Rechtssatz RS0088842
Rechtstracker.at · Quelle: RIS (Bundeskanzleramt)
Rechtssatznummer
RS0088842
Entscheidungsdatum
24.06.2025
Rechtssatz
Notwendig ist stets nur jene Verteidigung, die unter den verfügbaren Mitteln das schonendste darstellt, um einen gegenwärtigen oder unmittelbar bevorstehenden Angriff sofort und endgültig abzuwenden.
Entscheidungstexte
- 10 Os 124/86
Entscheidungstext OGH 30.09.1986 10 Os 124/86
Veröff: RZ 1989/57 S 141 (zustimmend Kienapfel)
- 12 Os 14/87
Entscheidungstext OGH 26.03.1987 12 Os 14/87
Vgl auch; Beisatz: Notwendig im Sinne des § 3 Abs 1 StGB ist jene Verteidigungshandlung, die aus der Situation des Angegriffenen ("ex ante") gesehen, wenngleich unter Beachtung objektiver Kriterien gerade so weit in die Rechtsgüter des Angreifers eingreift, damit der Angriff verläßlich abgewehrt werden kann. (T1) Veröff: SSt 58/20
- 6 Ob 572/89
Entscheidungstext OGH 29.06.1989 6 Ob 572/89
Veröff: JBl 1990,104
- 11 Os 91/90
Entscheidungstext OGH 24.10.1990 11 Os 91/90
Beisatz: Bei dieser Betrachtung ist - im Fall einer Auseinandersetzung ohne Waffe - auch die körperliche Überlegenheit eines Kontrahenten gegenüber dem anderen in Betracht zu ziehen (EvBl 1987/158; ÖJZ-LSK 1979/306 ua), desgleichen eine allfällige Alkoholbeeinträchtigung (15 Os 119/88). (T2)
- 8 Ob 608/92
Entscheidungstext OGH 04.06.1993 8 Ob 608/92
Auch
- 14 Os 180/95
Entscheidungstext OGH 19.03.1996 14 Os 180/95
Vgl auch
- 14 Os 118/06v
Entscheidungstext OGH 28.11.2006 14 Os 118/06v
Vgl auch; Beisatz: Beurteilung der Grenzen der notwendigen Verteidigung ex ante aus der Sicht des Angegriffenen. (T3); Beisatz: Hier im Zusammenhang mit der Belehrung der Geschworenen über Putativnotwehr beziehungsweise Putativnotwehrüberschreitung. (T4)
- 14 Os 73/06a
Entscheidungstext OGH 18.12.2006 14 Os 73/06a
Auch; Beisatz: Das Maß notwendiger Verteidigung ist begrenzt mit jenem Eingriff, der den unmittelbar drohenden rechtswidrigen Angriff verlässlich iS von sofort und endgültig abwehrt (WK-StGB - 2 § 3 Rz85ff). (T5); Beisatz: Hier: Zur Putativnothilfe iSd § 8 StGB. (T6)
- 4 Ob 143/09x
Entscheidungstext OGH 20.04.2010 4 Ob 143/09x
- 14 Os 72/12p
Entscheidungstext OGH 20.11.2012 14 Os 72/12p
Vgl
- 11 Os 45/18d
Entscheidungstext OGH 19.07.2018 11 Os 45/18d
Vgl
- 4 Ob 116/19s
Entscheidungstext OGH 26.11.2019 4 Ob 116/19s
Vgl; Beisatz: Hier: Notwehrüberschreitung; zivilrechtliche Haftung. (T7); Veröff: SZ 2019/106
- 12 Os 86/22x
Entscheidungstext OGH 18.08.2022 12 Os 86/22x
Vgl
- 1 Ob 137/24i
Entscheidungstext OGH Ordentliche Erledigung (Sachentscheidung) 09.10.2024 1 Ob 137/24i
- 11 Os 16/25z
Entscheidungstext OGH 01.04.2025 11 Os 16/25z
vgl
- 4 Ob 191/24b
Entscheidungstext OGH Zurückweisung mangels erheblicher Rechtsfrage 24.06.2025 4 Ob 191/24b
vgl; Beisatz: Da es sowohl für die Beurteilung, ob eine Notwehrsituation vorlag, als auch jene, ob dem Angegriffenen ein Notwehrexzess anzulasten ist, auf die Umstände des Einzelfalls ankommt, liegt darin – vom Fall einer korrekturbedürftigen Fehlbeurteilung abgesehen – keine erhebliche Rechtsfrage iSd § 502 Abs 1 ZPO. (T8)
Beisatz: Einer im Nahkampf ausgebildeten Person werden in der Regel zwar mehr Möglichkeiten zur Verfügung stehen, auch sie darf aber ein Mittel wählen, das den Angriff verlässlich, dh sofort und endgültig beendet, und muss sich nicht mit einer Abwehrhandlung begnügen, deren Wirkung zweifelhaft ist. (T9)
European Case Law Identifier (ECLI)
ECLI:AT:OGH0002:1986:RS0088842
Zuletzt aktualisiert am
17.07.2025
Dokumentnummer
JJR_19860930_OGH0002_0100OS00124_8600000_001