Rechtssatz RS0111726
Rechtstracker.at · Quelle: RIS (Bundeskanzleramt)
Rechtssatznummer
RS0111726
Entscheidungsdatum
29.08.2023
Norm
EG Amsterdam Art234
EGV Maastricht Art177
Rechtssatz
Eine Vorabentscheidung des Gerichtshofs der Europäischen Gemeinschaft (EuGH) bindet sowohl das vorlegende Gericht als auch alle anderen Gerichte, die in derselben Sache zu entscheiden haben. Die Entscheidung in der anhängigen Rechtssache ist so zu treffen, dass die vom EuGH vorgegebene Auslegung der fraglichen gemeinschaftsrechtlichen Norm übernommen wird.
Entscheidungstexte
- 5 Ob 87/99a
Entscheidungstext OGH 13.04.1999 5 Ob 87/99a
Veröff: SZ 72/64
- 9 ObA 291/99f
Entscheidungstext OGH 26.01.2000 9 ObA 291/99f
- 6 Ob 306/00v
Entscheidungstext OGH 17.01.2001 6 Ob 306/00v
Auch; Beisatz: Das Urteil des Gerichtshofes der Europäischen Gemeinschaften bindet das nationale Vorlagegericht. Es entfaltet über den Ausgangsrechtsstreit hinaus eine rechtliche Bindungswirkung dahin, dass alle Gerichte der Mitgliedsstaaten die vom EuGH vorgenommene Auslegung oder seine Feststellung der Ungültigkeit eines Gemeinschaftsrechtsaktes zu beachten haben. (T1)
- 6 Ob 305/00x
Entscheidungstext OGH 17.01.2001 6 Ob 305/00x
Auch; Beis wie T1
- 6 Ob 336/00f
Entscheidungstext OGH 17.01.2001 6 Ob 336/00f
Auch; Beis wie T1; Beisatz: Das Gemeinschaftsrecht sieht keine formelle "erga omnes Wirkung" der EuGH-Entscheidungen vor. Die über den konkreten Einzelfall (Anlassfall) hinausreichende Präjudizwirkung ist aber aus zahlreichen Entscheidungen des EuGH abzuleiten. (T2)
- 6 Ob 337/00b
Entscheidungstext OGH 17.01.2001 6 Ob 337/00b
Auch; Beis wie T1; Beis wie T2
- 6 Ob 6/01b
Entscheidungstext OGH 17.01.2001 6 Ob 6/01b
Auch; Beis wie T1; Beis wie T2
- 7 Ob 39/02i
Entscheidungstext OGH 13.03.2002 7 Ob 39/02i
nur: Eine Vorabentscheidung des Gerichtshofs der Europäischen Gemeinschaft (EuGH) bindet sowohl das vorlegende Gericht als auch alle anderen Gerichte, die in derselben Sache zu entscheiden haben. (T3); Beis wie T1
- 1 Ob 26/08t
Entscheidungstext OGH 06.05.2008 1 Ob 26/08t
Auch; nur T3; Beisatz: Die Vorabentscheidung des Europäischen Gerichtshofs entfaltet bindende Wirkung für das Verfahren vor dem österreichischen Gericht in allen Instanzen, und zwar nicht nur in ihrem Tenor, sondern auch in den tragenden Entscheidungsgründen. (T4)
- 17 Ob 3/09d
Entscheidungstext OGH 24.03.2009 17 Ob 3/09d
Auch; Beis wie T4
- 4 Ob 98/09d
Entscheidungstext OGH 09.06.2009 4 Ob 98/09d
Auch; Beis wie T4
- 17 Ob 17/09p
Entscheidungstext OGH 22.09.2009 17 Ob 17/09p
Vgl auch
- 17 Ob 3/10f
Entscheidungstext OGH 21.06.2010 17 Ob 3/10f
Veröff: SZ 2010/71
- 17 Ob 7/10v
Entscheidungstext OGH 13.07.2010 17 Ob 7/10v
Vgl; Beis wie T4
- 4 Ob 120/10s
Entscheidungstext OGH 31.08.2010 4 Ob 120/10s
Auch; Beis ähnlich wie T1; Veröff: SZ 2010/103
- 4 Ob 6/11b
Entscheidungstext OGH 23.03.2011 4 Ob 6/11b
Auch; Beisatz: Den Schlussanträgen des Generalanwalts kommt keine Bindungswirkung zu. (T5)
- 17 Ob 20/11g
Entscheidungstext OGH 09.08.2011 17 Ob 20/11g
Auch; Beis ähnlich wie T1
- 5 Ob 118/21w
Entscheidungstext OGH 28.09.2021 5 Ob 118/21w
Vgl; Beis wie T1; Beisatz: Bindungswirkung einer Vorlageentscheidung des EuGH entfaltet allerdings ausschließlich der Spruch des Erkenntnisses, der sich auf die Vorlagefrage zu einer bestimmten Richtliniennorm bezieht. (T6)
- 8 ObA 53/23m
Entscheidungstext OGH Zurückweisung mangels erheblicher Rechtsfrage 29.08.2023 8 ObA 53/23m
European Case Law Identifier (ECLI)
ECLI:AT:OGH0002:1999:RS0111726
Zuletzt aktualisiert am
23.10.2023
Dokumentnummer
JJR_19990413_OGH0002_0050OB00087_99A0000_001