Rechtssatz RS0128942
Rechtstracker.at · Quelle: RIS (Bundeskanzleramt)
Rechtssatznummer
RS0128942
Entscheidungsdatum
15.07.2026
Rechtssatz
Anknüpfungsdelikte, die nicht von der Subsidiaritätsklausel des § 107b Abs 5 StGB umfasst sind, werden ihrerseits grundsätzlich vom jeweiligen Tatbestand des § 107b StGB verdrängt (Spezialität), es sei denn, der Täter setzt ‑ neben den von § 107b StGB umfassten ‑ weitere Taten, die zwar einem der in § 107b Abs 2 zweiter Fall StGB bezeichneten Anknüpfungstatbestände zu unterstellen sind, handelt dabei aber nicht mit dem ‑ § 107b Abs 1 StGB entsprechenden ‑ Vorsatz, längere Zeit hindurch fortgesetzt Gewalt auszuüben. Nur diesfalls konkurriert der jeweils verwirklichte Tatbestand echt mit § 107b StGB.Anknüpfungsdelikte, die nicht von der Subsidiaritätsklausel des Paragraph 107 b, Absatz 5, StGB umfasst sind, werden ihrerseits grundsätzlich vom jeweiligen Tatbestand des Paragraph 107 b, StGB verdrängt (Spezialität), es sei denn, der Täter setzt ‑ neben den von Paragraph 107 b, StGB umfassten ‑ weitere Taten, die zwar einem der in Paragraph 107 b, Absatz 2, zweiter Fall StGB bezeichneten Anknüpfungstatbestände zu unterstellen sind, handelt dabei aber nicht mit dem ‑ Paragraph 107 b, Absatz eins, StGB entsprechenden ‑ Vorsatz, längere Zeit hindurch fortgesetzt Gewalt auszuüben. Nur diesfalls konkurriert der jeweils verwirklichte Tatbestand echt mit Paragraph 107 b, StGB.
Entscheidungstexte
- 14 Os 88/13t
Entscheidungstext OGH 09.07.2013 14 Os 88/13t
Bemerkung: So schon ausführlich 13 Os 71/12h, 72/12f mit Hinweisen auf die Lehre. (T1)
- 12 Os 138/14g
Entscheidungstext OGH 05.03.2015 12 Os 138/14g
Auch; Beisatz: Bei der Strafbemessung ist in solchen Fällen zu beachten, dass (in Relation zu einer Verurteilung hinsichtlich aller Taten ‑ ausschließlich ‑ nach § 107b StGB) zwar ein Erschwerungsgrund (§ 33 Abs 1 Z 1 StGB) hinzutritt, gleichzeitig aber dem Schuldspruch wegen des Vergehens (oder Verbrechens) nach § 107b StGB geringeres Gewicht zukommt (§ 32 Abs 3 StGB). (T2)
- 13 Os 148/15m
Entscheidungstext OGH 09.03.2016 13 Os 148/15m
- 14 Os 101/17k
Entscheidungstext OGH 12.12.2017 14 Os 101/17k
Vgl
- 11 Os 99/18w
Entscheidungstext OGH 16.10.2018 11 Os 99/18w
Auch; Beisatz: Hier: § 107b Abs 4 zweiter Fall StGB. (T3)
Beisatz: Zum Feheln der Beschwer bei angestrebtem Wegfall (bloß) dieser Qualifikation im Fall einer Subsumierbarkeit der Taten als mehrere strafbare Handlungen nach dem 10. Abschnitt des StGB, ohne das der Strafrahmen dadurch vermindert würde. (T4)
- 11 Os 125/19w
Entscheidungstext OGH 18.02.2020 11 Os 125/19w
Vgl; Beis wie T3
- 13 Os 78/20z
Entscheidungstext OGH 14.10.2020 13 Os 78/20z
Vgl; Beisatz: Hier: Verdrängung eines Vergehens nach § 107 Abs 1 und 2 StGB durch § 107b Abs 1 StGB. (T5)
- 11 Os 12/21f
Entscheidungstext OGH 16.03.2021 11 Os 12/21f
Vgl
- 11 Os 54/21g
Entscheidungstext OGH 18.05.2021 11 Os 54/21g
Vgl
- 15 Os 29/24i
Entscheidungstext OGH 17.04.2024 15 Os 29/24i
vgl
- 11 Os 14/24d
Entscheidungstext OGH 23.04.2024 11 Os 14/24d
vgl; Beisatz wie T4
- 13 Os 77/24h
Entscheidungstext OGH 09.10.2024 13 Os 77/24h
vgl; Beisatz wie T4
- 11 Os 92/25a
Entscheidungstext OGH 09.09.2025 11 Os 92/25a
vgl
- 15 Os 48/26m
Entscheidungstext OGH 15.07.2026 15 Os 48/26m
vgl
European Case Law Identifier (ECLI)
ECLI:AT:OGH0002:2013:RS0128942
Zuletzt aktualisiert am
01.09.2026
Dokumentnummer
JJR_20130709_OGH0002_0140OS00088_13T0000_001