Rechtssatz RS0108816
Rechtstracker.at · Quelle: RIS (Bundeskanzleramt)
Rechtssatznummer
RS0108816
Entscheidungsdatum
23.04.2026
Rechtssatz
Der Grundsatz, das Gericht dürfe die Parteien mit seiner Rechtsansicht nicht überraschen, wird für den österreichischen Rechtsbereich aus § 182 ZPO abgeleitet und erweitert - anders als § 278 Abs 3 dZPO - die Anleitungspflicht nicht (in casu: Anleitung zur Klagsänderung).Der Grundsatz, das Gericht dürfe die Parteien mit seiner Rechtsansicht nicht überraschen, wird für den österreichischen Rechtsbereich aus Paragraph 182, ZPO abgeleitet und erweitert - anders als Paragraph 278, Absatz 3, dZPO - die Anleitungspflicht nicht (in casu: Anleitung zur Klagsänderung).
Entscheidungstexte
- 1 Ob 144/97a
Entscheidungstext OGH 14.10.1997 1 Ob 144/97a
Veröff: SZ 70/199
- 4 Ob 102/98y
Entscheidungstext OGH 05.05.1998 4 Ob 102/98y
Auch; Beisatz: Das Erstgericht ist nicht verpflichtet, den Kläger darauf hinzuweisen, dass er mit seinem Anspruch nur durchdringen könne, wenn er das Klagebegehren ändere. (T1)
- 6 Ob 201/99y
Entscheidungstext OGH 21.10.1999 6 Ob 201/99y
Vgl auch; Beisatz ähnlich T1
- 1 Ob 284/00x
Entscheidungstext OGH 24.04.2001 1 Ob 284/00x
Auch; Beisatz: Die Anleitungspflicht ist im Anwaltsprozess keineswegs so weit gezogen, dass einer Partei die Möglichkeit eröffnet werden müsste, ihr Klagebegehren zu ändern. (T2)
- 7 Ob 279/03k
Entscheidungstext OGH 17.12.2003 7 Ob 279/03k
- 1 Ob 215/05g
Entscheidungstext OGH 31.01.2006 1 Ob 215/05g
Vgl aber; Beisatz: Die durch die ZVN 2002 eingefügte Bestimmung des § 182a ZPO normiert die Pflicht des Gerichtes, das Sach- und Rechtsvorbringen der Parteien mit diesen zu erörtern und schreibt das von der Rechtsprechung schon bisher aus § 182 ZPO abgeleitete „Verbot von Überraschungsentscheidungen" fest. Danach darf das Gericht, sieht man von Nebenansprüchen (Zinsen, Kosten uä) ab, seine Entscheidung nur auf rechtliche Gesichtspunkte, die eine Partei erkennbar übersehen oder für unerheblich gehalten hat, stützen, wenn es sie zuvor mit den Parteien erörtert und ihnen Gelegenheit zur Äußerung gegeben hat. Damit wurde die Rechtsprechung, dass die Parteien von einer Rechtsansicht nicht überrascht werden dürfen, in das Gesetz aufgenommen. (T3)
- 10 Ob 105/05x
Entscheidungstext OGH 13.06.2006 10 Ob 105/05x
Vgl aber; Beis wie T3
- 8 Ob 93/07w
Entscheidungstext OGH 03.04.2008 8 Ob 93/07w
Vgl aber; Beis wie T3
- 8 ObA 20/14w
Entscheidungstext OGH 24.03.2014 8 ObA 20/14w
Auch; Veröff: SZ 2014/27
- 4 Ob 197/15x
Entscheidungstext OGH 15.12.2015 4 Ob 197/15x
Auch
- 8 ObA 3/16y
Entscheidungstext OGH 25.10.2016 8 ObA 3/16y
Auch; Beis ähnlich wie T3
- 1 Ob 70/18b
Entscheidungstext OGH 17.10.2018 1 Ob 70/18b
Auch
- 4 Ob 195/21m
Entscheidungstext OGH 25.01.2022 4 Ob 195/21m
Beisatz: Hier: Mangelnde Schlüssigkeit erstmals im Berufungsverfahren releviert. (T4)
- 8 Ob 159/22y
Entscheidungstext OGH 23.02.2023 8 Ob 159/22y
Vgl
- 9 ObA 27/26z
Entscheidungstext OGH Zurückweisung mangels erheblicher Rechtsfrage 23.04.2026 9 ObA 27/26z
Beisatz wie T2
European Case Law Identifier (ECLI)
ECLI:AT:OGH0002:1997:RS0108816
Zuletzt aktualisiert am
20.05.2026
Dokumentnummer
JJR_19971014_OGH0002_0010OB00144_97A0000_001