Rechtssatz RS0052033
Rechtstracker.at · Quelle: RIS (Bundeskanzleramt)
Rechtssatznummer
RS0052033
Entscheidungsdatum
23.11.2023
Rechtssatz
Die einwöchige Frist zur gerichtlichen Anfechtung der Kündigung ist eine formell-rechtliche Frist; die Wiedereinsetzung gegen die Versäumung dieser Frist ist zulässig.
Entscheidungstexte
- 9 ObA 289/89
Entscheidungstext OGH 06.12.1989 9 ObA 289/89
Veröff: EvBl 1990/75 S 340 = RdW 1990,113 = ecolex 1990,106 = ZAS 1990/20 S 166 (Andexlinger) = RZ 1992/60 S 156 = WBl 1990,144 = AnwBl 1990,390
- 8 ObA 2045/96k
Entscheidungstext OGH 23.05.1996 8 ObA 2045/96k
- 9 ObA 151/97i
Entscheidungstext OGH 22.10.1997 9 ObA 151/97i
Veröff: SZ 70/219
- 9 ObA 349/98h
Entscheidungstext OGH 14.04.1999 9 ObA 349/98h
Beisatz: In analoger Anwendung des § 543 ZPO sind verspätete Anfechtungsklagen daher auch nicht mittels Urteils ab-, sondern mittels Beschlusses zurückzuweisen. Diese Analogie gebietet aber auch die Konsequenz, dass es sich bei der Einhaltung der Frist um eine besondere Prozessvoraussetzung handelt, deren Vorliegen in jeder Lage des Verfahrens von Amts wegen wahrzunehmen ist. Der Mangel der besonderen Prozessvoraussetzungen bedingt die Nichtigkeit der Vorentscheidungen und des vorangegangenen Verfahrens. (T1)
- 9 ObA 297/00t
Entscheidungstext OGH 24.01.2001 9 ObA 297/00t
Vgl auch; Beisatz: Bei den Fristen des § 105 Abs 4 ArbVG handelt es sich um prozessuale. (T2)
- 8 ObA 216/00y
Entscheidungstext OGH 25.01.2001 8 ObA 216/00y
Vgl auch; Beis wie T2; Beisatz: Die Regelung des § 105 Abs 4 erster Satz ArbVG regelt die Frage der materiell-rechtlichen Zuordnung des Anfechtungsrechtes, stellt aber keine prozessuale Sperre dar. (T3)
- 9 ObA 31/04f
Entscheidungstext OGH 21.04.2004 9 ObA 31/04f
Auch; nur: Die einwöchige Frist zur gerichtlichen Anfechtung der Kündigung ist eine formell-rechtliche Frist. (T4)
Beisatz: Sie unterliegt nicht der Disposition der Parteien. (T5)
Veröff: SZ 2004/58
- 9 ObA 89/04k
Entscheidungstext OGH 13.10.2004 9 ObA 89/04k
Auch; nur T4; Beisatz: Bei der Prüfung, ob die prozessuale Frist von einer Woche eingehalten wurde, kann es nicht auf materiellrechtlich bedeutsame Aspekte ankommen, etwa auf die der Kündigung zugrunde liegende Motivation des Dienstgebers oder die vom Dienstnehmer geltend gemachten Anfechtungsgründe. Die leichte Überprüfbarkeit der Einhaltung der Klagefrist ist schon aus Gründen der Rechtssicherheit erforderlich und gestattet keine subtile Differenzierung nach verschiedenen Fallgruppen, sodass auch der Umstand, dass zum Zeitpunkt des Ausspruchs einer Eventualkündigung bereits ein Anfechtungsverfahren wegen einer früheren Kündigung anhängig ist, keine Rolle spielen kann. (T6)
- 9 ObA 81/05k
Entscheidungstext OGH 04.05.2006 9 ObA 81/05k
Beisatz: Da die Anfechtung nach § 2a Abs 8 GlBG aF (= § 12 Abs 7 GlBG geltende Fassung) in ihrer Konzeption derjenigen nach § 105 Abs 3 Z 1 ArbVG folgt, ist konsequenterweise auch die 14tägige Anfechtungsfrist des § 10b Abs 1 dritter Satz GlBG aF (= § 15 Abs 1 vierter Satz GlBG geltende Fassung) als prozessuale Frist zu betrachten, gegen deren Versäumung die Wiedereinsetzung in den vorigen Stand möglich ist. (T7)
- 9 ObA 26/10d
Entscheidungstext OGH 11.05.2010 9 ObA 26/10d
nur T4; Beis wie T3
- 8 ObA 57/10f
Entscheidungstext OGH 22.02.2011 8 ObA 57/10f
Auch; nur T4
- 9 ObA 155/11a
Entscheidungstext OGH 22.08.2012 9 ObA 155/11a
nur T4
- 9 ObA 112/21t
Entscheidungstext OGH 20.10.2021 9 ObA 112/21t
Vgl; Beis wie T6; Beisatz: Hier: § 45 VBO 1995. (T8)
- 9 ObA 77/23y
Entscheidungstext OGH Ordentliche Erledigung (Sachentscheidung) 23.11.2023 9 ObA 77/23y
vgl; Beisatz nur wie T6
European Case Law Identifier (ECLI)
ECLI:AT:OGH0002:1989:RS0052033
Zuletzt aktualisiert am
15.01.2024
Dokumentnummer
JJR_19891206_OGH0002_009OBA00289_8900000_001