Rechtssatz RS0109284
Rechtstracker.at · Quelle: RIS (Bundeskanzleramt)
Rechtssatznummer
RS0109284
Entscheidungsdatum
28.01.2026
Rechtssatz
Wenngleich sich die Rechtsstellung des Vertragshändlers von der des Handelsvertreters insofern deutlich unterscheidet, als jener die Handelstätigkeit im eigenen Namen und auf eigene Rechnung entfaltet, weist der Händlervertrag doch auch Dienstleistungselemente auf. Der Vertragshändler muss derart in die Absatzorganisation seines Lieferanten eingegliedert sein, dass er wirtschaftlich in erheblichem Umfang dem Handelsvertreter vergleichbare Aufgaben zu besorgen und seinem Vertragspartner bei Vertragsbeendigung seinen Kundenstamm zu überlassen hat.
Entscheidungstexte
- 9 Ob 2065/96h
Entscheidungstext OGH 17.12.1997 9 Ob 2065/96h
- 1 Ob 251/98p
Entscheidungstext OGH 24.11.1998 1 Ob 251/98p
nur: Der Vertragshändler muss derart in die Absatzorganisation seines Lieferanten eingegliedert sein, dass er wirtschaftlich in erheblichem Umfang dem Handelsvertreter vergleichbare Aufgaben zu besorgen und seinem Vertragspartner bei Vertragsbeendigung seinen Kundenstamm zu überlassen hat. (T1); Beisatz: Dem steht es gleich, wenn dem Vertragspartner bloß tatsächlich ermöglicht wird, den vom Vertragshändler erworbenen Kundenstamm auch nach Auflösung des Vertragsverhältnisses kontinuierlich weiter zu nutzen. (T2)
- 10 Ob 61/99i
Entscheidungstext OGH 30.03.1999 10 Ob 61/99i
nur T1; Beis wie T2
- 6 Ob 323/98p
Entscheidungstext OGH 22.04.1999 6 Ob 323/98p
nur T1
- 3 Ob 10/98m
Entscheidungstext OGH 25.08.1999 3 Ob 10/98m
Vgl auch; Beis wie T2
- 7 Ob 328/99g
Entscheidungstext OGH 15.09.2000 7 Ob 328/99g
- 8 Ob 74/00s
Entscheidungstext OGH 23.10.2000 8 Ob 74/00s
nur T1
- 7 Ob 265/01y
Entscheidungstext OGH 07.12.2001 7 Ob 265/01y
Vgl auch; nur T1
- 1 Ob 238/02k
Entscheidungstext OGH 26.11.2002 1 Ob 238/02k
Vgl; Beisatz: Hier: Die Rechtsstellung der beklagten Partei ist jener eines Handelsvertreters nicht derart angenähert, dass eine analoge Anwendung von Handelsvertreterrecht gerechtfertigt erscheint. Insbesondere fehlen folgende wesentliche Elemente eines Handelsvertretervertrags: Es wurde kein Wettbewerbsverbot vereinbart; die beklagte Partei führte in geringem Ausmaß Fremdprodukte; sie war in ihrer geschäftlichen Gestion frei und nicht in den Betrieb der klagenden Partei eingebunden; die klagende Partei hatte keinerlei Weisungs- und Kontrollrechte; für die Preisbildung bestanden keine zwingenden Vorschriften; es gab keinerlei Abnahmeverpflichtung. (T3)
- 3 Ob 66/05k
Entscheidungstext OGH 24.08.2005 3 Ob 66/05k
Vgl auch; Beis wie T2
- 8 Ob 4/07g
Entscheidungstext OGH 31.01.2007 8 Ob 4/07g
nur T1; Beis wie T2
- 3 Ob 44/09f
Entscheidungstext OGH 22.04.2009 3 Ob 44/09f
Auch; nur T1; Beis wie T2
- 1 Ob 10/09s
Entscheidungstext OGH 05.05.2009 1 Ob 10/09s
nur T1; Beis wie T2; Beisatz: Das Fehlen einzelner Elemente führt nicht zum Verlust eines Ausgleichsanspruchs. Maßgeblich ist im Sinn eines beweglichen Systems das Überwiegen der Elemente des Handelsvertretervertrags. (T4)
- 7 Ob 255/09i
Entscheidungstext OGH 27.01.2010 7 Ob 255/09i
Auch; nur T1
- 9 Ob 32/11p
Entscheidungstext OGH 30.04.2012 9 Ob 32/11p
Vgl auch
- 8 ObA 59/15g
Entscheidungstext OGH 24.05.2016 8 ObA 59/15g
Auch
- 9 Ob 116/25m
Entscheidungstext OGH Zurückweisung mangels erheblicher Rechtsfrage 20.11.2025 9 Ob 116/25m
Beisatz wie T4
- 8 Ob 159/25b
Entscheidungstext OGH Zurückweisung mangels erheblicher Rechtsfrage 28.01.2026 8 Ob 159/25b
vgl
European Case Law Identifier (ECLI)
ECLI:AT:OGH0002:1997:RS0109284
Zuletzt aktualisiert am
02.03.2026
Dokumentnummer
JJR_19971217_OGH0002_0090OB02065_96H0000_004