Rechtssatz RS0056900
Rechtstracker.at · Quelle: RIS (Bundeskanzleramt)
Rechtssatznummer
RS0056900
Entscheidungsdatum
12.03.2024
Rechtssatz
Nach der jüngeren Rechtsprechung spielt auch ein Ehebruch, der erst nach Eintritt der unheilbaren Zerrüttung der Ehe begangen wurde, bei der Verschuldensabwägung und insbesondere in der Frage der Zuweisung eines überwiegenden Verschuldens keine entscheidende Rolle. Durch diese nunmehrige, bereits gefestigte Rechtsprechung (6 Ob 570, 571/87; 5 Ob 517/88; 4 Ob 520/88; 1 Ob 504/89; 2 Ob 523/90 ua) ist die frühere gegenteilige Rechtsprechung als überholt zu betrachten.
Entscheidungstexte
- 8 Ob 647/90
Entscheidungstext OGH 30.10.1990 8 Ob 647/90
- 1 Ob 37/97s
Entscheidungstext OGH 25.02.1997 1 Ob 37/97s
- 3 Ob 224/98g
Entscheidungstext OGH 16.12.1998 3 Ob 224/98g
- 7 Ob 13/00p
Entscheidungstext OGH 26.04.2000 7 Ob 13/00p
- 5 Ob 132/00y
Entscheidungstext OGH 05.09.2000 5 Ob 132/00y
- 3 Ob 208/00k
Entscheidungstext OGH 29.11.2000 3 Ob 208/00k
Auch; Beisatz: Wesentlich sind jeweils die Umstände des Einzelfalls. (T1)
- 9 Ob 102/01t
Entscheidungstext OGH 09.05.2001 9 Ob 102/01t
nur: Nach der jüngeren Rechtsprechung spielt auch ein Ehebruch, der erst nach Eintritt der unheilbaren Zerrüttung der Ehe begangen wurde, bei der Verschuldensabwägung und insbesondere in der Frage der Zuweisung eines überwiegenden Verschuldens keine entscheidende Rolle. (T2); Beis wie T1
- 10 Ob 6/03k
Entscheidungstext OGH 29.04.2003 10 Ob 6/03k
nur T2
- 6 Ob 252/03g
Entscheidungstext OGH 27.11.2003 6 Ob 252/03g
Auch
- 6 Ob 138/04v
Entscheidungstext OGH 15.12.2004 6 Ob 138/04v
Auch; Beis wie T1
- 5 Ob 153/06w
Entscheidungstext OGH 24.10.2006 5 Ob 153/06w
nur T2
- 2 Ob 152/07b
Entscheidungstext OGH 14.02.2008 2 Ob 152/07b
Auch; Beisatz: Mit dem EheRÄG 1999 hat der Ehebruch seinen Charakter als absoluter Scheidungsgrund verloren. Er muss nunmehr zerrüttende Wirkung haben, um ein tauglicher Scheidungsgrund zu sein; bei der Verschuldensabwägung im Scheidungsverfahren kommt ihm nicht in jedem Fall höheres Gewicht zu als anderen Eheverfehlungen - es gelten die allgemeinen Grundsätze. (T3)
- 2 Ob 141/10i
Entscheidungstext OGH 24.08.2010 2 Ob 141/10i
Vgl; Beis wie T3
- 3 Ob 43/11m
Entscheidungstext OGH 06.07.2011 3 Ob 43/11m
Auch; Beis wie T3 nur: Mit dem EheRÄG 1999 hat der Ehebruch seinen Charakter als absoluter Scheidungsgrund verloren. (T4)
- 2 Ob 31/11i
Entscheidungstext OGH 30.05.2011 2 Ob 31/11i
Auch
- 7 Ob 173/12k
Entscheidungstext OGH 17.10.2012 7 Ob 173/12k
Auch
- 8 Ob 43/15d
Entscheidungstext OGH 30.07.2015 8 Ob 43/15d
Auch; nur T2
- 6 Ob 221/19x
Entscheidungstext OGH 27.11.2019 6 Ob 221/19x
nur T2; Beisatz: Nur nach Eintreten der (noch nicht gänzlichen und unheilbaren) Zerrüttung gesetzte Eheverfehlungen sind nicht schlechthin unbeachtlich, weil auch eine schon bestehende Zerrüttung noch vertieft werden kann. (T5)
- 5 Ob 229/23x
Entscheidungstext OGH Zurückweisung mangels erheblicher Rechtsfrage 12.03.2024 5 Ob 229/23x
vgl; Beisatz wie T5
European Case Law Identifier (ECLI)
ECLI:AT:OGH0002:1990:RS0056900
Zuletzt aktualisiert am
23.05.2024
Dokumentnummer
JJR_19901030_OGH0002_0080OB00647_9000000_001