Rechtssatz RS0021036
Rechtstracker.at · Quelle: RIS (Bundeskanzleramt)
Rechtssatznummer
RS0021036
Entscheidungsdatum
19.02.2025
Rechtssatz
Gegen ein Räumungsbegehren wegen Nichtzahlung des Bestandzinses kann mangels Gleichartigkeit nicht mit Geldforderungen gegen den Bestandgeber prozessual aufgerechnet werden; der Bestandnehmer hat nur die Möglichkeit, gegen die anerkannte Zinsforderung außergerichtlich aufzurechnen und den Räumungsanspruch mit der Behauptung zu bestreiten, dass die geltend gemachte Voraussetzung für die Erhebung der Räumungsklage fehle.
Entscheidungstexte
- 1 Ob 538/77
Entscheidungstext OGH 02.03.1977 1 Ob 538/77
Veröff: SZ 50/35 = EvBl 1978/66 S 184 = JBl 1978,262 (mit Anmerkung von König)
- 1 Ob 578/82
Entscheidungstext OGH 21.04.1982 1 Ob 578/82
- 5 Ob 534/83
Entscheidungstext OGH 08.03.1983 5 Ob 534/83
- 1 Ob 529/83
Entscheidungstext OGH 09.03.1983 1 Ob 529/83
- 5 Ob 536/83
Entscheidungstext OGH 28.06.1983 5 Ob 536/83
Beisatz: Vor dem Ausspruch über das Bestehen der Rückstände an Mietzins kann dem Räumungsbegehren nicht stattgegeben werden. (T1)
- 6 Ob 705/84
Entscheidungstext OGH 24.01.1985 6 Ob 705/84
Vgl auch; Beisatz: Nicht schlüssig sind die Ausführungen eines beklagten Mieters, womit er lediglich eine Aufrechnungslage zwischen den Mietzinsforderungen einer auf Räumung klagenden Partei und seinen Schadenersatzforderungen, die bereits vor Klagseinbringung entstanden sein sollen, nicht aber eine unbedingte Aufrechnungserklärung behauptet, die zur Schuldtilgung erforderlich gewesen wäre. (T2)
- 4 Ob 1538/89
Entscheidungstext OGH 17.10.1989 4 Ob 1538/89
Vgl auch; Beisatz: Wird das Klagebegehren infolge Zahlung auf Kosten eingeschränkt, geht eine prozessuale Aufrechnungserklärung ins Leere. (T3)
- 8 Ob 304/99k
Entscheidungstext OGH 05.10.2000 8 Ob 304/99k
Vgl; Beisatz: Einer als unzulässiger Ablöse geltend gemachten Gegenforderung mangelt es an der Präjudizialität für das Räumungsbegehren, weil durch die prozessuale Aufrechnungserklärung die Wirksamkeit der auf den Zinsrückstand gestützten rechtsgestaltenden Aufhebungserklärung nach § 1118 ABGB nicht rückwirkend beseitigt wird. (T4)
- 9 Ob 145/01s
Entscheidungstext OGH 19.09.2001 9 Ob 145/01s
Vgl auch
- 1 Ob 30/05a
Entscheidungstext OGH 12.04.2005 1 Ob 30/05a
Vgl aber; Beisatz: Auch wenn die Aufrechnungserklärung in gewisser Weise auf jenen Zeitpunkt zurückwirkt, in dem Forderung und Gegenforderung einander erstmals aufrechenbar gegenübergestanden sind, kann dies die bereits eingetretene Wirksamkeit einer auf qualifizierten Zahlungsrückstand gestützten Auflösungserklärung nicht mehr beseitigen. (T5)
Veröff: SZ 2005/54
- 6 Ob 42/08g
Entscheidungstext OGH 13.03.2008 6 Ob 42/08g
- 8 Ob 42/13d
Entscheidungstext OGH 28.05.2013 8 Ob 42/13d
Vgl
- 1 Ob 198/13v
Entscheidungstext OGH 21.11.2013 1 Ob 198/13v
Vgl
- 7 Ob 84/15a
Entscheidungstext OGH 10.06.2015 7 Ob 84/15a
- 9 Ob 12/17f
Entscheidungstext OGH 20.04.2017 9 Ob 12/17f
- 3 Ob 26/18x
Entscheidungstext OGH 21.02.2018 3 Ob 26/18x
Vgl auch
- 5 Ob 14/18x
Entscheidungstext OGH 13.03.2018 5 Ob 14/18x
- 5 Ob 60/18m
Entscheidungstext OGH 15.05.2018 5 Ob 60/18m
- 7 Ob 175/21t
Entscheidungstext OGH 24.11.2021 7 Ob 175/21t
- 3 Ob 239/23b
Entscheidungstext OGH Zurückweisung mangels erheblicher Rechtsfrage 03.04.2024 3 Ob 239/23b
- 7 Ob 8/25i
Entscheidungstext OGH 19.02.2025 7 Ob 8/25i
European Case Law Identifier (ECLI)
ECLI:AT:OGH0002:1977:RS0021036
Zuletzt aktualisiert am
23.04.2025
Dokumentnummer
JJR_19770302_OGH0002_0010OB00538_7700000_004