Rechtssatz RS0091146
Rechtstracker.at · Quelle: RIS (Bundeskanzleramt)
Rechtssatznummer
RS0091146
Entscheidungsdatum
22.04.2026
Rechtssatz
Spezialität setzt voraus, dass zwei Deliktstypen zueinander im Verhältnis von Gattung und Art stehen, dass also ein Deliktstypus sämtliche Merkmale des anderen, darüber hinaus aber noch zusätzliche (Merkmale) enthält. Davon, dass der Tatbestand der Blutschande nach dem § 211 Abs 3 StGB solcherart den der Nötigung zum Beischlaf nach dem § 202 Abs 1 StGB in sich schließe, kann schon deshalb keine Rede sein, weil Nötigung mit Gewalt oder durch gefährliche Drohung nicht zu den Tatbestandsmerkmalen der Blutschande zählt.Spezialität setzt voraus, dass zwei Deliktstypen zueinander im Verhältnis von Gattung und Art stehen, dass also ein Deliktstypus sämtliche Merkmale des anderen, darüber hinaus aber noch zusätzliche (Merkmale) enthält. Davon, dass der Tatbestand der Blutschande nach dem Paragraph 211, Absatz 3, StGB solcherart den der Nötigung zum Beischlaf nach dem Paragraph 202, Absatz eins, StGB in sich schließe, kann schon deshalb keine Rede sein, weil Nötigung mit Gewalt oder durch gefährliche Drohung nicht zu den Tatbestandsmerkmalen der Blutschande zählt.
Entscheidungstexte
- 11 Os 46/86
Entscheidungstext OGH 13.05.1986 11 Os 46/86
Veröff: SSt 57/31
- 9 Os 10/86
Entscheidungstext OGH 28.05.1986 9 Os 10/86
nur: Spezialität setzt voraus, dass zwei Deliktstypen zueinander im Verhältnis von Gattung und Art stehen, dass also ein Deliktstypus sämtliche Merkmale des anderen, darüber hinaus aber noch zusätzliche (Merkmale) enthält. (T1)
Beisatz: Keine Spezialität von Vermögensdelikten, insbesondere Erpressung gegenüber der Hehlerei. (T2)
Veröff: EvBl 1987/63 S 253 = SSt 57/35 = JBl 1986,799 (kritisch Kienapfel) = RZ 1987/11 S 48
- 13 Os 142/07t
Entscheidungstext OGH 23.04.2008 13 Os 142/07t
Auch; Beisatz: Spezialität liegt vor, wenn zwei Deliktstypen im Verhältnis von Gattung und Art stehen, dh ein Deliktstypus sämtliche Merkmale des anderen enthält und dazu noch mindestens ein weiteres - spezielles - Merkmal. (T3)
- 13 Os 134/10w
Entscheidungstext OGH 12.05.2011 13 Os 134/10w
Auch; Beis ähnlich wie T3
- 11 Os 94/14d
Entscheidungstext OGH 25.11.2014 11 Os 94/14d
Auch; Beis wie T3; Beisatz: Bloße Parallelen der Begehungsweisen bewirken keine Spezialität. (T4)
Beisatz: § 104a Abs 1 StGB und § 106 Abs 1 Z 3 StGB stehen zueinander nicht im Verhältnis der Spezialität. (T5)
- 14 Os 78/14y
Entscheidungstext OGH 16.12.2014 14 Os 78/14y
Auch; Beis wie T3; Beisatz: Keine Spezialität zwischen § 104a Abs 1 StGB und § 106 Abs 1 Z 3 StGB. (T6)
- 13 Os 4/15k
Entscheidungstext OGH 10.06.2015 13 Os 4/15k
nur T1; Beisatz: Keine Spezialität zwischen § 164 StGB und § 165 StGB. (T7)
- 15 Os 85/16p
Entscheidungstext OGH 12.10.2016 15 Os 85/16p
Auch
- 13 Os 115/16k
Entscheidungstext OGH 17.05.2017 13 Os 115/16k
Auch
- 13 Os 49/18g
Entscheidungstext OGH 10.10.2018 13 Os 49/18g
Vgl
- 11 Os 126/19t
Entscheidungstext OGH 10.12.2019 11 Os 126/19t
Vgl
- 14 Os 28/22g
Entscheidungstext OGH 26.04.2022 14 Os 28/22g
Vgl
- 14 Os 98/23b
Entscheidungstext OGH 24.10.2023 14 Os 98/23b
vgl; Beisatz: Spezialität kommt ausschließlich als Form scheinbarer Idealkonkurrenz vor. (T8)
- 14 Os 9/24s
Entscheidungstext OGH 14.05.2024 14 Os 9/24s
vgl; Beisatz: Die Begehungsweisen des § 88 Abs 3 StGB enthalten gegenüber jener des § 177 Abs 1 StGB zusätzliche Elemente, weil letztere Bestimmung gerade nicht auf einen gesteigerten Gefährlichkeitsgrad der Handlung (grobe Fahrlässigkeit oder fahrlässiges Versetzen in einen Minderrausch) abstellt, sodass Spezialität von § 177 StGB im Verhältnis zu § 88 Abs 3 StGB ausscheidet (gegenteilig zur Rechtslage vor BGBl I 2015/112 RIS-Justiz RS0106575). (T9)
- 13 Os 52/25h
Entscheidungstext OGH 02.07.2025 13 Os 52/25h
vgl; nur T1
- 13 Os 19/26g
Entscheidungstext OGH 22.04.2026 13 Os 19/26g
vgl; nur T1
European Case Law Identifier (ECLI)
ECLI:AT:OGH0002:1986:RS0091146
Zuletzt aktualisiert am
22.06.2026
Dokumentnummer
JJR_19860513_OGH0002_0110OS00046_8600000_001