Rechtssatz RS0118612
Rechtstracker.at · Quelle: RIS (Bundeskanzleramt)
Rechtssatznummer
RS0118612
Entscheidungsdatum
04.06.2025
Rechtssatz
Das Gericht hat in jeder Lage des Verfahrens - auch noch im Rechtsmittelverfahren - die Einbeziehung des gesetzlichen Vertreters zu veranlassen und ihm die Möglichkeit einer Genehmigung bisher unwirksamer Prozesshandlungen der vom Vertretungsmangel betroffenen Partei zu eröffnen.
Entscheidungstexte
- 5 Ob 282/03m
Entscheidungstext OGH 13.01.2004 5 Ob 282/03m
- 5 Ob 273/07v
Entscheidungstext OGH 08.01.2008 5 Ob 273/07v
Vgl auch; Beisatz: Sanierungsversuch nach § 6 Abs 2 ZPO im Verfahren vor dem OGH. (T1)
- 8 Ob 28/09i
Entscheidungstext OGH 02.04.2009 8 Ob 28/09i
Beisatz: Hier: § 5 AußStrG 2005; Sanierungsversuch hinsichtlich der Verfahrenshandlung eines Minderjährigen durch Einbeziehung von dessen gesetzlichem Vertreter. (T2)
- 3 Ob 112/11h
Entscheidungstext OGH 24.08.2011 3 Ob 112/11h
Auch
- 2 Ob 129/12b
Entscheidungstext OGH 24.01.2013 2 Ob 129/12b
Auch; Beisatz: Hier: Nachträgliche Zustimmung des Erzbischofs als Ordinarius zur Führung eines Räumungsverfahrens. (T3)
- 6 Ob 7/13t
Entscheidungstext OGH 08.05.2013 6 Ob 7/13t
Vgl; Beisatz: Stellt sich die Frage des allfälligen Mangels der Prozessfähigkeit erst im Rechtsmittelverfahren, so hat das Rechtsmittelgericht eine entsprechende Prüfung und allfällige Sanierung selbst vorzunehmen. Der Oberste Gerichtshof hat dabei mit Senatsbeschluss zu entscheiden. (T4)
- 2 Ob 55/13x
Entscheidungstext OGH 13.02.2014 2 Ob 55/13x
Auch
- 6 Ob 14/15z
Entscheidungstext OGH 27.04.2015 6 Ob 14/15z
Auch; Beisatz: Dies ist Ausfluss der Rechtsfürsorgepflicht der Gerichte. (T5)
- 9 Ob 24/15t
Entscheidungstext OGH 21.12.2015 9 Ob 24/15t
Auch; Beisatz: Stellt sich im Rechtsmittelverfahren der Mangel der Prozessfähigkeit einer Partei heraus, so ist grundsätzlich nicht sogleich die Nichtigkeit auszusprechen, sondern zunächst nach § 6 ZPO vorzugehen. Soweit aber die Durchführung eines solchen Verfahrens aussichtslos ist oder schon das Erstgericht erfolglos einen Sanierungsversuch unternommen hat, hat das Berufungsgericht sofort die Nichtigkeit auszusprechen. (T6)
Beisatz: Im Zwischenstreit um die (fragliche) Prozessvoraussetzung ist von deren Vorliegen auszugehen. (T7)
- 2 Ob 27/17k
Entscheidungstext OGH 14.12.2017 2 Ob 27/17k
- 7 Ob 110/18d
Entscheidungstext OGH 04.07.2018 7 Ob 110/18d
- 6 Ob 12/19m
Entscheidungstext OGH 27.06.2019 6 Ob 12/19m
- 4 Ob 47/21x
Entscheidungstext OGH 27.05.2021 4 Ob 47/21x
- 6 Ob 126/20b
Entscheidungstext OGH 25.11.2020 6 Ob 126/20b
Vgl
- 8 ObA 53/21h
Entscheidungstext OGH 03.08.2021 8 ObA 53/21h
- 1 Ob 157/23d
Entscheidungstext OGH 08.04.2024 1 Ob 157/23d
Beisatz wie T4
- 10 Ob 48/23s
Entscheidungstext OGH Ordentliche Erledigung (Sachentscheidung) 04.06.2024 10 Ob 48/23s
vgl; Beisatz nur wie T6
- 6 Ob 64/25t
Entscheidungstext OGH Zurückweisung mangels erheblicher Rechtsfrage 04.06.2025 6 Ob 64/25t
Beisatz: Das Prozessgericht hat den Erwachsenenvertreter aufzufordern sich zu äußern, ob er das bisherige Verfahren (soweit es von Nichtigkeit betroffen ist) genehmigt oder nicht genehmigt. (T8)
Beisatz: Soweit sich der Erwachsenenvertreter für den vor seiner Bestellung liegenden Zeitraum bzw Zeitpunkt zur Genehmigung oder Nichtgenehmigung der bisherigen Prozessführung äußert, bedarf seine Erklärung (jedenfalls beim Aktivprozess) der Genehmigung durch das Pflegschaftsgericht. (T9)
Anm: So bereits 8 ObA 18/21m
European Case Law Identifier (ECLI)
ECLI:AT:OGH0002:2004:RS0118612
Zuletzt aktualisiert am
02.10.2025
Dokumentnummer
JJR_20040113_OGH0002_0050OB00282_03M0000_004