Rechtssatz RS0098132
Rechtstracker.at · Quelle: RIS (Bundeskanzleramt)
Rechtssatznummer
RS0098132
Entscheidungsdatum
24.09.2025
Rechtssatz
Eine Nichtigkeit nach sich ziehende Verletzung des § 228 StPO liegt nur dann vor, wenn die Öffentlichkeit der Hauptverhandlung sachlich ungerechtfertigt ausgeschlossen wird. Die Missachtung der Formvorschriften des § 229 StPO ist nicht mit Nichtigkeit bedroht.Eine Nichtigkeit nach sich ziehende Verletzung des Paragraph 228, StPO liegt nur dann vor, wenn die Öffentlichkeit der Hauptverhandlung sachlich ungerechtfertigt ausgeschlossen wird. Die Missachtung der Formvorschriften des Paragraph 229, StPO ist nicht mit Nichtigkeit bedroht.
Entscheidungstexte
- 12 Os 55/85
Entscheidungstext OGH 27.06.1985 12 Os 55/85
- 14 Os 99/89
Entscheidungstext OGH 11.10.1989 14 Os 99/89
- 14 Os 178/93
Entscheidungstext OGH 18.01.1994 14 Os 178/93
Beisatz: Ein Verstoß gegen die im § 229 Abs 1 StPO vorgesehene Begründungspflicht steht nicht unter Nichtigkeitssanktion. (T1)
- 11 Os 148/07k
Entscheidungstext OGH 29.01.2008 11 Os 148/07k
Auch
- 13 Os 183/08y
Entscheidungstext OGH 17.12.2009 13 Os 183/08y
Auch; Beisatz: Ist in einer Hauptverhandlung gegen mehrere Angeklagte oder auch diesen gleichgestellte Beteiligte hinsichtlich einzelner ein Ausschlussgrund gegeben, scheidet auf § 228 StPO gegründete Nichtigkeit aus Z 3 aus, weil bei Betrachtung der Hauptverhandlung als Gesamtheit ein gesetzlicher Grund, die Öffentlichkeit auszuschließen, gar wohl vorliegt. Es ist dann Sache eines späteren Beschwerdeführers, durch sachgerechte Anträge - deren ungerechtfertigte Abweisung einen aus Z 4 relevanten Verfahrensmangel begründet - auf die Einhaltung der Öffentlichkeit zu dringen. (T2)
Beisatz: Bei der Beurteilung aus § 228 StPO abgeleiteter Nichtigkeit kommt es nicht darauf an, ob sich die Erwartungen des Gerichts im Zeitpunkt der prozessleitenden Verfügung durch die nachfolgenden Ereignisse bestätigt haben (WK-StPO § 281 Rz 37 f, 256). (T3)
- 14 Os 55/10k
Entscheidungstext OGH 18.05.2010 14 Os 55/10k
Auch; Beisatz: Die zwingende gesetzliche Anordnung des § 229 Abs 4 StPO ist dahin zu verstehen, dass deren Verletzung als Verstoß gegen den Grundsatz der Öffentlichkeit der „Hauptverhandlung“ zu sehen ist und solcherart Urteilsnichtigkeit nach § 228 Abs 1 StPO zur Folge hat. (T4)
- 13 Os 101/11v
Entscheidungstext OGH 13.10.2011 13 Os 101/11v
Auch; Beis ähnlich wie T3
- 11 Os 80/14w
Entscheidungstext OGH 25.11.2014 11 Os 80/14w
Auch; Beis wie T1
- 14 Os 119/14b
Entscheidungstext OGH 16.12.2014 14 Os 119/14b
Beis wie T2; Beis wie T3
- 13 Os 20/17s
Entscheidungstext OGH 17.05.2017 13 Os 20/17s
Vgl auch; Beis wie T4
- 13 Os 82/19m
Entscheidungstext OGH 13.11.2019 13 Os 82/19m
Vgl; Beis wie T4
- 13 Os 66/20k
Entscheidungstext OGH 14.10.2020 13 Os 66/20k
Vgl; Beis nur T4
- 14 Os 117/20t
Entscheidungstext OGH 18.02.2021 14 Os 117/20t
Vgl; Beis wie T4
- 12 Os 11/22t
Entscheidungstext OGH 24.02.2022 12 Os 11/22t
Vgl; Beis wie T4
- 13 Os 1/23f
Entscheidungstext OGH 22.03.2023 13 Os 1/23f
vgl; Beisatz nur wie T4
- 13 Os 51/25m
Entscheidungstext OGH 24.09.2025 13 Os 51/25m
vgl; Beisatz nur wie T4
European Case Law Identifier (ECLI)
ECLI:AT:OGH0002:1985:RS0098132
Zuletzt aktualisiert am
02.12.2025
Dokumentnummer
JJR_19850627_OGH0002_0120OS00055_8500000_002