Rechtssatz RS0038981
Rechtstracker.at · Quelle: RIS (Bundeskanzleramt)
Rechtssatznummer
RS0038981
Entscheidungsdatum
19.09.2019
Norm
AKIB Art16
ZPO §228 A1
Rechtssatz
Ein Feststellungsbegehren stellt gegenüber einem Leistungsbegehren dann ein Minus dar, wenn es zeitlich und umfänglich vom gestellten Leistungsanspruch mitumfasst ist.
Entscheidungstexte
- 7 Ob 37/77
Entscheidungstext OGH 23.06.1977 7 Ob 37/77
- 7 Ob 40/79
Entscheidungstext OGH 04.10.1979 7 Ob 40/79
Beisatz: Hier: Leistungsklage vor Abschluss beziehungsweise Scheitern des Verfahrens nach Art 16 AKIB. (T1)
Veröff: VersR 1980,883
- 7 Ob 48/81
Entscheidungstext OGH 03.12.1981 7 Ob 48/81
- 7 Ob 30/84
Entscheidungstext OGH 13.09.1984 7 Ob 30/84
Beisatz: Dies ist nicht auf die Zulässigkeit einer Klagsänderung beschränkt, sondern betrifft auch die Sachentscheidung über das minus. (T2)
- 8 Ob 19/86
Entscheidungstext OGH 19.03.1986 8 Ob 19/86
Auch; Veröff: RZ 1987/18 S 89 = ZVR 1987/83 S 247
- 14 ObA 42/87
Entscheidungstext OGH 02.09.1987 14 ObA 42/87
Veröff: JBl 1988,192
- 7 Ob 320/03i
Entscheidungstext OGH 31.03.2004 7 Ob 320/03i
- 10 Ob 103/05b
Entscheidungstext OGH 17.02.2006 10 Ob 103/05b
Auch; Beisatz: Die bloße Feststellung ist gegenüber einem Leistungsbegehren dann ein Minus, wenn sie von Letzterem vollständig umfasst wird und der Kläger an ihr rechtliches Interesse hat. Trifft dies zu, ist im Leistungsanspruch regelmäßig auch der Anspruch auf Feststellung der jenem zugrundeliegenden - wenngleich auch aufschiebend bedingten oder noch nicht fälligen - Leistungspflicht enthalten. (T3)
- 7 Ob 158/06w
Entscheidungstext OGH 27.09.2006 7 Ob 158/06w
Beisatz: Hier: Das Begehren auf Feststellung der Haftpflichtdeckung geht über das bloße Leistungsbegehren hinaus. Nach ständiger Rechtsprechung wäre im (Haftpflicht-)Versicherungsrecht die bloße Feststellung gegenüber einem Leistungs(Zahlungs)begehren an den Versicherungsnehmer also nur dann ein „Minus", wenn nur mehr mangelnde Fälligkeit dem geltend gemachten Deckungsanspruch entgegenstünde. (T4)
- 5 Ob 193/10h
Entscheidungstext OGH 09.02.2011 5 Ob 193/10h
Vgl auch
- 6 Ob 36/12f
Entscheidungstext OGH 19.04.2012 6 Ob 36/12f
Vgl
- 9 ObA 3/16f
Entscheidungstext OGH 25.02.2016 9 ObA 3/16f
Beis wie T3
- 7 Ob 75/16d
Entscheidungstext OGH 25.05.2016 7 Ob 75/16d
- 2 Ob 49/19y
Entscheidungstext OGH 19.09.2019 2 Ob 49/19y
Beisatz: § 765 Abs 2 ABGB ist dahin auszulegen, dass damit nur die Geldzahlungspflicht des Erben auf ein Jahr nach dem Tod des Erblassers aufgeschoben werden soll, nicht aber die Einleitung eines Pflichtteilsprozesses. Sollte dieser vor Ablauf der Jahresfrist beendet sein, wäre die Leistungsfrist nach § 409 ZPO gerichtlich so zu bestimmen, dass dem Pflichtteilsschuldner die gesamte Jahresfrist bis zur Leistung des Geldpflichtteils zur Verfügung bleibt. (T5)
Veröff: SZ 2019/89
European Case Law Identifier (ECLI)
ECLI:AT:OGH0002:1977:RS0038981
Zuletzt aktualisiert am
14.06.2024
Dokumentnummer
JJR_19770623_OGH0002_0070OB00037_7700000_001