Rechtssatz RS0111098
Rechtstracker.at · Quelle: RIS (Bundeskanzleramt)
Rechtssatznummer
RS0111098
Entscheidungsdatum
21.07.2011
Rechtssatz
Zu den Kriterien der Ermessensentscheidung, ob in außerstreitigen Angelegenheiten ein verspätetes Rechtsmittel berücksichtigt, also inhaltlich erledigt wird, gehören die Erfolgsaussichten der Rechtsverfolgung.
Entscheidungstexte
- 5 Ob 284/98w
Entscheidungstext OGH 10.11.1998 5 Ob 284/98w
- 6 Ob 289/99i
Entscheidungstext OGH 15.12.1999 6 Ob 289/99i
- 6 Ob 267/00h
Entscheidungstext OGH 23.10.2000 6 Ob 267/00h
- 1 Ob 76/01k
Entscheidungstext OGH 24.04.2001 1 Ob 76/01k
Auch; Beisatz: Hier: Absolut unzulässige Anfechtung einer Entscheidung der 2. Instanz über Verfahrenshilfe. (T1)
- 1 Ob 284/03a
Entscheidungstext OGH 16.12.2003 1 Ob 284/03a
Auch; Beisatz: Ist der verspätete Revisionsrekurs sachlich nicht gerechtfertigt, verbietet sich eine Rücksichtnahme im Sinn des § 11 Abs 2 AußStrG schon angesichts seines Inhalts. (T2)
- 6 Ob 159/04g
Entscheidungstext OGH 15.12.2004 6 Ob 159/04g
Auch
- 3 Ob 195/05f
Entscheidungstext OGH 25.01.2006 3 Ob 195/05f
Auch
- 5 Ob 33/08a
Entscheidungstext OGH 04.03.2008 5 Ob 33/08a
Vgl auch
- 7 Ob 88/09f
Entscheidungstext OGH 13.05.2009 7 Ob 88/09f
Auch; Beisatz: Hier: Verspäteter Rekurs gegen Ordnungsstrafe. (T3)
- 5 Ob 135/09b
Entscheidungstext OGH 01.09.2009 5 Ob 135/09b
Vgl; Beisatz: Voraussetzung der Behandlung eines verspäteten Rechtsmittels ist jedenfalls seine sachliche Berechtigung. (T4); Bem: Hier: § 46 Abs 3 AußStrG 2005. (T5)
- 6 Ob 252/09s
Entscheidungstext OGH 18.12.2009 6 Ob 252/09s
Vgl aber; Beis wie T5; Beisatz: Die bisherige Rechtsprechung, die im Rahmen der Ermessensübung nach §11 Abs 1 AußStrG 1854 die sachliche Berechtigung des Rechtsmittels prüfte und bei fehlender sachlicher Berechtigung den verspäteten Rekurs zurückwies ist damit überholt. Für ein - im Übrigen verfassungsrechtlich bedenkliches - (freies) Ermessen der Gerichte bei der Berücksichtigung verspäteter Rechtsmittel besteht nach der neuen Rechtslage kein Raum. (T6); Beisatz: Einziges Kriterium für die Berücksichtigung des nach Ablauf der Rekursfrist erhobenen Rechtsmittels ist, ob im Sinne des §46 Abs 3 AußStrG die Abänderung oder Aufhebung des angefochtenen Beschlusses mit einem Nachteil für eine andere Person verbunden wäre. (T7); Beisatz: Hier: In der Aufhebung oder Abänderung eines Zwangsstrafenbeschlusses liegt ein „Nachteil" im Sinn des § 46 Abs 3 AußStrG iVm § 15 Abs 1 FBG für die Republik Österreich, der der Berücksichtigung verspäteter Rekurse entgegensteht. (T8)
- 1 Ob 148/11p
Entscheidungstext OGH 21.07.2011 1 Ob 148/11p
Vgl aber; Beis wie T7; Bem wie T5
European Case Law Identifier (ECLI)
ECLI:AT:OGH0002:1998:RS0111098
Zuletzt aktualisiert am
14.09.2011
Dokumentnummer
JJR_19981110_OGH0002_0050OB00284_98W0000_001