Rechtssatz RS0124012
Rechtstracker.at · Quelle: RIS (Bundeskanzleramt)
Rechtssatznummer
RS0124012
Entscheidungsdatum
06.05.2026
Rechtssatz
Für den Ausspruch der Unzuständigkeit genügt jedenfalls die Verdachtsdichte, die den Ankläger zur Erhebung der Anklage berechtigt („Anschuldigungsbeweis"). Ein dringender Verdacht, wie er für die Untersuchungshaft verlangt wird, ist nicht erforderlich. Es reicht, wenn sich aus dem Anklagevorbringen allenfalls in Verbindung mit einem in der Hauptverhandlung rechtmäßig vorgekommenen Beweismittel ein Verdacht ergibt, der inkriminierte Sachverhalt wäre im Fall eines Schuldspruchs als eine in die Zuständigkeit eines höheren Gerichts fallende strafbare Handlung zu beurteilen.
Entscheidungstexte
- 14 Os 63/08h
Entscheidungstext OGH 05.08.2008 14 Os 63/08h
Bemerkung: Siehe auch RS0124013, RS0124014 und RS0124015. (T1)
- 12 Os 4/09v
Entscheidungstext OGH 19.02.2009 12 Os 4/09v
- 11 Os 119/14f
Entscheidungstext OGH 28.10.2014 11 Os 119/14f
Auch
- 15 Os 125/16w
Entscheidungstext OGH 14.12.2016 15 Os 125/16w
Auch
- 14 Os 71/18z
Entscheidungstext OGH 03.08.2018 14 Os 71/18z
Auch
- 12 Os 94/22y
Entscheidungstext OGH 29.09.2022 12 Os 94/22y
Vgl
- 15 Os 21/23m
Entscheidungstext OGH 19.04.2023 15 Os 21/23m
vgl; Beisatz: Ein Anschuldigungsbeweis gilt dann als erbracht, wenn sich aus dem Anklagevorbringen in Verbindung mit den Beweisergebnissen der Hauptverhandlung der naheliegende Verdacht ergibt, der inkriminierte Sachverhalt wäre im Fall eines Schuldspruchs als eine in die Zuständigkeit des Geschworenengerichts fallende strafbare Handlung zu beurteilen. (T2)
- 14 Os 36/23k
Entscheidungstext OGH 23.05.2023 14 Os 36/23k
vgl
- 12 Os 13/24i
Entscheidungstext OGH 29.02.2024 12 Os 13/24i
vgl
- 15 Os 132/24m
Entscheidungstext OGH 09.12.2024 15 Os 132/24m
vgl
- 15 Os 28/26w
Entscheidungstext OGH 06.05.2026 15 Os 28/26w
vgl
European Case Law Identifier (ECLI)
ECLI:AT:OGH0002:2008:RS0124012
Zuletzt aktualisiert am
21.08.2026
Dokumentnummer
JJR_20080805_OGH0002_0140OS00063_08H0000_001