Rechtssatz RS0021223
Rechtstracker.at · Quelle: RIS (Bundeskanzleramt)
Rechtssatznummer
RS0021223
Entscheidungsdatum
31.03.2022
Rechtssatz
Der durch das MRG geschützte Mieter kann - anders als bei bloßer Anwendung des § 1096 ABGB, der an sich nachgiebiges Recht enthält - auf sein Recht, die Erhaltung des Mietgegenstandes durch den Vermieter zu verlangen, im Vorhinein nicht wirksam verzichten.Der durch das MRG geschützte Mieter kann - anders als bei bloßer Anwendung des Paragraph 1096, ABGB, der an sich nachgiebiges Recht enthält - auf sein Recht, die Erhaltung des Mietgegenstandes durch den Vermieter zu verlangen, im Vorhinein nicht wirksam verzichten.
Entscheidungstexte
- 4 Ob 591/89
Entscheidungstext OGH 07.11.1989 4 Ob 591/89
Veröff: ImmZ 1990,6
- 3 Ob 569/90
Entscheidungstext OGH 07.11.1990 3 Ob 569/90
Auch; Beisatz: § 3 MRG regelt nur die Erhaltung, diese allerdings unter vollem Ausschluss der Bestimmung des § 1096 ABGB. Alle anderen Pflichten des Vermieters nach § 1096 ABGB bleiben vom MRG unberührt, können aber in diesem eingeschränkten Umfang abbedungen werden. (T1)
- 5 Ob 146/92
Entscheidungstext OGH 19.01.1993 5 Ob 146/92
- 6 Ob 620/92
Entscheidungstext OGH 21.01.1993 6 Ob 620/92
Veröff: WoBl 1993,111 (Markl)
- 1 Ob 589/94
Entscheidungstext OGH 23.11.1994 1 Ob 589/94
Beis wie T1; Beisatz: Nachträglicher Verzicht ist möglich. (T2)
- 7 Ob 598/95
Entscheidungstext OGH 30.07.1996 7 Ob 598/95
Beis wie T2; Veröff: SZ 67/210
- 1 Ob 2171/96p
Entscheidungstext OGH 03.10.1996 1 Ob 2171/96p
- 7 Ob 2170/96k
Entscheidungstext OGH 09.10.1996 7 Ob 2170/96k
Auch; Beis wie T1
- 6 Ob 174/99b
Entscheidungstext OGH 29.09.1999 6 Ob 174/99b
Vgl auch; Beis wie T1; Beisatz: Die Unzulässigkeit eines Vorausverzichts des Mieters hat im Wesentlichen ihren Grund darin, dass dem Mieter nicht ein wirtschaftlich unzumutbarer Mietvertrag aufgedrängt wird, er also nur die Wahl hätte, den für ihn nachteiligen Vertrag zu akzeptieren oder das Mietobjekt eben nicht zu bekommen. (T3)
Beisatz: Ein nachträglicher Verzicht des Mieters auf die Geltendmachung der ihm entgegen anderslautenden Vereinbarungen erwachsenen Rechte ist zwar zulässig, setzt aber voraus, dass der erwähnte ökonomische und soziale Druck weggefallen ist. (T4)
- 3 Ob 79/99k
Entscheidungstext OGH 20.10.1999 3 Ob 79/99k
- 5 Ob 172/03k
Entscheidungstext OGH 26.08.2003 5 Ob 172/03k
Auch
- 5 Ob 17/09z
Entscheidungstext OGH 24.03.2009 5 Ob 17/09z
Beis ähnlich T1; Beisatz: Während die Erhaltungspflicht nach § 1096 ABGB bis zur Grenze der Sittenwidrigkeit und der Verkürzung über die Hälfte abbedungen werden kann, sind die nach § 3 MRG zu erfüllenden Pflichten relativ, nämlich zugunsten des Mieters zwingend ausgestaltet. (T5)
Bem: Zum Verhältnis zwischen § 1096 ABGB und § 3 MRG bzw § 14a WGG siehe nunmehr RS0124630 und RS0124632. (T6) Veröff: SZ 2009/33
- 5 Ob 288/08a
Entscheidungstext OGH 14.04.2009 5 Ob 288/08a
Beis ähnlich wie T1; Beis wie T5
- 9 Ob 57/08k
Entscheidungstext OGH 02.06.2009 9 Ob 57/08k
Auch; Beis ähnlich wie T5
- 4 Ob 191/10g
Entscheidungstext OGH 23.03.2011 4 Ob 191/10g
Beis wie T2; Beis wie T3; Beis wie T4; Veröff: SZ 2011/35
- 8 Ob 101/11b
Entscheidungstext OGH 24.10.2011 8 Ob 101/11b
Auch
- 5 Ob 194/11g
Entscheidungstext OGH 13.12.2011 5 Ob 194/11g
Vgl auch; Beisatz: Dem zwingenden Charakter von Mieterschutzvorschriften entspricht es, dass auf daraus abgeleitete Ansprüche im Vorhinein nicht verzichtet werden kann. (T7)
- 5 Ob 92/13k
Entscheidungstext OGH 16.07.2013 5 Ob 92/13k
Auch; Beis wie T1 nur: § 3 MRG regelt nur die Erhaltung, diese allerdings unter vollem Ausschluss der Bestimmung des § 1096 ABGB. (T8)
- 5 Ob 110/15k
Entscheidungstext OGH 25.01.2016 5 Ob 110/15k
Beis wie T2; Beis wie T3; Beis wie T4
- 5 Ob 181/16b
Entscheidungstext OGH 23.01.2017 5 Ob 181/16b
Auch
- 5 Ob 37/22k
Entscheidungstext OGH 31.03.2022 5 Ob 37/22k
Vgl
European Case Law Identifier (ECLI)
ECLI:AT:OGH0002:1989:RS0021223
Zuletzt aktualisiert am
18.05.2022
Dokumentnummer
JJR_19891107_OGH0002_0040OB00591_8900000_002