem Gerichtshof der Europäischen Gemeinschaften werden gemäß Art 234 EG folgende Fragen zur Vorabentscheidung vorgelegt:Dem Gerichtshof der Europäischen Gemeinschaften werden gemäß Artikel 234, EG folgende Fragen zur Vorabentscheidung vorgelegt:
1. Ist Art 4 (1) der Richtlinie 87/344/EWG des Rates zur Koordination der Rechts- und Verwaltungsvorschriften für die Rechtsschutzversicherung vom 22. Juni 1987 dahin auszulegen, dass ihm eine in Allgemeinen Versicherungsbedingungen eines Rechtsschutzversicherers enthaltene Klausel, die den Versicherer in Versicherungsfällen, in denen eine größere Anzahl von Versicherungsnehmern durch dasselbe Ereignis (etwa die Insolvenz eines Wertpapierdienstleistungsunternehmens) geschädigt wird, zur Auswahl eines Rechtsvertreters berechtigt und damit das Recht des einzelnen Versicherungsnehmers auf freie Anwaltswahl beschränkt (sogenannte „Massenschadenklausel"), widerspricht?1. Ist Artikel 4, (1) der Richtlinie 87/344/EWG des Rates zur Koordination der Rechts- und Verwaltungsvorschriften für die Rechtsschutzversicherung vom 22. Juni 1987 dahin auszulegen, dass ihm eine in Allgemeinen Versicherungsbedingungen eines Rechtsschutzversicherers enthaltene Klausel, die den Versicherer in Versicherungsfällen, in denen eine größere Anzahl von Versicherungsnehmern durch dasselbe Ereignis (etwa die Insolvenz eines Wertpapierdienstleistungsunternehmens) geschädigt wird, zur Auswahl eines Rechtsvertreters berechtigt und damit das Recht des einzelnen Versicherungsnehmers auf freie Anwaltswahl beschränkt (sogenannte „Massenschadenklausel"), widerspricht?
2. Im Fall der Verneinung von Frage 1.: Unter welchen Voraussetzungen liegt ein „Massenschaden" vor, der es im Sinn (beziehungsweise in Ergänzung) der genannten Richtlinie gestattet, dem Versicherer anstelle des Versicherungsnehmers das Recht der Auswahl des rechtsfreundlichen Vertreters einzuräumen?
Entscheidungstexte
- 7 Ob 26/08m
Entscheidungstext OGH 23.04.2008 7 Ob 26/08m
Beisatz: Der EuGH hat diese Frage mit Urteil vom 10. September 2009, RS C-199/08, wie folgt beantwortet: „Art 4 Abs 1 Buchst a der Richtlinie 87/344/EWG des Rates vom 22. 6. 1987 zur Koordinierung der Rechts-und Verwaltungsvorschriften für die Rechtsschutzversicherung ist dahin auszulegen, dass der Rechtsschutzversicherer sich in dem Fall, dass eine größere Anzahl von Versicherungsnehmern durch dasselbe Ereignis geschädigt ist, nicht das Recht vorbehalten kann, selbst den Rechtsvertreter aller betroffenen Versicherungsnehmer auszuwählen." (T1)
- 7 Ob 91/08w
Entscheidungstext OGH 15.05.2008 7 Ob 91/08w
- 7 Ob 30/08z
Entscheidungstext OGH 23.04.2008 7 Ob 30/08z
- 7 Ob 70/08g
Entscheidungstext OGH 23.04.2008 7 Ob 70/08g
- 7 Ob 151/08v
Entscheidungstext OGH 22.10.2008 7 Ob 151/08v
- 7 Ob 145/08m
Entscheidungstext OGH 22.10.2008 7 Ob 145/08m
- 7 Ob 68/09i
Entscheidungstext OGH 29.04.2009 7 Ob 68/09i
- 7 Ob 68/09i
Entscheidungstext OGH 28.10.2009 7 Ob 68/09i
- 7 Ob 194/09v
Entscheidungstext OGH 16.12.2009 7 Ob 194/09v
Veröff: SZ 2009/168
- 7 Ob 206/09h
Entscheidungstext OGH 16.12.2009 7 Ob 206/09h
- 7 Ob 199/09d
Entscheidungstext OGH 16.12.2009 7 Ob 199/09d
European Case Law Identifier (ECLI)
ECLI:AT:OGH0002:2008:RS0123513
Zuletzt aktualisiert am
19.05.2016
Dokumentnummer
JJR_20080423_OGH0002_0070OB00026_08M0000_001