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Rechtssatz RS0078578×

Rechtssatz RS0078578

Rechtstracker.at · Quelle: RIS (Bundeskanzleramt)

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtsgebiet

Zivilrecht

Rechtssatznummer

RS0078578

Geschäftszahl

4Ob373/80; 4Ob360/81; 4Ob412/82; 4Ob337/84; 4Ob353/85; 4Ob157/89; 4Ob164/90; 4Ob81/92; 4Ob2085/96p; 4Ob71/97p; 4Ob83/99f; 4Ob257/00y

Entscheidungsdatum

19.12.2000

Rechtssatz

Auch der Händler, der von einem anderen in sittenwidriger sklavischer Nachahmung hergestellte Waren trotz Kenntnis der verbotswidrigen Handlungsweise des Erzeugers weiter bezieht und in seinem Unternehmen absetzt, verstößt gegen die guten Sitten (so schon ÖBl 1962,69); außer er hat die Waren zunächst gutgläubig erworben (so schon ÖBl 1961,46).

Entscheidungstexte

  • 4 Ob 373/80
    Entscheidungstext OGH 11.11.1980 4 Ob 373/80
    Beisatz: Haushaltsscheren (T1) Veröff: ÖBl 1981,154 (mit Anmerkung von Schönherr)
  • 4 Ob 360/81
    Entscheidungstext OGH 23.06.1981 4 Ob 360/81
    nur: Auch der Händler, der von einem anderen in sittenwidriger sklavischer Nachahmung hergestellte Waren trotz Kenntnis der verbotswidrigen Handlungsweise des Erzeugers weiter bezieht und in seinem Unternehmen absetzt, verstößt gegen die guten Sitten. (T2) Beisatz: Zauberwürfel (T3) Veröff: ÖBl 1981,115 = GRURInt 1982,64
  • 4 Ob 412/82
    Entscheidungstext OGH 11.01.1983 4 Ob 412/82
    nur T2; Beisatz: "Pioneer" Lautsprecher. Kennen der verwechselbaren Ähnlichkeit reicht nicht aus. (T4) Veröff: ÖBl 1983,74
  • 4 Ob 337/84
    Entscheidungstext OGH 10.07.1984 4 Ob 337/84
    nur T2; Beisatz: Mart Stam-Stuhl (T5) Veröff: ÖBl 1985,24 = MR 1992,21 (Anmerkung M Walter, 31) = GRURInt 1985,684
  • 4 Ob 353/85
    Entscheidungstext OGH 10.09.1985 4 Ob 353/85
    Beisatz: Ständige Rechtsprechung. Von dieser Regel besteht allerdings die Ausnahme, daß der Einzelhändler Waren, die er gutgläubig erworben hat, dann weiterveräußern darf, wenn er erst nachträglich erfahren hat, daß die Waren wettbewerbswidrig hergestellt wurden. (T6) Veröff: SZ 58/136 = ÖBl 1986,15
  • 4 Ob 157/89
    Entscheidungstext OGH 19.12.1989 4 Ob 157/89
    Zweiter Rechtsgang zu 4 Ob 337/84; Beisatz: Mart Stam-Stuhl II (T7) Veröff: MR 1992,21 = ecolex 1990,235 = GRURInt 1992,465
  • 4 Ob 164/90
    Entscheidungstext OGH 04.12.1990 4 Ob 164/90
    Beis wie T6
  • 4 Ob 81/92
    Entscheidungstext OGH 15.12.1992 4 Ob 81/92
    nur T2; Veröff: MR 1993,30
  • 4 Ob 2085/96p
    Entscheidungstext OGH 14.05.1996 4 Ob 2085/96p
    Vgl auch; nur T2; Beisatz: Türschild "Entenmotiv". (T8)
  • 4 Ob 71/97p
    Entscheidungstext OGH 11.03.1997 4 Ob 71/97p
    Ausdrücklich gegenteilig; Beisatz: Der Händler handelt nicht nur dann sittenwidrig, wenn er nachgeahmte Ware schlechtgläubig erwirbt. Ihm schadet auch nachträglich erlangte Kenntnis. Das ergibt sich aus dem allgemein anerkannten Grundsatz, daß eine Handlung, die zunächst mangels Kenntnis eines wesentlichen Umstandes nicht sittenwidrig ist, jedenfalls von dem Augenblick an unlauter wird, in dem der Verletzer nachträglich Kenntnis von dem betreffenden Tatumstand erhält. Er schließt es aus, die Sittenwidrigkeit zu verneinen, wenn der Erwerber nachgeahmte Ware auch noch nach Kenntniserlangung weiterveräußert. (T9)
  • 4 Ob 83/99f
    Entscheidungstext OGH 13.04.1999 4 Ob 83/99f
    Ausdrücklich gegenteilig; Beis wie T9
  • 4 Ob 257/00y
    Entscheidungstext OGH 19.12.2000 4 Ob 257/00y
    Vgl auch

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1980:RS0078578

Dokumentnummer

JJR_19801111_OGH0002_0040OB00373_8000000_001