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Rechtssatz RS0120817×

Rechtssatz RS0120817

Rechtstracker.at · Quelle: RIS (Bundeskanzleramt)

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtsgebiet

Strafrecht

Rechtssatznummer

RS0120817

Entscheidungsdatum

07.04.2026

Rechtssatz

Nach Paragraph 179, Absatz 4, Ziffer 4, StPO (Paragraph 182, Absatz 4, zweiter Satz StPO) hat jeder Beschluss eines Oberlandesgerichtes über die Fortsetzung der Untersuchungshaft „die bestimmten Tatsachen, aus denen sich der dringende Tatverdacht" für das Oberlandesgericht ergibt, zu enthalten. Das bedeutet, dass einerseits mit Bestimmtheit anzugeben ist, welcher - in Hinsicht auf die mit hoher Wahrscheinlichkeit als begründet angesehenen strafbaren Handlungen (rechtlichen Kategorien, also Tatbeständen; vergleiche Paragraph 260, Absatz eins, Ziffer 2, StPO) rechtlich als entscheidend beurteilte - Sachverhalt angenommen wurde (sog Feststellungsebene), andererseits klarzustellen ist, auf welchen ganz bestimmten Tatumständen (Beweisergebnissen, sog erheblichen Tatsachen) diese Sachverhaltsannahmen über die sog entscheidenden Tatsachen ruhen (sog Begründungsebene). Geschieht dies nicht, liegt eine Grundrechtsverletzung vor (Paragraph 10, GRBG in Verbindung mit Paragraph 281, Absatz eins, Ziffer 5, erster Fall StPO). Insoweit unterscheidet sich die formale Begründungspflicht für Haftbeschlüsse nicht von derjenigen für ein Strafurteil.

Entscheidungstexte

  • 14 Os 59/06t
    Entscheidungstext OGH 13.06.2006 14 Os 59/06t
  • 13 Os 125/06s
    Entscheidungstext OGH 20.12.2006 13 Os 125/06s
    Vgl auch
  • 12 Os 12/07t
    Entscheidungstext OGH 25.01.2007 12 Os 12/07t
    Vgl auch
  • 13 Os 81/07x
    Entscheidungstext OGH 16.07.2007 13 Os 81/07x
    Beisatz: Das Beschwerdegericht kann sich dabei auch auf die Feststellung haftrelevanter Umstände einiger weniger Taten aus einer umfangreichen Verdachtslage beschränken, doch müssen diese hafttragend sein. (T1)
    Beisatz: Den gesetzlichen Deutlichkeitserfordernissen wird nicht entsprochen, wenn sich das Beschwerdegericht damit begnügt, die Sachverhaltsannahmen des Untersuchungsrichters zu zitieren und diese - ohne Herstellung eines Zusammenhangs zur dort vorgenommenen Faktenbezeichnung - teilweise zu kommentieren, ohne jedoch zu irgendeiner der dem Beschuldigten angelasteten Taten eine klare und für Dritte nachvollziehbare Aussage darüber zu treffen, von welchen eigenen Sachverhaltsannahmen es ausging oder auf welchen konkreten Beweisergebnissen diese basieren. (T2)
    Beisatz: Um Undeutlichkeit zu vermeiden genügt es nicht, undeutlich auf den Akteninhalt, frühere Beschlüsse oder Entscheidungen des Erstgerichts zu verweisen, vage mehrere Varianten eines möglichen Tatgeschehens anzudeuten und dazu weitgehend pauschal Bezugsstellen aktenkundiger polizeilicher Erhebungsergebnisse zu zitieren. (T3)
  • 14 Os 135/07w
    Entscheidungstext OGH 30.10.2007 14 Os 135/07w
    Beisatz: Hier: Grundrechtsverletzung bejaht. (T4)
    Beisatz: Die Defizite der Sachverhaltsannahmen erfordern eine unverzügliche Klärung der Haftvoraussetzungen im Rahmen einer Haftverhandlung, nicht aber die Aufhebung des angefochtenen Beschlusses. (T5)
  • 13 Os 127/07m
    Entscheidungstext OGH 25.10.2007 13 Os 127/07m
  • 13 Os 160/07i
    Entscheidungstext OGH 09.01.2008 13 Os 160/07i
    Vgl auch
  • 12 Os 3/08w
    Entscheidungstext OGH 31.01.2008 12 Os 3/08w
    Vgl auch; Beis wie T1
  • 12 Os 76/08f
    Entscheidungstext OGH 24.06.2008 12 Os 76/08f
    Vgl
  • 14 Os 108/08a
    Entscheidungstext OGH 13.08.2008 14 Os 108/08a
    Vgl auch
  • 13 Os 181/08d
    Entscheidungstext OGH 17.12.2008 13 Os 181/08d
    Beis ähnlich wie T1; Beisatz: Das Beschwerdegericht kann sich zwar darauf beschränken, Sachverhaltsannahmen zum dringenden Tatverdacht nur insoweit zu treffen, als dies für die Haftvoraussetzung des § 173 Abs 1 StPO erforderlich ist. Die solcherart für dringend wahrscheinlich gehaltenen Straftaten müssen jedoch stets den Anforderungen des § 173 Abs 1 zweiter Satz StPO entsprechen. (T6)
  • 14 Os 11/09p
    Entscheidungstext OGH 13.02.2009 14 Os 11/09p
    Vgl; Beis wie T6
  • 11 Os 87/09t
    Entscheidungstext OGH 23.06.2009 11 Os 87/09t
    Vgl
  • 14 Os 56/09f
    Entscheidungstext OGH 26.05.2009 14 Os 56/09f
    Beis wie T3
  • 13 Os 120/09k
    Entscheidungstext OGH 15.10.2009 13 Os 120/09k
    Auch
  • 14 Os 130/10i
    Entscheidungstext OGH 01.10.2010 14 Os 130/10i
    Auch
  • 14 Os 9/12y
    Entscheidungstext OGH 16.02.2012 14 Os 9/12y
  • 11 Os 94/13b
    Entscheidungstext OGH 27.06.2013 11 Os 94/13b
    Auch
  • 13 Os 19/13p
    Entscheidungstext OGH 27.03.2013 13 Os 19/13p
    Auch; Auch Beis wie T5; Beisatz: Setzt das Oberlandesgericht im Rahmen einer Beschwerdeentscheidung (§ 87 Abs 1 StPO) die Untersuchungshaft fort, muss es selbst Sachverhaltsannahmen zum dringenden Tatverdacht treffen, welche die rechtliche Beurteilung, ob durch die solcherart als sehr wahrscheinlich angenommenen Tatsachen ‑ objektiv wie subjektiv ‑ eine hafttragende strafbare Handlung begründet wird, ermöglichen. (T7)
  • 11 Os 8/14g
    Entscheidungstext OGH 11.02.2014 11 Os 8/14g
    Auch; Beis wie T5; Beis wie T7
  • 11 Os 17/14f
    Entscheidungstext OGH 24.02.2014 11 Os 17/14f
  • 12 Os 51/14p
    Entscheidungstext OGH 08.05.2014 12 Os 51/14p
    Auch
  • 11 Os 137/14b
    Entscheidungstext OGH 25.11.2014 11 Os 137/14b
    Vgl
  • 11 Os 49/15p
    Entscheidungstext OGH 28.04.2015 11 Os 49/15p
    Auch
  • 12 Os 87/15h
    Entscheidungstext OGH 24.07.2015 12 Os 87/15h
    Auch; Beis wie T7
  • 14 Os 99/16i
    Entscheidungstext OGH 25.10.2016 14 Os 99/16i
    Auch
  • 13 Os 109/16b
    Entscheidungstext OGH 19.10.2016 13 Os 109/16b
    Auch
  • 12 Os 98/18f
    Entscheidungstext OGH 23.08.2018 12 Os 98/18f
    Auch
  • 15 Os 132/18b
    Entscheidungstext OGH 09.10.2018 15 Os 132/18b
    Beis wie T7
  • 15 Os 112/19p
    Entscheidungstext OGH 01.10.2019 15 Os 112/19p
    Vgl; Beis wie T1; Beis wie T6
  • 15 Os 54/20k
    Entscheidungstext OGH 22.05.2020 15 Os 54/20k
    Vgl
  • 15 Os 61/20i
    Entscheidungstext OGH 15.06.2020 15 Os 61/20i
    Vgl
  • 12 Os 101/20z
    Entscheidungstext OGH 09.09.2020 12 Os 101/20z
    Vgl
  • 14 Os 84/21s
    Entscheidungstext OGH 03.08.2021 14 Os 84/21s
    Vgl; Beis wie T7
  • 13 Os 85/21f
    Entscheidungstext OGH 09.08.2021 13 Os 85/21f
    Vgl; Beis nur wie T7
  • 15 Os 63/23p
    Entscheidungstext OGH 21.06.2023 15 Os 63/23p
    vgl
  • 15 Os 73/23h
    Entscheidungstext OGH 05.07.2023 15 Os 73/23h
    vgl; Beisatz wie T7
  • 14 Os 13/24d
    Entscheidungstext OGH 20.02.2024 14 Os 13/24d
    vgl
  • 14 Os 11/25m
    Entscheidungstext OGH 18.02.2025 14 Os 11/25m
    vgl; Beisatz wie T1; Beisatz wie T6; Beisatz wie T7
  • 14 Os 20/25k
    Entscheidungstext OGH 05.03.2025 14 Os 20/25k
    vgl; Beisatz wie T1; Beisatz wie T6; Beisatz wie T7
  • 12 Os 107/25i
    Entscheidungstext OGH 17.09.2025 12 Os 107/25i
    vgl; Beisatz wie T7
  • 15 Os 32/26h
    Entscheidungstext OGH 07.04.2026 15 Os 32/26h
    vgl; Beisatz wie T1; Beisatz wie T6; Beisatz wie T7

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:2006:RS0120817

Im RIS seit

13.07.2006

Zuletzt aktualisiert am

04.05.2026

Dokumentnummer

JJR_20060613_OGH0002_0140OS00059_06T0000_001