Rechtssatz RS0017007
Rechtstracker.at · Quelle: RIS (Bundeskanzleramt)
Rechtssatznummer
RS0017007
Entscheidungsdatum
19.11.2024
Rechtssatz
Ansprüche auf Grund eines echten Garantievertrages verjähren gemäß § 1489 ABGB in drei Jahren, wenn die Garantieverpflichtung Schadenersatzfunktion hat.Ansprüche auf Grund eines echten Garantievertrages verjähren gemäß Paragraph 1489, ABGB in drei Jahren, wenn die Garantieverpflichtung Schadenersatzfunktion hat.
Entscheidungstexte
- 1 Ob 608/88
Entscheidungstext OGH 09.11.1988 1 Ob 608/88
Veröff: SZ 61/232 = EvBl 1989/74 S 273 = WBl 1989,127 = ÖBA 1989,625
- 2 Ob 525/89
Entscheidungstext OGH 05.07.1989 2 Ob 525/89
Veröff: EvBl 1990/7 S 52 = WBl 1989,345 (dort falsch 05.12.1989)
- 4 Ob 598/89
Entscheidungstext OGH 07.11.1989 4 Ob 598/89
Vgl; Beisatz: Dient der Garantieverpflichtung nicht (nur) der Sicherung einer Schadenersatzforderung, sondern auch eines Verwendungsanspruches (Aufwand für Mängelbeseitigung), ist sie nicht "schadensrechtlicher Art". Ansprüche nach § 1042 ABGB verjähren jedoch erst nach 30 Jahren. (T1) Veröff: ÖBA 1990,390 = RdW 1990,108 = ecolex 1990,85
- 2 Ob 585/94
Entscheidungstext OGH 19.09.1996 2 Ob 585/94
Beis wie T1
- 2 Ob 238/98h
Entscheidungstext OGH 11.03.1999 2 Ob 238/98h
Vgl; Beisatz: Konventionalstrafen unterliegen der dreijährigen Verjährungsfrist, wenn sie Schadenersatzcharakter haben. (T2)
- 5 Ob 18/01k
Entscheidungstext OGH 27.09.2001 5 Ob 18/01k
Vgl auch; Beisatz: Entschädigungsansprüche, die gemäß § 1489 ABGB in drei Jahren verjähren, sind nicht nur Schadenersatzansprüche wegen deliktischer Schädigung, sondern auch Ansprüche auf Ersatz, die aus der Verletzung von vertraglichen Verpflichtungen abgeleitet werden. Auch alle Ersatzforderungen wegen Nichterfüllung oder mangelhafter Erfüllung eines Vertrags, mag der Erfüllungsanspruch selbst auch der 30jährigen Verjährung unterliegen, sind unter § 1489 ABGB zu subsumieren. (T3)
- 1 Ob 138/05h
Entscheidungstext OGH 27.09.2005 1 Ob 138/05h
Beisatz: Mit Auseinandersetzung mit Judikatur und Lehre. (T4)
- 5 Ob 7/06z
Entscheidungstext OGH 16.05.2006 5 Ob 7/06z
Beis wie T3
- 5 Ob 215/08s
Entscheidungstext OGH 13.01.2009 5 Ob 215/08s
Vgl aber; Beisatz: Geschuldet wird aus dem abstrakten Garantievertrag, mit dem der Garant für den Eintritt eines bestimmten Erfolgs einsteht oder die Gefahr eines künftigen Schadens übernimmt, wobei er auf „volle Genugtuung" haftet (§ 880a ABGB). Garantien haben daher immer die Funktion, einen Schaden, den der Begünstigte durch den Nichteintritt eines Erfolgs erleidet, auszugleichen, auch wenn sie nicht Schadenersatzansprüche im eigentlichen Sinn sind, weil sie losgelöst von Verursachung, Rechtswidrigkeit und Verschulden sind. (T5); Beisatz: Das führt zur Anwendbarkeit des § 1489 ABGB. (T6); Beisatz: Die Verjährungsfrist für Rechte aus Garantieverträgen beginnt, weil die Leistungspflicht des Verpflichteten von einer Erklärung des Berechtigten, hier dem Abruf der Garantie, abhängt, bei dreipersonalen abstrakten Garantien dann zu laufen, wenn die Garantieinanspruchnahme erstmals ohne Rechtsmissbrauch erfolgen kann. (T7); Bem: Hier: Der durch die Garantie besicherte Anspruch ist eine Kreditforderung einer Bank. (T8); Bem: Siehe nunmehr RS0124549. (T9); Veröff: SZ 2009/2
- 1 Ob 84/20i
Entscheidungstext OGH 23.09.2020 1 Ob 84/20i
Beis wie T7
- 4 Ob 200/20w
Entscheidungstext OGH 26.11.2020 4 Ob 200/20w
Vgl; Beis wie T5
- 6 Ob 65/21h
Entscheidungstext OGH 15.11.2021 6 Ob 65/21h
Vgl; Beisatz: Hier: zweipersonale Garantie. (T10)
- 2 Ob 64/21g
Entscheidungstext OGH 22.02.2022 2 Ob 64/21g
Vgl; Beis wie T5; Beis wie T6; Beis wie T7
- 1 Ob 114/24g
Entscheidungstext OGH Ordentliche Erledigung (Sachentscheidung) 19.11.2024 1 Ob 114/24g
Beisatz wie T5; Beisatz wie T6
Schlagworte
echter Garantievertrag, Verjährung
European Case Law Identifier (ECLI)
ECLI:AT:OGH0002:1988:RS0017007
Zuletzt aktualisiert am
07.01.2025
Dokumentnummer
JJR_19881109_OGH0002_0010OB00608_8800000_002